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Nachrichten

17.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und streikenden Arbeitern sind in Südafrika nach offiziellen Angaben mindestens 30 Menschen getötet worden. Zudem habe es zahlreiche Verletzte gegeben, teilte Polizeiminister Nathi Mthethwa mit. Nach Darstellung der Polizei eröffneten die Beamten in Selbstverteidigung das Feuer, als sie von einer Gruppe schwer bewaffneter Streikender angegriffen worden seien. Seit dem 10. August streiken rund 3.000 Arbeiter der Platinmine Marikana 70 Kilometer nordwestlich von Johannesburg. Bergwerksbetreiber Lonmin, der weltweit drittgrößte Platinproduzent, stuft den Streik als illegal ein. Schon in den vergangenen Tagen kamen bei Zusammenstößen mindestens neun Menschen ums Leben. Südafrikas Präsident Jacob Zuma äußerte sich bestürzt und schockiert über die - so wörtlich - sinnlose Gewalt. Im demokratischen System Südafrikas gebe es genug Raum, jeden Konflikt durch Dialog zu lösen.

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Ecuador bemüht sich im Streit mit Großbritannien um das dem Gründer der Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, gewährte Asyl um Rückendeckung durch amerikanische Staaten. Die Regierung in Quito beantragte Sondersitzungen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der Union Südamerikanischer Staaten (UNASUR). Assange hatte sich im Juni in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet. Die britische Regierung lehnt es kategorisch ab, den 41-jährigen Australier in das südamerikanische Land ausreisen zu lassen. Nach Entscheidungen britischer Gerichte muss Assange an Schweden überstellt werden, wo ihn die Justiz zu Vergewaltigungsvorwürfen befragen will. Assange befürchtet, dass Schweden ihn an die USA ausliefern könnte. Vor zwei Jahren hatte er sich den Zorn der US-Regierung zugezogen, als Wikileaks Hunderttausende geheime Dokumente über den Krieg im Irak und in Afghanistan veröffentlichte.

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Bundesaußenminister Guido Westerwelle hat das Ende der UN-Beobachtermission in Syrien bedauert. Die Umstände in dem arabischen Land hätten eine Verlängerung des Einsatzes unmöglich gemacht, sagte Westerwelle. Wichtig sei jetzt, dass es auch weiter eine Präsenz der Vereinten Nationen in Syrien geben werde. Der UN-Sicherheitsrat hat das Mandat für die 300 Mann starke Beobachtertruppe nicht verlängert. Es läuft somit am Sonntag aus. Die Beobachter sollten in Syrien einen Waffenstillstand zwischen Regierungstruppen und Aufständischen überwachen, der aber nie umgesetzt wurde. Die UN wollen nun ein Verbindungsbüro in Damaskus einrichten.

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Mit einem Besuch bei Meeresforschern hat Kanzlerin Angela Merkel ihren zweitägigen Kanada-Besuch beendet. In der Ostküstenstadt Halifax informierte sich die studierte Physikerin über die deutsch-kanadische Zusammenarbeit in der Meeres- und Polarforschung. Zuvor hatte Merkel bei Gesprächen mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper zugesagt, sich für eine zügige Verabschiedung des geplanten Freihandelsabkommens zwischen Kanada und der EU einzusetzen. Harper hatte vor Merkels Besuch kritisiert, dass Europa nicht entschlossen genug gegen die Schuldenkrise vorgehe. Merkel sprach sich in Kanada erneut für schärfere Sanktionsmöglichkeiten gegen Schuldenstaaten in der Eurozone aus.

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Gut ein Jahr nach den Anschlägen von Oslo und Utöya ist Polizeichef Oeystein Maeland zurückgetreten. Der Polizeichef von Norwegen reagierte damit auf Kritik einer unabhängigen Kommission, wonach die Polizei den Attentäter Anders Behring Breivik nach dem Bombenanschlag im Osloer Regierungsviertel auf seinem Weg zur Insel Utöya hätte stoppen können. Er habe nicht mehr den nötigen politischen Rückhalt, um seine Arbeit fortzusetzen, erklärte Maeland. Das Urteil im Prozess gegen Breivik wird für den 24. August erwartet.

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