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Nachrichten

16.06.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Der Ministerpräsident des hoch verschuldeten Griechenlands, Giorgos Papandreou, hat unter dem Druck von Massenprotesten gegen seinen Sparkurs für diesen Donnerstag eine Umbildung seines Kabinetts angekündigt. Am Sonntag wolle er im Parlament die Vertrauensfrage stellen, sagte der sozialistische Politiker im Fernsehen. Nach Berichten griechischer Medien waren zuvor Gespräche Papandreous mit der konservativen Opposition über die Bildung einer Großen Koalition gescheitert. Die Konservativen hätten gefordert, über das mit EU und Internationalem Währungsfonds, IWF, vereinbarte Sparprogramm neu zu verhandeln. Dies habe Papandreou abgelehnt. - Am Mittwoch hatte ein Generalstreik gegen die Sparpolitik das öffentliche Leben in Griechenland teilweise lahmgelegt. Zehntausende Menschen gingen auf die Straße. In Athen kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. - Die Staaten der Euro-Zone diskutieren derzeit über ein zweites Hilfspaket für Griechenland. 2010 hatten EU und IWF bereits 110 Milliarden Euro bereitgestellt.

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Die Sicherheitslage im Norden Afghanistans ist nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung offenbar deutlich dramatischer als bislang nach außen dargestellt. Das gehe aus als geheim eingestuften internen Bewertungen der Bundeswehr hervor, schreibt das Blatt. So seien die Taliban in der Provinz Baghlan unverändert "im Raum vorhanden". Eine Zunahme von Anschlägen auf deutsche Soldaten werde als wahrscheinlich bewertet. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte nach dem tödlichen Anschlag auf einen Schützenpanzer der Bundeswehr am 2. Juni gesagt, die Taliban hätten so sehr an Boden verloren, dass sie nur noch auf besonders perfide Mittel zurückgreifen müssten. Die Experten der Bundeswehr sprächen dagegen von einem bewussten Strategiewechsel der Taliban. - Ermittler der Internationalen Schutztruppe ISAF gehen nach Informationen von "Bild.de" davon aus, dass der pakistanische Geheimdienst NDS von den Anschlagplänen wusste, die Deutschen aber nicht warnte.

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Die syrischen Streitkräfte haben ihre Offensive gegen die Hochburgen der Protestbewegung erneut ausgeweitet. Im Norden des Landes steht die Armee nach Berichten von Bewohnern unmittelbar vor der Einnahme der Stadt Maarat al-Noaman. Viele der rund 100.000 Einwohner seien auf der Flucht. Gleichzeitig suchten Soldaten in Dörfern der Provinz Idlib nach Regimegegnern. Zu der Provinz gehören Maarat al-Noaman und die bereits von der Armee eingenommene Stadt Dschisr al-Schogur. Auch im syrischen Grenzgebiet zum Irak habe es Panzervorstöße auf zwei Städte gegeben, hieß es in Berichten Oppositioneller weiter. Neue Demonstrationen gegen die autoritäre Herrschaft von Präsident Baschar al-Assad habe es in Hama und im Umland von Damaskus gegeben. - In der Hauptstadt selbst demonstrierten zehntausende Assad-Anhänger. Seit Beginn der Proteste gegen das Regime im März sind nach UN-Schätzungen etwa 1100 Menschen getötet worden.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich sehr besorgt über die anhaltende Gewalt in Syrien geäußert. Regierungssprecher Steffen Seibert teilte in Berlin mit, Merkel habe die Lage in dem arabischen Land in einem Telefongespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan erörtert. Beide Politiker seien sich einig gewesen, dass die Verantwortlichen in Syrien die Gewaltanwendung stoppen müssten. Erdogan kam in Ankara auch mit einem Sondergesandten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zusammmen. In dem Gespräch verlangte Erdogan nach türkischen Berichten die Unterdrückung der Protestbewegung zu beenden. - An der Grenze zu Syrien richtete die Türkei zwei weitere Aufnahmelager für Flüchtlinge aus dem Nachbarland ein. Bislang sind rund 8500 Syrer vor der Gewalt in die Türkei geflohen.

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Die Afrikanische Union - AU - hat eine Kampfpause in Libyen aus humanitären Gründen gefordert. Der mauretanische Außenminister und Leiter des AU-Ausschusses zur Lage in Libyen, Hamady Ould Hamady, sagte vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, die Zivilbevölkerung sei unbeschreiblichem Leid ausgesetzt. Zudem drohe der Libyen-Konflikt die Stabilität der ganzen Region zu gefährden. Hamady trat dafür ein, nach einem Waffenstillstand in Libyen demokratische Reformen einzuleiten. - Der britische UN-Botschafter Mark Lyall Grant erklärte, bevor Machthaber Muammar al-Gaddafi nicht zurücktrete, könne es keine Feuerpause geben.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen her Wolken und Regen oder Gewitter. Im Osten und Südosten sonnige Abschnitte, später auch hier Schauer. Höchstwerte von Nordwest nach Südost 19 bis 28 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Freitag im Norden und Südosten weiterer Regen. Sonst ein Mix aus Sonne und Wolken. 16 bis 24 Grad.

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