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Nachrichten

17.07.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Russland und China blockieren nach Angaben von Diplomaten weiterhin eine Syrien-Resolution des UN-Sicherheitsrates. Zwar hätten sich in der zweiten Verhandlungsrunde fast alle Länder hinter den auch von Deutschland eingebrachten Entwurf gestellt, Moskau und Peking lehnten den Entwurf aber weiterhin ab. Bei dem Streit geht es um das Mandat der UN-Beobachtermission UNSMIS, deren Mandat am Freitag ausläuft. Während Russland es nur verlängern will, bestehen die Autoren auf Sanktionen, sollte die Mission ihren Auftrag der Umsetzung des Friedensplans von UN-Sonderermittler Kofi Annan anders nicht erfüllen können. Annan und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon bemühen sich derzeit in getrennten Verhandlungen in Moskau und Peking, die beiden Veto-Mächte zum Einlenken zu bewegen. Vermutlich wird der Rat am Mittwoch über die Zukunft der UNSMIS entscheiden.

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US-Außenministerin Hillary Clinton hat bei ihrem Besuch in Israel die Entschlossenheit ihres Landes zum Stopp des iranischen Atomprogramms betont. Die USA würden alles tun, um den Iran am Bau einer Atombombe zu hindern, sagte Clinton nach Gesprächen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Staatspräsident Shimon Peres. Israel und die USA stünden in dieser Frage auf derselben Seite. Teheran warf sie vor, bei den Gesprächen mit den fünf Vetomächten des UN-Sicherheitsrates und Deutschland keine umsetzbaren Vorschläge auf den Tisch gelegt zu haben. Jetzt gehe es darum, den Druck auf den Iran zu erhöhen. Israel fühlt sich durch das iranische Atomprogramm sowie die Führung in Teheran in seiner nationalen Existenz bedroht und hat mehrfach indirekt mit Militärschlägen gedroht. Die Volksaufstände des Arabischen Frühlings bezeichnete Clinton als Chance für Demokratie und Frieden. Netanjahu betonte die Wichtigkeit der Bewahrung des 1979 mit Ägypten geschlossenen Friedensabkommens.

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Die US-Ratingagentur Moody's hat die Bonität von 13 italienischen Banken um bis zu zwei Stufen abgesenkt. Die Agentur begründete ihre Entscheidung mit dem gestiegenen Risiko infolge der von ihr selbst vorgenommenen Herabstufung der Bonität des italienischen Staates am vergangenen Donnerstag. Die Absenkung der Note für langfristige Schuldenabschreibungen Italiens um zwei Stufen von "A3" auf "Baa2" impliziere ein höheres Risiko, dass die italienische Regierung in Schwierigkeit geratene Banken nicht unterstützen könne, hieß es in der Erklärung. Unter den betroffenen Banken waren die landesweit größten Kreditinstitute Unicredit und die Intensa San Paolo. Eine schlechtere Kreditwürdigkeit zieht im Allgemeinen höhere Zinskosten bei der Aufnahme neuer Kredite nach sich.

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Der Warenhauskonzern Karstadt will in den kommenden zwei Jahren insgesamt 2000 Stellen abbauen. Die Maßnahme sei schmerzhaft, aber notwendig, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben, sagte Karstadt-Chef Andrew Jannings in einer Mitteilung. Der Stellenabbau solle nach Zustimmung des Aufsichtsrates und unter Einbeziehung der Sozialpartner so sozialverträglich wie möglich umgesetzt werden. Karstadt war 2010 vom deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen übernommen worden und hat derzeit rund 25.000 Beschäftigte. Die Gewerkschaft Verdi sprach von einem falschen Signal für Belegschaft und Kunden. Das Problem bei Karstadt seien nicht die Personalkosten, sondern fehlende Investitionen in die Modernisierung der Kaufhäuser und die Sortimentsgestaltung.

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In den USA ist erstmals ein Medikament zur Aids-Vorsorge zugelassen worden. Die US-Gesundheitsbehörde FDA entschied, das Medikament Truvada des amerikanischen Pharmaunternehmens Gilead Sciences dürfe zu diesem Zweck auf den Markt gebracht werden. Truvada soll das Risiko reduzieren, sich als Gesunder mit dem Aids-Virus zu infizieren. Es ist vor allem für Risikogruppen gedacht, etwa für Partner von HIV-Infizierten. In Kombination mit anderen Medikamenten ist es bereits zur Behandlung von HIV-Infizierten zugelassen. Kritiker wenden ein, dass Truvada dazu verleiten könnte, das HIV-Infektionsrisiko zu unterschätzen. Zudem seien die Kosten von bis zu 14.000 Dollar pro Jahr und Therapie sehr hoch. Ärzte befürchten auch, dass HI-Viren eine Resistenz gegen Truvada ausbilden könnten.

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