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Asien

17 Festnahmen nach Anschlag vor deutscher Botschaft in Kabul

Die afghanischen Behörden haben den mutmaßlichen Drahtzieher des Anschlags nahe der deutschen Botschaft in Kabul von Mitte Januar gefasst.

Brennender Lastwagen vor Deutscher Botschaft in Kabul, ap

Insgesamt sollen 17 Angehörige eines Terrornetzwerkes am Anschlag auf die Deutsche Botschaft beteiligt gewesen sein

In der afghanischen Hauptstadt Kabul teilte die Nationale Sicherheitsbehörde (NDS) am Dienstag (03.02.09) mit, bei dem mutmaßlichen Drahtzieher handele sich um einen Pakistaner, der vermutlich der Anführer einer insgesamt 17-köpfigen Extremistengruppe sei. Ein Selbstmordattentäter hatte am 17. Januar im Regierungs- und Diplomatenviertel von Kabul fünf Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 30 weitere wurden verletzt, darunter drei Mitarbeiter der deutschen Botschaft.

Ausbildung in afghanisch-pakistanischen Stammesgebieten

Mehrere Taliban-Kämpfer, die schwer bewaffnet sind, dpa

Taliban-Kämpfer werden in den Stammesgebieten des afghanisch-pakistanischen Grenzgebietes ausgebildet

Die Festgenommenen sollen für mindestens sechs Selbstmordanschläge in Kabul verantwortlich sein. Alle 17 hätten ihre Beteiligung an den Anschlägen gestanden, sagte ein Sprecher der Behörde auf einer Pressekonferenz. Bei den sechs Anschlägen wurden mindestens 20 afghanische Zivilisten getötet und mehr als 120 verletzt. Die NDS verteilte an Reporter gefilmte Geständnisse einiger der mutmaßlichen Extremisten auf DVD. Die Gruppe gehört demnach zu dem den Taliban nahestehenden afghanischen Haqqani-Netzwerk sowie zu der im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan ansässigen Gruppe Harakat-ul-Mujahideen. Die Festgenommenen sind den Angaben zufolge zwischen 23 und 55 Jahre alt und stammen mit Ausnahme des 23-jährigen pakistanischen Anführers aus Afghanistan. Nach drei weiteren Männern werde gefahndet.

Die Festgenommenen hätten weiterhin ausgesagt, sie seien im pakistanisch-afghanischen Grentgebiet ausgebildet worden. Afghanische Regierungsvertreter haben wiederholt dem Geheimdienst des Nachbarlandes vorgeworfen, Kämpfer der radikal-islamischen Taliban auszubilden. Ziel sei es, ein starkes Afghanistan zu verhindern. Pakistan hat dies stets zurückgewiesen und ist in jüngster Zeit wiederholt gegen Extremisten auf seiner Seite der Grenze vorgegangen.

Anschlag im Januar galt der deutschen Botschaft

Ein US-Soldat spricht in ein Funkgerät nach dem Anschlag auf Deutsche Botschaft in Kabul, ap

Bei dem Anschlag auf die Deutsche Botschaft in Kabul entstand erheblicher Sachschaden

Die NATO hatte nach eigenen Angaben bereits in den vergangenen Wochen mehrere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag nahe der deutschen Botschaft festgenommen. Zu der Tat, bei der vier Zivilisten und ein US-Soldat getötet worden waren, hatten sich die radikalislamischen Taliban bekannt. Ein Taliban-Sprecher hatte gesagt, Ziel des Täters seien zwei Fahrzeuge der deutschen Botschaft gewesen. Unter den Verletzten waren mehrere Mitarbeiter der deutschen Botschaft. Am Botschaftsgebäude selbst entstand nach Angaben des Auswärtigen Amtes "erheblicher Sachschaden". In der besonders gesicherten Gegend befinden sich weitere diplomatische Vertretungen sowie Büros der Vereinten Nationen.

Nachschubroute nach Afghanistan unterbrochen

Ebenfalls am Dienstag (03.02.2009) unterbrachen Islamisten mit einem Sprengstoffanschlag auf eine Brücke am Khyber-Pass im Nordwesten Pakistans die wichtigste Nachschubroute für die NATO-Streitkräfte in Afghanistan. Bis zu 75 Prozent der Versorgungsgüter für die ausländischen Truppen in Afghanistan treffen per Schiff in der pakistanischen Hafenstadt Karachi ein und werden dann über den Pass ins Nachbarland transportiert. Aufständische haben in jüngster Zeit vermehrt Anschläge auf die Route verübt. Pakistan lässt die Konvois streng bewachen und geht verstärkt gegen die Aufständischen vor. (as)

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