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Politik

17.000 US-Soldaten zusätzlich an den Hindukusch

Die Regierung in Washington hat die Entsendung weiterer Soldaten nach Afghanistan beschlossen. Bei der Festlegung der künftigen Strategie will Präsident Obama eng mit den Verbündeten zusammenarbeiten.

US-Soldaten in Uniform (Quelle: AP)

US-Soldaten auf dem Weg nach Afghanistan (Archivfoto)

Obama stimmte der Entsendung von 17.000 weiteren Soldaten nach Afghanistan zu. Sie seien notwendig, "um die sich verschlechternde Lage zu stabilisieren", erklärte er am Dienstagabend (17.02.2009, Ortszeit). Mit militärischen Mitteln allein sei der Konflikt aber nicht zu lösen, zeigte sich Obama in einem Interview mit der staatlichen kanadischen Rundfunkgesellschaft CBC überzeugt.

Aufgrund einer entsprechenden Bitte von US-Verteidigungsminister Robert Gates würden im Frühjahr und im Sommer zwei Brigaden nach Afghanistan entsandt, erklärte Obama in Washington. Bislang sei in Afghanistan zu wenig getan worden. Obama hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, Truppen aus dem Irak abzuziehen und stattdessen an den Hindukusch zu verlegen. Er verwies auf die zunehmende Gefahr durch die Taliban und Mitglieder des internationalen Terrornetzwerks El Kaida, die von ihren Rückzugsräumen in Pakistan aus operierten und sich dort sicher fühlten. Die "neuen strategischen Ziele" würden in Abstimmung "mit unseren Freunden und Verbündeten" entwickelt, sagte der US-Präsident.

Schrittweise Stationierung

Halb fertig gebautes Haus in Kabul (Quelle: DW)

Neben dem Kampf gegen den Terror gibt es in Afghanistan noch viel Aufbauarbeit zu leisten

Ende des Frühjahrs sollen nach Angaben des Verteidigungsministeriums 8000 Marine-Infanteristen entsandt werden, Mitte des Sommers dann 4000 weitere Soldaten. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen noch einmal 5000 Soldaten hinzukommen. Rund 35.000 US-Soldaten befinden sich bereits vor Ort. Der US-Kommandeur in Afghanistan, General David McKiernan, hatte 30.000 zusätzliche Soldaten angefordert.

Der republikanische Senator John McCain, der Obama bei der Präsidentschaftswahl im November unterlegen war, begrüßte die Verstärkung der Truppen. Er hoffe, dass dies "der erste Schritt eines neuen umfassenden Ansatzes für Afghanistan" sei, erklärte der Senator von Arizona in Washington. Ein solcher sei "lange überfällig".

Ganzheitliche Strategie

Die NATO-Verteidigungsminister wollen ab Donnerstag im polnischen Krakau über eine Aufstockung ihrer Truppen in Afghanistan und eine neue Strategie im Kampf gegen Drogen beraten. Bisher umfasst die internationale Afghanistan-Truppe unter Führung der NATO rund 55.000 Mann. Daneben will die NATO die Truppenzahl zur Absicherung der afghanischen Präsidentschaftswahlen am 20. August für drei bis vier Monate aufstocken.

"Ich bin absolut überzeugt davon, dass wir die Probleme in Afghanistan, mit den Taliban und die Ausbreitung des Extremismus in dieser Region nicht alleine mit militärischen Mitteln in den Griff kriegen", sagte Obama CBC. Diplomatie und Entwicklungshilfe seien ebenfalls nötig. Er wolle sehr bald eine "ganzheitliche Strategie" vorstellen, kündigte Obama an. "Afghanistan ist noch zu gewinnen." (gri)

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