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Nachrichten

16.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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In Ägypten findet an diesem Wochenende die Stichwahl um das Amt des Präsidenten statt. Zur Wahl stehen der Kandidat der islamistischen Muslimbruderschaft, Mohammed Mursi, und der letzte von Diktator Husni Mubarak vor seinem Sturz eingesetzte Regierungschef, Ahmed Schafik. Beide hatten in der ersten Wahlrunde die notwendige absolute Mehrheit verfehlt. Landesweit öffneten um acht Uhr Ortszeit die Wahllokale. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief die Ägypter zu einer friedlichen Abstimmung auf. Das Verfassungsgericht hatte am Donnerstag überraschend das erst vor vier Monaten gewählte Parlament aufgelöst. Damit ist fraglich, ob der herrschende Militärrat die Macht wie geplant Ende Juni an eine zivile Regierung abtritt. Viele Ägypter sprechen nach dem Gerichtsentscheid von einem Militärputsch.

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In Syrien haben die von den Vereinten Nationen entsandten Beobachter vor einer Eskalation des Bürgerkriegs gewarnt. In den vergangenen zehn Tagen habe die Gewalt sowohl auf Seiten des Assad-Regimes als auch der Aufständischen zugenommen, erklärte der Chef der Beobachtermission, Robert Mood. Beide Seiten seien inzwischen nur noch an ihrem militärischen Vorankommen und nicht mehr an einer politischen Lösung des Konflikts interessiert. Dies mache auch die Situation seiner Leute immer gefährlicher, sagte Mood. Menschenrechtsaktivisten warfen den UN-Beobachtern vor, sich nicht ausreichend für die Umsetzung des Friedensplans des internationalen Syrien-Sondergesandten Kofi Annan zu engagieren. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London forderte die Mitglieder der Mission auf zu handeln oder wieder nach Hause zu fahren.

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Vor der Parlamentswahl in Griechenland hat der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, für den Verbleib des Landes in der Eurozone geworben. Bei seinem letzten Wahlkampf-Auftritt sagte er, die Griechen müssten sich am kommenden Sonntag zwischen dem Euro und der Drachme entscheiden. Zugleich warnte er vor einer Abkehr von dem mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparkurs. Jüngsten Umfragen zufolge wird bei der Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Konservativen und dem Linksbündnis Syriza erwartet. Dessen Vorsitzender, Alexis Tsipras, will die Sparmaßnahmen nach einem Wahlsieg kippen. Weil Griechenland dann keine Finanzhilfen mehr bekommen würde, müsste es aller Voraussicht nach die Eurozone verlassen. Die übrigen Euro-Länder und die EU bereiten sich Berichten zufolge hinter den Kulissen auf einen solchen Fall vor.

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Mitten im US-Wahlkampf hat Präsident Barack Obama eine Lockerung in der Einwanderungspolitik verfügt. Danach werden illegale Immigranten, die als Kinder oder Jugendliche in die USA gekommen sind, ab sofort nicht mehr abgeschoben. Im Rosengarten des Weißen Hauses sagte Obama, es habe keinen Sinn, talentierte junge Leute auszuweisen, die im Grunde genommen Amerikaner seien. Von der Neuregelung betroffen sind schätzungsweise rund 800.000 Menschen. Die Maßnahme ist auf zwei Jahre befristet. Von dem Abschiebestopp sollen nur Migranten profitieren, die bislang nicht straffällig geworden sind. Beobachter vermuten, dass der Schritt vor allem auf die Latino-Bevölkerung in den USA abzielt, eine wichtige Wählergruppe der Demokraten.

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Erstmals seit der Atomkatastrophe von Fukushima werden in Japan wieder Atomreaktoren hochgefahren. Die Regierung in Tokio habe die Wiederaufnahme des Betriebs von zwei Reaktorblöcken des Kernkraftwerks Oi in der Zentralprovinz Fuki angeordnet, berichteten japanische Medien. Nach dem Atomunglück im März 2011 waren nach und nach sämtliche 50 Reaktoren im Land zu Wartungszwecken oder für Sicherheitsprüfungen stillgelegt worden. Bis dahin bezog Japan etwa ein Drittel seines Stroms aus der Atomkraft. Japan befürchtet jetzt Energieengpässe.

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