1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

16.08.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Vor dem Euro-Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Paris hält der Streit um Eurobonds in Deutschland unvermindert an. Die Deutsche Bank bezeichnete gemeinsame Anleihen der Euro-Staaten als mögliche "Giftpille" für die Währungsunion, auch die FDP blieb bei ihrem kategorischen Nein. Dagegen erklärte sich die SPD weiter bereit, die Einführung unter bestimmten Bedingungen zuzulassen. Auch innerhalb der CDU mehren sich Stimmen, die Eurobonds nicht mehr ganz auszuschliessen. Am Montag hatte Merkel durch ihren Sprecher mitteilen lassen, die Regierung sehe solche Eurobonds nicht als geeignetes Mittel. Offiziell wird bei dem deutsch-französischen Gipfeltreffen in Paris über dieses Thema nicht gesprochen. - Eurobonds könnten den hochverschuldeten Staaten Entlastung bei der Aufnahme von Krediten verschaffen. Während Länder wie Griechenland oder Italien künftig geringere Zinsen für ihre Schulden zahlen würden, müsste Deutschland höhere Kosten in Kauf nehmen.

***

Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal 2011 merklich an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni im Vergleich zum Vorquartal lediglich um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Zugleich korrigierten die Statistiker das Ergebnis für das erste Vierteljahr 2011 leicht nach unten von 1,5 Prozent auf nun 1,3 Prozent. Als Gründe für die nachlassende Dynamik gelten die Staatsschuldenkrise im Euroraum und die schwächelnde US-Konjunktur.

***

US-Präsident Barack Obama hat auf seiner Wahlkampftour durch den Mittleren Westen ein Programm zur Förderung der schwachen Konjunktur angekündigt. Obama sagte in Iowa, er werde dem Kongress im September einen spezifischen Plan vorlegen, "um das Wirtschaftswachstum zu stärken, Arbeitsplätze zu schaffen und das Defizit unter Kontrolle zu bekommen". Der Demokrat tritt 2012 zur Wiederwahl an. Zuletzt hatten sich mehrere Politiker der Republikaner als mögliche Kandidaten in Stellung gebracht. Obama griff dankbar den Ball auf, den ihm der US-Milliardär Warren Buffett mit seiner Forderung nach Steuererhöhungen für die Superreichen zugespielt hat. Buffet hatte in der "New York Times" eingeräumt, er zahle prozentual deutlich weniger Steuern als seine 20 Mitarbeiter. Er und seine Freunde seien lange genug von einem Milliardärs-freundlichen Kongress verhätschelt worden, sagte der 80-Jährige. Es sei Zeit, dass die Regierung mit der Verteilung der Steuerbelastung Ernst mache.

***

Die Niederlande haben auf Bitten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 100 Millionen Euro aus eingefrorenen libyschen Geldern für humanitäre Zwecke freigegeben. Damit sollen Medikamente für die Bevölkerung in Libyen finanziert werden. Es handelt sich vor allem um Mittel zur Behandlung von Diabetes und Herzerkrankungen. Außenminister Uri Rosenthal sagte, die Niederlande seien das erste Land, das auf diese Weise das angeschlagene Gesundheitswesen Libyens finanziell unterstütze. Die Niederlande haben insgesamt drei Milliarden Euro aus Libyen gesperrt. - Die libysche Armee feuerte nach US-Angaben im Kampf gegen die Rebellen erstmals eine veraltete Scud-Rakete ab. Das Geschoss aus sowjetischer Produktion sei östlich von Brega in der Wüste eingeschlagen, erklärte das Verteidigungsministerium. Es sei niemand verletzt worden. Die Scud-Raketen gelten als unpräzise und unzuverlässig.

***

Aufgrund der Angriffe der syrischen Armee auf die Hafenstadt Latakia sind Tausende Palästinenser aus einem nahegelegenen Flüchtlingslager geflohen. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge teilte mit, 5000 bis 10.000 Bewohner des Lagers Al-Raml hätten die Flucht ergriffen. Es sei nicht bekannt, wo diese Menschen abgeblieben seien, sagte der Sprecher der Organisation, Christopher Gunness. Einige der Flüchtlinge seien nach bestätigten Angaben ums Leben gekommen. Die palästinensische Regierung bat die syrische Regierung darum, die Flüchtlinge zu verschonen. - Die syrische Armee beschoss Augenzeugen zufolge den dritten Tag in Folge Wohngebiete in Latakia. Am Sonntag soll es auch Angriffe von Marinebooten auf die Hafenstadt gegeben haben.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ein Wechsel von sonnigen und wolkigen Abschnitten, dabei fast überall trocken. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 19 Grad an der Nordsee und bis zu 26 Grad am Oberrhein. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch verbreitet sonnig. Im Norden und Nordwesten zeitweise wolkig, dabei einzelne Schauer. Die Maximaltemperaturen erreichen Werte zwischen 19 und 30 Grad.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema