17.06.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 17.06.2013
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Nachrichten

17.06.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In mehreren türkischen Städten ist die Polizei nach Agenturberichten auch in der Nacht zum Montag wieder gewaltsam gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen. In Ankara setzten die Sicherheitskräfte Wasserwerfer und Tränengas gegen Gegner der islamisch-konservativen Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ein, wie Aktivisten mitteilten. In Istanbul habe die Polizei Demonstranten gewaltsam daran gehindert, zum zentralen Taksim-Platz zu ziehen. Zu einer Kundgebung von Erdogan am Rande von Istanbul strömten zehntausende Anhänger. Am Samstag hatte die Polizei in Istanbul die Demonstranten aus dem seit mehr als zwei Wochen besetzten Gezi-Park vertrieben.

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Vor dem Berlin-Besuch von US-Präsident Barack Obama hat der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, das gezielte Ausspähen ausländischer Telefon- und Internetnutzer durch US-Geheimdienste scharf kritisiert. Dies könne nicht akzeptiert werden. Die Bürger hierzulande seien nicht Objekte der Willkür amerikanischer Geheimdienste, sagte der FDP-Politiker der "Frankfurter Rundschau" mit Blick auf das US-Späh-Programm "Prism". Die Überwachung des Internets durch die USA erschwere es, den Menschenrechten rund um den Globus Geltung zu verschaffen, erklärte Löning.

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Großbritannien hat laut Medienberichten Delegierte des G-20-Treffens 2009 in London ausspioniert. Unter den Betroffenen seien die Vertreter des NATO-Partners Türkei und Südafrikas, berichtet der britische "Guardian" unter Berufung auf Dokumente des so genannten "Whistleblowers" Edward Snowden. Dieser hatte vor kurzem das US-Spähprogramm Prism öffentlich gemacht. Die Anweisungen zu der Bespitzelung von G-20-Delegierten sollen aus der Regierung des damaligen britischen Labour-Premierministers Gordon Brown gekommen sein. Mit der Aktion habe die britische Regierung offensichtlich Verhandlungserfolge bei dem Gipfeltreffen sicherstellen wollen, heißt es in dem Bericht.

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In Vietnam ist ein weiterer regierungskritischer Blogger festgenommen worden, der dritte innerhalb eines Monats. Wie den anderen wird dem 30-jährigen Dinh Nhat Uy "Missbrauch demokratischer Freiheiten" vorgeworfen, wie lokale Medien berichten. Erst vergangene Woche war der ehemalige Regierungsinspektor Pham Viet Dao verhaftet worden. Davor hatte die Polizei den Bruder Uys, Dinh Nguyen Kha, zu acht Jahren Haft verurteilt. Er hatte Pamphlete verteilt mit dem Aufruf, gegen den wachsenden chinesischen Einfluss zu protestieren. Im kommunistischen Einparteienstaat Vietnam ist Kritik an der Partei verboten.

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In Bulgarien haben am dritten Tag in Folge tausende Menschen gegen die Regierung demonstriert und den Rücktritt von Ministerpräsident Plamen Orescharski gefordert. In der Hauptstadt Sofia beteiligten sich nach Angaben der Polizei 15.000 Menschen an einer Protestkundgebung. Die Demonstranten zogen durch das Stadtzentrum, vor dem Regierungssitz riefen sie "Rücktritt" und "Mafia". Auch in anderen bulgarischen Städten demonstrierten Regierungsgegner. Orescharski führt seit der Parlamentswahl von Mitte Mai eine Koalition seiner Sozialisten mit der Partei der türkischen Minderheit DPS. Der Regierungschef bot den Demonstranten einen Dialog an, seinen Rücktritt lehnte er ab.

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Mit einer einzigartigen Aktion haben Einsatzkräfte an der Elbe das Hochwasser eingedämmt. Vor einem gebrochenen Deich bei Fischbeck in Sachsen-Anhalt versenkten sie am Samstag und Sonntag drei Schiffe, um die etwa 90 Meter lange Bruchstelle zu schließen. Die Aktion war erfolgreich: Die überflutete Fläche sei innerhalb von 24 Stunden um fünf Quadratkilometer geschrumpft, teilte der Krisenstab mit. 145 Quadratkilometer stehen im Elbe-Havel-Winkel aber noch immer unter Wasser. Weiter südlich sprengten Einsatzkräfte zwei Mal Öffnungen in einen Deich der Saale bei Breitenhagen. Durch die entstandene rund 60 Meter breite Öffnung liefen die gewaltigen Wassermassen, die die Region überflutet hätten, nun schneller zurück in den Fluss, hieß es.

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Die Hilfsmilliarden der Euro-Staaten und des Internationalen Währungsfonds für Griechenland sind nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zu mehr als drei Vierteln bei Banken und Kapitalanlegern gelandet. Wie das Blatt aus München unter Berufung auf Recherchen des globalisierungskritischen Bündnisses Attac meldet, gingen von den 207 Milliarden Euro an Krediten, die bisher nach Athen überwiesen worden seien, fast 160 Milliarden Euro an Geldhäuser und Kapitalanleger. Selbst von den knapp 47 Milliarden Euro, die tatsächlich im griechischen Staatshaushalt angekommen seien, musste Athen dem Bericht zufolge 35 Milliarden umgehend als Zinszahlungen an die Besitzer von Staatsanleihen weiterleiten.

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