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Nachrichten

17.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach dem CDU-Wahldebakel in Nordrhein-Westfalen ihren Umweltminister Norbert Röttgen gefeuert. Nachfolger wird Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier, wie die CDU-Chefin in Berlin bekannt gab. Merkel begründete ihre Entscheidung mit der anstehenden großen Aufgabe der Energiewende in Deutschland. Röttgen, der die NRW-Wahl am Sonntag krachend verloren hatte, wollte seinen Posten nicht freiwillig räumen und wurde entlassen, wie Korrespondenten berichteten. Die Opposition in Berlin reagierte mit Häme und sieht die Regierung Merkel im Zerfall. Der neue Minister Altmeier habe zudem bisher keine Erfahrungen in der Energie-, Umwelt- oder Klimapolitik, hieß es bei SPD und Grünen. Die mitregierende CSU, deren Chef Horst Seehofer Röttgen scharf kritisiert hatte, fordert jetzt ein gesondertes Energieministerium.

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In Frankreich hat der neue sozialistische Präsident François Hollande seine Regierung präsentiert. Zu den politischen Schwergewichten im Kabinett von Premierminister Jean-Marc Ayrault gehört unter anderem Ex-Regierungschef Laurent Fabius, der neuer Außenminister wird. Hollandes früherer Wahlkampfleiter Pierre Moscovici übernimmt das Finanz- und Wirtschaftsressort. Von den Grünen sitzt die bisherige Vorsitzende Cécile Duflout als Wohnungsministerin am Kabinettstisch. Sozialistenchefin Martine Aubry vom linken Flügel verzichtete auf einen Posten. Premier Ayrault gilt als Deutschlandkenner und in seiner Partei als diskrete und pragmatische Führungsperson.

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Die US-Regierung lobt im Kampf gegen die Finanz- und Wirtschaftskrise eine stärkere Betonung von Wachstum bei den Europäern, verlangt aber auch noch entschlossenere Maßnahmen. Man wolle Europa zwar keine Vorschriften machen, es müssten jedoch "weitere Schritte" unternommen werden, sagte Regierungssprecher Jay Carney in Washington mit Blick auf den G8-Gipfel. Dabei gehe es um mehr Wachstum, eine Feuerwand gegen Spekulationen auf den Finanzmärkten sowie Reformen in EU-Krisenländern. Präsident Barack Obama wolle sich beim Treffen der größten Industrieländer und Russlands, das am Freitag in Camp David beginnt, vor allem für mehr Wachstum und mehr Jobs einsetzen. Außenministerin Hillary Clinton sagte der Zeitung "USA Today", sie sei "ermutigt" über Äußerungen aus Europa, den Schwerpunkt neben Sparprogrammen auf das Wirtschaftswachstum zu richten.

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Nach dem Milliardenverlust durch Fehlspekulationen gehen Aktionäre juristisch gegen die US-Großbank JPMorgan Chase und ihr Management vor. So reichte die Investmentfirma Saratoga Capital in New York eine Sammelklage ein, der sich andere Geschädigte anschließen könnten. Die Aktionäre werfen dem Finanzinstitut und seiner Führung vor, ein übertriebenes Risiko eingegangen und den Verlust von zwei Milliarden Dollar verursacht zu haben. Noch am Dienstag hatte sich JP-Morgan-Chef Jamie Dimon auf der Jahreshauptversammlung in Florida entschuldigt. Die Bundespolizei FBI bestätigte "vorläufige" Ermittlungen gegen das Bankhaus.

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Syrien erhält nach Angaben von Experten der Vereinten Nationen weiterhin illegal Waffen aus dem Iran. Man sei auf drei neue Fälle von Waffenlieferungen gestoßen, davon zwei an Syrien und eine an Taliban-Kämpfer in Afghanistan, hieß es aus einem für Iran-Sanktionen zuständigen Ausschuss des Weltsicherheitsrats in New York. Die iranische Regierung habe unter anderem durch die Fälschung von Dokumenten versucht, die Transporte zu verschleiern. Deutschland beteiligt sich am UN-Beoachtereinsatz in Syrien. Das Bundeskabinett beschloss, bis zu zehn unbewaffnete Militärbeobachter anzubieten.

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