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Nachrichten

17.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" hat die italienische Küstenwache die Zahl der noch vermissten Menschen deutlich nach oben korrigiert. Demnach wird nun von 29 Vermissten ausgegangen, bislang war deren Zahl mit 16 angegeben worden. Die Behörden haben aber nur noch wenig Hoffnung, Überlebende zu finden. Alle über Wasser liegenden Bereiche der "Costa Concordia" seien durchsucht worden, teilte die Feuerwehr mit. An Bord waren zum Unglückszeitpunkt mehr als 4200 Menschen. Bislang wurden sechs Leichen geborgen. Das Schiff war am Freitag an der Insel Giglio vor der westitalienischen Küste auf Grund gelaufen. Der Kapitän wurde in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird vorgeworfen, absichtlich viel zu nah an der Insel entlanggefahren zu sein.

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Drei Tage nach der Herabstufung Frankreichs und Österreichs hat die Ratingagentur Standard & Poor's auch dem Euro-Rettungsschirm EFSF seine Spitzenbonität genommen. Die US-Agentur stufte den Fonds auf AA+ herab. Dies gilt als weiterer Rückschlag für die Eurozone im Kampf gegen die Schuldenkrise, die Aufnahme von Krediten für Rettungsprogramme könnte nun teurer werden. Allerdings hatten die Finanzmärkte den Schritt erwartet, weil Standard & Poor's zuvor bereits neun Euro-Staaten heruntergestuft hatte, die für den Rettungsschirm bürgen. EFSF-Chef Klaus Regling wies darauf hin, dass die beiden anderen großen Ratingagenturen - Moody's und Fitch - den Schirm wie auch Frankreich und Österreich weiter mit der Höchststufe "AAA" bewerteten.

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Nach wochenlangen Auseinandersetzungen mit Ungarns Regierung entscheidet die EU-Kommission an diesem Dienstag über Verfahren gegen das Land wegen Verletzung von EU-Recht. Experten zufolge wird die Kommission voraussichtlich wegen der Gesetze zur ungarischen Zentralbank, zur Pensionierung von Richtern und zum Datenschutz Vertragsverletzungsverfahren eröffnen. Durch eine Umstrukturierung der Führung ist nach Befürchtung der EU die Unabhängigkeit der Zentralbank von politischer Einflussnahme nicht mehr gesichert. Gleiches gelte für die Datenschutzbehörde. Auch die Unabhängigkeit der Justiz in Ungarn sieht die EU-Kommission in Gefahr, da durch eine befristete Herabsetzung des Pensionsalters viele Richter vorzeitig in Rente geschickt werden könnten. Hier befürchtet Brüssel, dass diese Richter weitgehend durch Juristen ersetzt werden könnten, die der Partei des konservativen Ministerpräsidenten Viktor Orban, Fidesz, nahestehen.

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Das Europaparlament wählt an diesem Dienstag einen neuen Präsidenten. Als Favorit gilt der SPD-Politiker Martin Schulz, weil sich die beiden größten Fraktionen - die Europäische Volkspartei und die Sozialdemokraten - bereits auf den 56-Jährigen geeinigt haben. Zudem gibt es Kandidaten aus den Reihen der Liberalen und der euroskeptischen Parteien. Schulz soll die Nachfolge des konservativen Polen Jerzy Buzek antreten und bis zur Europawahl 2014 amtieren. Das Amt des Parlamentspräsidenten wird traditionell zwischen Konservativen und Sozialdemokraten aufgeteilt. Schulz ist seit 1994 Mitglied der europäischen Volksvertretung.

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Die Vereinten Nationen wollen Beobachter der Arabischen Liga für einen Einsatz in Syrien ausbilden. Bereits in den kommenden Tagen werde das Training beginnen, teilte eine Sprecherin in New York mit. Die Arabische Liga hatte die UN um die Ausbildung der Beobachter gebeten. Die Wirksamkeit der derzeitigen Beobachtermission der Liga in Syrien wird zunehmend in Frage gestellt. Die syrische Opposition wirft den Angehörigen der Mission vor, sich von der Führung in Damaskus vereinnahmen zu lassen. Trotz der Anwesenheit der Beobachter in Syrien dauert das gewalttätige Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Oppositionelle an.

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Gut 30 Jahre nach einem Massaker der Armee an mehr als 1000 Dorfbewohnern hat sich der Präsident von El Salvador für das Massaker entschuldigt. Er bitte die Familien der Opfer um Vergebung "für die abscheulichen Verstöße gegen die Menschenrechte", sagte Mauricio Funes am Tatort. In dem Dorf El Mozote fand eine Zeremonie zum 20. Jahrestag der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Staat und linken Rebellen statt, mit dem 1992 der Bürgerkrieg zu Ende gegangen war. Im Namen der Opfer forderte Maria Dorila Márquez die Bestrafung der Schuldigen. In El Mozote hatten im Dezember 1981 Angehörige der Elitetruppe "Atlacatl" mehr als 1000 Männer, Frauen und Kinder erschossen, denen sie eine Kooperation mit den Rebellen vorwarfen. Das Massaker war die blutigste Episode des Bürgerkriegs von 1980 bis 1992, in dessen Verlauf etwa 80.000 Menschen getötet wurden oder verschwanden.

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