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Nachrichten

17.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Zur Abwendung eines Super-GAUs sind in Japan neue Bemühungen angelaufen, die außer Kontrolle geratenen Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima I zu kühlen. In einem Wettlauf gegen die Zeit warfen Militärhubschrauber tonnenschwere Wasserladungen über der Anlage ab. Ingenieure arbeiteten mit Hochdruck daran, die Stromversorgung wieder in Gang zu bringen, um die Wasserpumpen des ausgefallenen Kühlsystems in Betrieb nehmen zu können. Derweil wächst die Sorge vor einem Zusammenbruch der Stromversorgung. Sollten Unternehmen und Bürger ihren Verbrauch nicht drastisch reduzieren, könnte unter anderem in der Hauptstadt Tokio der Strom wegbleiben, warnten Politiker. Im Nordosten Japans, der von Erdbeben und dem Tsunami am schwersten getroffen worden war, kämpfen die Menschen weiter gegen bittere Kälte. Benzin und Nahrungsmittel werden immer knapper. Viele Notunterkünfte sind überfüllt und könnten keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen.

BERLIN: Bundeskanzlerin Merkel hat die vorläufige Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland gegen Kritik verteidigt. Das dreimonatige Moratorium zur Sicherheitsüberprüfung sämtlicher Atommeiler sei vom Gesetz gedeckt, sagte Merkel in einer Regierungserklärung vor dem Bundestag. Trotz der Katastrophe in Japan lehnte sie einen sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie ab. Bis genug Strom durch erneuerbare Energien zur Verfügung stehe, sei die Kernenergie nötig. Atomstrom im Ausland zu kaufen, um damit Bedarfslücken zu schließen, lehnte sie ab. SPD-Chef Gabriel warf der Kanzlerin vor, die bereits seit Langem notwendige Abschaltung der ältesten Atomkraftwerke bislang hartnäckig verweigert zu haben. Die zuletzt beschlossene Laufzeitverlängerung bezeichnete er als Kumpanei mit der Atomwirtschaft.

SEOUL: Südkorea hat ein Angebot des Nordens zur Wiederaufnahme der auf Eis liegenden Sechs-Parteien-Nukleargespräche als unzureichend zurückgewiesen. Südkoreas Außenminister Kim sagte, die nordkoreanische Regierung müsse nicht nur mit Worten, sondern mit Taten zeigen, dass sie ernsthaft an neuen Verhandlungen über ihr umstrittenes Nuklear-Programm interessiert sei. Nordkorea hatte am Dienstag erklärt, es sei zur Wiederaufnahme der Gespräche ohne Vorbedingungen bereit.

TRIPOLIS: Im libyschen Bürgerkrieg verlieren die Aufständischen militärisch immer mehr an Boden. Machthaber Gaddafi kündigte im Staatsfernsehen eine "entscheidende Schlacht" um die Stadt Misrata an. Am Mittwoch hatten Truppen Gaddafis die Stadt mit Granaten angegriffen. UN-Generalsekretär Ban bezeichnete die Tötung unbewaffneter Zivilisten durch Regierungstruppen in Libyen als Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden, forderte er.

MANAMA: Im Königreich Bahrain geraten die Aufständischen immer mehr unter Druck. Nach Medienberichten sollen mehrere Oppositionelle festgenommen worden sein. Am Mittwoch hatte die Regierung auf die wochenlangen Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen das sunnitische Herrscherhaus gewaltsam reagiert. Mit Panzern und unter Einsatz von Tränengas wurden mehrere hundert Regierungskritiker aus der Innenstadt vertrieben.

ATHEN: Aus Protest gegen das Sparprogramm der Regierung wird in Griechenland wieder gestreikt. Die Bediensteten des öffentlichen Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen und Journalisten von Radio- und Fernsehsendern landesweit traten in den Ausstand. 24 Stunden lang fallen damit Nachrichtensendungen in Griechenland aus.

ROM: In Italien wird der 150. Jahrestag der Gründung des Staates gefeiert. Schon in der Nacht wurden in Rom und weiteren Städten des Landes öffentliche Feiern abgehalten. Das Jubiläum findet inmitten einer angespannten politischen Stimmung in Italien statt. Ministerpräsident Berlusconi muss sich in mehreren Verfahren vor Gericht verantworten.

KÖLN: Mit der Verleihung des Deutschen Hörbuchpreises hat das größte Literaturfest Europas, die Lit. Cologne begonnen. Bis zum 26. März gibt es in Köln mehr als 160. Die Lit. Cologne stellt international renommierte Autoren vor und lädt zu großen Themenabenden ein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten einige Auflockerungen und trocken. Sonst dicht bewölkt und gebietsweise Regen. Die Temperaturen bewegen sich zwischen fünf und 13 Grad Celsius.

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