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Nachrichten

16.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Finanzminister der Eurostaaten sind in Breslau mit ihrem US-Kollegen Timothy Geithner zusammengetroffen, um über die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten zu debattieren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, es gebe hier eine gemeinsame Verantwortung. Sowohl die Europäer als auch die USA hätten große Probleme mit ihren riesigen Schuldenbergen. Auf beiden Seiten des Atlantiks müssten die Probleme gelöst werden, um mehr Stabilität in die Finanzmärkte zu bekommen. Geithner hatte im Vorfeld gefordert, Europa müsse mehr tun im Kampf gegen die Schuldenkrise, zum Beispiel die europäischen Banken stützen. Die 17 Euro-Minister beraten auch über Auswege aus dem griechischen Schuldendebakel.

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Die jüngsten Turbulenzen auf den Märkten belegen nach den Worten des Präsidenten der Euopäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, die Notwendigkeit weiterer Reformen des globalen Finanzsystems. Die schwierige Lage zeige, dass die Märkte noch nicht zurück im Normalbetrieb seien, sagte Trichet bei einem Besuch in Polen. Zuvor hatten die führenden Zentralbanken angekündigt, sie würden den Geschäftsbanken in Europa in großem Umfang Dollar-Kredite zur Verfügung stellen, um möglichen Engpässen auf dem Geldmarkt zu begegnen. An der Aktion wollen sich neben der EZB die Notenbanken der USA, Japans, Großbritanniens und der Schweiz beteiligen. In den vergangenen Tagen hatte es Gerüchte gegeben, einzelne Banken hätten Probleme mit der Geldversorgung.

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Die sogenannten Euro-Rebellen in der FDP haben nach eigenen Angaben bereits 1800 Unterschriften für einen Mitgliederentscheid über den geplanten dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM gesammelt. Der FDP-Bundestagsabgeordnete und Euro-Skeptiker Frank Schäffler erklärte, bis Ende September werde man die notwendige Zahl von 3300 Unterschriften zusammen haben. Der Mitgliederentscheid könnte dann im November stattfinden. Sollte eine solche Abstimmung für die Euro-Rebellen erfolgreich verlaufen, könnte dies zum Bruch der Koalition in Berlin führen. Der Rettungsschirm war im März von Bundeskanzlerin Angela Merkel und den anderen EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen worden. Er soll 2013 einsatzfähig sein.

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Nach zehn Jahren rechtsliberaler Führung haben die Dänen für einen Richtungswechsel gestimmt. Ein Mitte-Links-Bündnis um die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Helle Thorning-Schmidt kommt auf 89 Sitze im Parlament in Kopenhagen. Die bisherige liberal-konservative Regierungskoalition von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat nur noch 86 Mandate im Folketing. Auch die Rechtspopulisten müssen Verluste hinnehmen. Auf deren Unterstützung war die Regierung bisher angewiesen. Rasmussen gestand noch in der Nacht seine Niederlage ein. Thorning-Schmidt dürfte damit die erste Frau an der Spitze einer dänischen Regierung werden. Nach Ansicht von Wahlbeobachtern spiegelt das Ergebnis die Unzufriedenheit vieler Dänen mit der Wirtschaftsentwicklung wieder.

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In Libyen sind Einheiten der Übergangsregierung in die Küstenstadt Sirte vorgedrungen. Sie durchbrachen Verteidigungslinien von Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi. In der Geburtsstadt des langjährigen Diktators trafen sie auf heftigen Widerstand. Nach den Worten eines NATO-Generals ist der Militärapparat Gaddafis noch zu 15 Prozent einsatzfähig. Seine Kämpfer konzentrierten sich vor allem auf ein Gebiet, das von der Hauptstadt Tripolis weiter südlich bis nach Sebha und in Richtung Osten bis nach Sirte reiche. Der General erklärte, der Einsatz unbemannter Drohnen der NATO werde entscheidend sein für den Sieg über Gaddafi. Als erste ausländische Staats- und Regierungschefs seit dem Sturz Gaddafis hatten Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron am Donnerstag Libyen besucht. In der Hauptstadt Tripolis und in der einstigen Rebellenhochburg Bengasi versprachen sie dem Land und der neuen Führung Hilfe beim Wiederaufbau und riefen zur Versöhnung auf.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden ein Mix aus Sonne und Wolken. In der Mitte und im Süden längere Zeit Sonnenschein. Am Abend westlich des Rheins etwas Regen. Tagestemperaturen zwischen 20 Grad Celsius im Norden und 28 Grad im Südwesten. Die weiteren Aussichten: Am Samstag im Osten noch längere Zeit trocken. Sonst dichte Wolken und von Südwesten her Schauer und Gewitter. Temperaturen 18 bis 23 Grad.

 

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