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Nachrichten

17.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der japanische Atomkonzern Tepco will die havarierten Reaktoren in Fukushima innerhalb von neun Monaten in den Griff bekommen. Zum Austreten der Radioaktivität sagte Vorstandschef Tsunehisa Katsumata vor der Presse in Tokio, man hoffe, die Lecks in etwa einem Vierteljahr nach und nach abdichten zu können. Für das endgültige Abkühlen der Reaktoren und eine weitergehende Kontrolle veranschlagte er aber weitere drei bis sechs Monate. Tepco-Vizepräsident Sakae Muto sagte, neben der Abdeckung der Atommeiler werde auch die Entseuchung der verstrahlten Umgebung geplant. Die Regierung hatte den Konzern angewiesen, endlich einen Zeitplan für die Bewältigung der Katastrophe vorzulegen. - Japan und die USA bereiten eine gemeinsame Initiative für den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor, in der sich auch private Unternehmen engagieren sollen. Dies gaben die Außenminister Takeaki Matsumoto und Hillary Clinton in Tokio bekannt. Um das gemeinsame Vorhaben voranzutreiben war Clinton mit dem Chef der US-Handelskammer, Tom Donohue, angereist.

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Die USA suchen nach einem Bericht der "New York Times" intensiv nach einem Asylland für den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi, ungeachtet dessen Weigerung, sein Land zu verlassen. Gemeinsam mit den Alliierten gebe es mit großer Diskretion eingeleitete Sondierungen, die sich auf Afrika konzentrierten, heißt es in der Online-Ausgabe der Zeitung. Gesucht werde ein Aufnahmeland, das sich vertraglich nicht zur Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag verpflichtet hat. Durch eine solche Lösung ohne Gesichtsverlust und ohne die Gefahr eines Prozesses für Gaddafi hofften die USA dem Diktator einen Rückzug schmackhaft machen zu können, schreibt die "New York Times". - In Libyen gingen die Kämpfe unvermindert weiter. Die Rebellen versuchten vergeblich, in die Ölstadt Brega vorzustoßen. Die Städte Adschdabija und Misrata lagen wieder unter massivem Artilleriebeschuss der Gaddafi-Armee.

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Angesichts der Unruhen in der arabischen Welt will die Weltbank die Länder in der Region stärker unterstützen. Zum Abschluss der Frühjahrstagung von Weltbank und Internationalem Währungsfonds in Washington mahnte Weltbank-Chef Robert Zoellick zu raschem Handeln. Man dürfe nicht warten, bis sich die Lage in der Region stabilisiert habe. Das Entwicklungskomitee der Weltbank erwartet, dass die Umbrüche in Nordafrika und im Nahen Osten dauerhafte soziale und wirtschaftliche Folgen haben. Daher müsse die Weltbank gemeinsam mit Regierungen und internationalen Organisationen ihre Hilfen ausbauen. Auch der Internationale Währungsfonds kündigte an, die Entwicklungen in der arabischen Welt genau im Auge zu behalten. Die Ereignisse verdienten "besondere Aufmerksamkeit", erklärte der Lenkungsausschuss des Währungsfonds.

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Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Uhrlau, befürchtet, dass die aktuellen Umbrüche in der arabischen Welt die Terror-Organisation Al Kaida stärken könnten. So sei zu erwarten, dass die regionalen Al-Kaida-Gruppen in Nordafrika Muslime für den bewaffneten Kampf gegen den Westen rekrutieren, sagte der BND-Chef dem "Hamburger Abendblatt". Uhrlau geht davon aus, dass es den Terroristen durch die Revolutionen gelingen könnte, leichter an Waffen zu gelangen, beispielsweise durch die Plünderung von Waffendepots, wie zuletzt in Libyen. Diese Waffen gingen nicht nur an die Aufständischen, sondern könnten auch in die Hände von radikalen Muslimen gelangen. Uhrlau warnt zudem davor, dass Al Kaida versuchen könnte, durch Geiselnahme von Touristen an Lösegelder zu kommen.

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Mit einer Protestaktion haben sich etwa einhundert Demonstranten vor der chinesischen Botschaft in Berlin für die sofortige Freilassung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei eingesetzt. Sie brachten zahlreiche Stühle mit und ließen sich zum stillen Protest vor dem Botschaftsgebäude nieder. Der Protest, an dem viele Künstler teilnahmen, war Teil einer weltweiten Aktion. Unter dem Motto "1001 Stühle für Ai Weiwei" wurden unter anderem in London, Paris, Wien, Moskau, Madrid und Hongkong jeweils um 13.00 Uhr Ortszeit Stühle vor chinesischen Botschaften und Konsulaten aufgestellt. Die Stühle spielen auf ein Kunstprojekt von Ai an. - Der Regimekritiker war am 3. April in Peking festgenommen worden und ist seitdem verschwunden.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden zeitweise stark bewölkt und etwas Regen, im Tagesverlauf auch heitere Abschnitte. Nach Süden hin mehr Sonne und trocken. Höchstwerte 14 bis 20 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Montag im ganzen Land meist viel Sonnenschein, im Osten mit lockerer Bewölkung. Die Temperaturen steigen auf bis zu 22 Grad.

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