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Nachrichten

16.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Proteste gegen ein in den USA hergestelltes Schmähvideo über den Propheten Mohammed haben auch die westlichen Länder erreicht. In Paris löste die Polizei eine mutmaßlich von Salafisten organisierte nicht genehmigte Demonstration vor der US-Botschaft auf. Nach Rangeleien mit der Polizei wurden etwa 150 Menschen festgenommen. In der belgischen Hafenstadt Antwerpen setzte die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke gegen gewalttätige muslimische Demonstranten ein. Auch aus vielen Städten der arabischen Welt sowie dem australischen Sydney wurden gewaltsame Zusammenstöße gemeldet. Unterdessen verurteilte der Großmufti Saudi-Arabiens die jüngsten Angriffe auf Botschaften und Diplomaten als unislamisch. Auch wenn der Film ein kriminelles Werk sei, dürften dafür nicht Unschuldige bestraft werden, sagte Scheich Abdulasis al-Scheich. Zuvor hatte das Terrornetzwerk Al-Kaida Muslime in aller Welt zu Angriffen auf US-Botschaften aufgerufen.

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Nach den gewaltsamen Angriffen auf ihre Vertretungen in Tunesien und dem Sudan ziehen die USA bis auf eine Notbesetzung ihr Personal aus den Botschaften in Khartum und Tunis ab. Alle Familienangehörigen und das nicht dringend benötigte Personal seien aufgefordert, die Länder zu verlassen, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Zugleich sprach das Ministerium eine Reisewarnung für Tunesien und den Sudan aus. Bei Übergriffen auf die Botschaft in Tunis waren am Samstag vier Menschen getötet worden. Die Mission in der sudanesischen Hauptstadt Khartum war am Freitag von fanatisierten Muslimen angegriffen worden. Den Vorschlag der USA, die Botschaft durch zusätzlich eingeflogene Marineinfanteristen sichern zu lassen, hatte der Sudan abgelehnt. Auslöser der Übergriffe war ein in den USA produzierter Film, in dem der Prophet Mohammed beleidigt wird.

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Die US-Bundespolizei FBI hat in Chicago einen 18-Jährigen wegen eines Anschlagsversuchs festgenommen. Der Verdächtige habe eine Autobombe vor einer Bar in der Innenstadt zünden wollen, teilte die Staatsanwaltschaft in Chicago mit. Der Sprengsatz sei dem aus einem Vorort der Stadt stammendem Adel Daoud von einem Undercover-Agenten des FBI übergeben worden und ungefährlich gewesen. Der Teenager stand bereits seit längerem im Visier der Ermittler. Er hatte im Internet nach Möglichkeiten gesucht, in den heiligen Krieg zu ziehen. Im Kontakt mit den verdeckten Ermittlern hatte er seine Bereitschaft erklärt, einen Anschlag zu verüben. Jetzt muss er sich wegen versuchten Einsatzes von Massenvernichtungswaffen und versuchter Zerstörung eines Gebäudes mit Sprengstoff verantworten.

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Erneut sind vier NATO-Soldaten in Afghanistan getötet worden. Ein Sprecher der internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF teilte mit, die Tat habe sich am Sonntag im Süden des Landes ereignet. Der Angreifer sei ein Mitglied der nationalen Polizei gewesen. Er sei getötet worden. Im Jahr 2012 wurden damit bislang 51 ausländische Soldaten durch Angehörige der afghanischen Sicherheitskräfte getötet. Erst am Samstag hatten Aufständische zwei britische und zwei amerikanische Soldaten getötet. Eines der Angriffsziele war der NATO-Stützpunkt, auf dem seit kurzem der britische Prinz Harry als Hubschrauberpilot stationiert ist.

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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geht im Streit um den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB) auf Distanz zu Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Es gebe eine Debatte innerhalb der EZB, die er mit Respekt zur Kenntnis nehme, sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er sei sich aber nicht sicher, ob es zur Stärkung des Vertrauens in die Notenbank beitrage, wenn diese Debatte halböffentlich geführt werde. Weidmann hatte wiederholt den Beschluss der EZB kritisiert, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Krisenstaaten aufzukaufen. Dies kommt seiner Ansicht nach einer monetären Staatsfinanzierung nahe, die der EZB aber verboten ist. Schäuble bekräftigte dagegen seine Unterstützung für den EZB-Beschluss und verwies auf die strikten Auflagen für die Schuldenstaaten.

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