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Nachrichten

16.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal ist in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden. Sansal sei ein "unbändiger Erzähler", sagte der Schweizer Literaturwissenschaftler Peter von Matt in seiner Laudatio. Der 62-Jährige sei gnadenlos im Urteil über die Habgier der Mächtigen und immer von Mitleid bewegt. Sansal erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung stellvertretend für die Demokratiebewegung in Nordafrika und für seine offene Kritik an den politischen und sozialen Verhältnissen in Algerien, wo seine Bücher verboten sind. In seiner Dankesrede bezeichnete Sansal die arabischen Revolutionen als "kopernikanische Wende". Die Menschen weltweit wollten Demokratie. Sie lehnten "Diktatoren und Extremisten ab, das Diktat des Marktes, den erstickenden Zugriff der Religion und den Zynismus der Realpolitik". Auch im israelisch-palästinensischen Konflikt würden bald "die Mauern fallen", gab sich Sansal optimistisch.

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Bundespräsident Christian Wulff ist überraschend zu einem Staatsbesuch nach Afghanistan gereist. In der Hauptstadt Kabul wurde er von Präsident Hamid Karsai mit militärischen Ehren begrüßt. In dem anschließenden Gespräch ging es unter anderem um die für Dezember geplante Afghanistan-Konferenz in Bonn. Bei seiner Ankunft hatte Wulff dem Land die weitere Unterstützung der Bundesrepublik auch nach dem bevorstehenden Abzug der internationalen Truppen zugesagt. Er betonte, Deutschland werde Afghanistan nicht im Stich lassen. Zuerst war Wulff in der deutschen Botschaft in Kabul mit Menschen- und Bürgerrechtlern zusammengetroffen. Dabei standen Themen wie die Rechte der Frauen und die politische Zukunft Afghanistans im Mittelpunkt. Die Visite Wulffs war aus Sicherheitsgründen nicht vorher angekündigt worden. Es ist der erste Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Afghanistan seit 1967. Damals war Heinrich Lübke an den Hindukusch gereist.

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Das italienische Innenministerium hat das Vorgehen der Polizei bei dem Massenprotest gegen die Macht der Banken am Samstag in Rom verteidigt. Am Rande der Demonstration von mehr als 100.000 Menschen war es zu schweren Ausschreitungen sogenannter Autonomer gekommen. Es sei faktisch unmöglich, derartige Vorgänge zu verhindern, sagte Staatssekretär Alfredo Mantovano. Die Organisatoren der Demonstration hatten der Polizei vorgeworfen, die Gewalttäter nicht von den friedlichen Demonstranten isoliert zu haben. - Weltweit hatten am Samstag Hunderttausende gegen die Macht der Banken und der Finanzmärkte demonstriert. In Berlin wurden zwölf Menschen festgenommen, als die Polizei eine Sitzblockade vor dem Bundestag auflöste. Am Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main bauten Demonstranten nach dem Vorbild der "Occupy-Wall-Street-Bewegung" in New York ein Protestcamp auf.

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In Frankreich entscheidet sich an diesem Sonntag, wer bei der Präsidentschaftswahl 2012 für die oppositionellen Sozialisten gegen Staatschef Nicolas Sarkozy antreten wird. In einer Stichwahl trifft die Parteivorsitzende Martine Aubry auf ihren Vorgänger François Hollande. Er gilt als Favorit, auch wenn Aubry in Umfragen zuletzt aufholte. Beide hatten in einer ersten Vorwahlrunde die meisten Stimmen, aber keine absolute Mehrheit erzielt. Zur Abstimmung aufgerufen sind alle linksgerichteten Franzosen.

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Die thailändische Hauptstadt Bangkok ist von der schlimmsten Hochwasser-Katastrophe in dem südostasiatischen Land seit Jahrzehnten bislang weitgehend verschont geblieben. Die Pegel des durch Bangkok fließenden Chao Praya erreichten zwar Rekordstände, die Dämme und Sandsack-Barrieren hielten den Wassermassen aber stand. - Von der durch heftigen Monsun-Regen verursachten Flutkatastrophe ist vor allem der Norden Thailands betroffen. Fast 300 Menschen kamen bislang ums Leben. Das Wirtschaftsleben ist durch Überschwemmungen stark beeinträchtigt.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall heiter und trocken, kaum Wolken, Höchstwerte 11 bis 17 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Montag nach Nebelauflösung wieder meist sonnig, im Nordwesten im Tagesverlauf zunehmend bewölkt. Die Temperaturen steigen erneut auf bis zu 17 Grad.

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