1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

17.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

***

Im vom Staatsbankrott bedrohten Griechenland wird an diesem Sonntag zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ein neues Parlament gewählt. Dies ist notwendig, weil sich die Parteien nach der jüngsten Abstimmung nicht auf eine Regierung einigen konnten. Nun sind knapp zehn Millionen Bürger erneut aufgerufen zu entscheiden, ob das stark verschuldete Euro-Land sein umstrittenes Sparprogramm fortsetzt. In Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Partei Nea Dimokratia und dem radikalen Linksbündnis Syriza ab. Die Konservativen wollen am Sparkurs festhalten, auch wenn sie in einzelnen Punkten auf eine Lockerung drängen. Das Linksbündnis will die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Maßnahmen dagegen sofort kippen. Dies könnte letztlich zum Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone führen.

***

In Frankreich hat die zweite und entscheidende Runde der Parlamentswahl begonnen. Dabei wird über die 577 Sitze in der Nationalversammlung entschieden. Beim ersten Wahlgang vor einer Woche hatten nur 35 Kandidaten in ihren Wahlkreisen die absolute Mehrheit gewonnen und waren direkt ins Parlament in Paris eingezogen. Im zweiten Durchgang reicht nun die relative Mehrheit für ein Mandat. Frankreichs neuer Präsident François Hollande kann bei der Endrunde der Parlamentswahl auf eine absolute Mehrheit für seine Sozialisten hoffen. Ein solcher Ausgang würde auch seine Position gegenüber Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Europapolitik stärken, die gegen die von Hollande geforderten Eurobonds und eine Aufweichung der Budget-Disziplin ist. Die konservative UMP des abgewählten Präsidenten Nicolas Sarkozy muss mit dem schlechtesten Ergebnis seit Jahrzehnten rechnen.

***

In Rom sind Zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik des italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten die Regierung auf, keine sozialen Leistungen zu kürzen, um Schulden abzubauen. Stattdessen solle sich die Politik angesichts der hohen Arbeitslosigkeit darauf konzentrieren, neue Jobs zu schaffen. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich an der Kundgebung rund 200.000 Menschen. Aus Bologna, wo es ebenfalls zu Protesten kam, werden Ausschreitungen gemeldet. Demonstranten bewarfen Polizisten mit Gegenständen. Dabei wurden mehrere Beamte verletzt. Regierungschef Monti warnte unterdessen vor einem wirtschaftlichen Desaster in Italien. In Mailand sagte er, das Land hätte sich schon vom Abgrund entfernt, nun sei die Krise aber wieder da.

***

In Ägypten geht die zweitägige Stichwahl um das Präsidentenamt zu Ende. Die Wahl verlief bisher ohne nennenswerte Zwischenfälle, die Atmosphäre im Land ist aber angespannt. Hintergrund sind die unübersichtliche politische Lage und die Furcht vor einem wachsenden Einfluss des regierenden Militärrats. Vor wenigen Tagen hatte das ägyptische Verfassungsgericht die jüngste Parlamentswahl für ungültig erklärt. Das Parlament wurde deshalb inzwischen vom Militärrat aufgelöst. Das Gremium hat versprochen, die Macht zum 1. Juli an eine zivile Regierung zu übergeben. Die Wahl eines neuen Präsidenten ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Rund 52 Millionen Ägypter können sich zwischen dem früheren Regierungschef Ahmed Schafik und dem Kandidaten der islamistischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, entscheiden. Erste Ergebnisse liegen voraussichtlich am Montag vor.

***

In Berlin wird an diesem Sonntag an den Volksaufstand in der DDR vom 17. Juni 1953 erinnert. Damals waren Hunderttausende Menschen gegen die SED-Diktatur auf die Straße gegangen. Sie wehrten sich gegen politische Unterdrückung und verschlechterte Lebensbedingungen. Bei der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste durch sowjetische Truppen und die DDR-Volkspolizei kamen mindestens 55 Menschen ums Leben, mehr als 13.000 wurden verhaftet. Am 59. Jahrestag der Proteste wollen Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) Kränze am Mahnmal für die Opfer niederlegen. - Die Proteste waren der erste große Aufstand gegen eine kommunistische Diktatur nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema