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Nachrichten

16.05.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 07:55

Nachrichten von Freitag, 16. Mai 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Nach der Bergwerks-Katastrophe im westtürkischen Soma werden weitere Einzelheiten zur Missachtung der Sicherheitsbestimmungen bekannt. Die Nachrichtenagentur Dogan berichtet, in der Zeche habe es für 6500 Kumpel nur einen fünf Quadratmeter großen Schutzraum gegeben. Rettungskräfte schilderten, 14 Bergleute hätten in diesem Schutzraum nach der Explosion Zuflucht gesucht. Sie hättten sich an den Masken abgewechselt, bis der Sauerstoff aufgebraucht gewesen sei. Dann seien sie erstickt. In der Hauptstadt Ankara, in Istanbul und im westtürkischen Izmir demonstrierten auch am Donnerstag zehntausende aufgebrachte Menschen gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Die Polizei ging wieder mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die Menge vor. In Soma werden noch immer mindestens 90 Kumpel vermisst, Bergungsteams arbeiten pausenlos weiter. Die Zahl der Todesopfer wurde offiziell mit 282 angegeben.

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Indiens größte Oppositionspartei BJP ist mit ihrem Premierministerkandidaten Narendra Modi auf dem Weg zu einem klaren Wahlsieg. Erste offizielle Ergebnisse zeigen, dass die hindu-nationalistische BJP in 257 von 490 teilweise ausgezählten Wahlkreisen vorne liegt. Die Partei schickt sich sogar an, mit ihren Bündnispartnern die Marke von 272 Mandaten zu knacken. Damit hätte die Koalition bei der größten demokratischen Abstimmung der Welt eine absolute Mehrheit im Unterhaus in Neu Delhi. Die bislang regierende Kongresspartei hingegen führt nur in 45 Wahlkreisen, ein Sprecher räumte die Niederlage bereits offiziell ein. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen hatte ihre Stimme mit Hilfe von elektronischen Wahlmaschinen abgegeben. Die Wahlbeteiligung lag mit 66 Prozent so hoch wie nie zuvor in Indien. Insgesamt hatte sich die Abstimmung über fünf Wochen hingezogen.

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Ungeachtet heftiger Proteste in Vietnam will China an umstrittenen Ölbohrungen in einem von beiden Ländern beanspruchten Seegebiet im Südchinesischen Meer festhalten. Der Generalstabschef der Armee, Fang Fenghui, erklärte in Washington, China werde "die Sicherheit der Ölplattform gewährleisten" und dafür sorgen, dass der Betrieb dort weiterlaufen könne. China könne nicht akzeptieren, dass Vietnam Schiffe in die Gegend geschickt habe, um die Ölbohrungen zu stoppen. Die Plattform befinde sich in chinesischen Hoheitsgewässern, stellte der General nach einem Treffen mit US-Generalstabschef Martin Dempsey klar. Vietnam wird wegen der Ölbohrungen derzeit von den schwersten anti-chinesischen Unruhen seit Jahrzehnten erschüttert. Mehr als ein Dutzend Fabriken wurden bereits in Brand gesetzt, in großen Städten fanden Massendemonstrationen statt. Am Donnerstag wurden bei Protesten in einer taiwanischen Stahlhütte im Industriekomplex Formosa in der Zentralprovinz Ha Tinh ein Chinese getötet und fast 150 weitere Menschen verletzt.

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Nach dem ergebnislosen Auftakt der ukrainischen Friedensverhandlungen sollen die nächsten Gespräche im Osten des Landes abgehalten werden. In den kommenden Tagen sei ein Treffen in Donezk oder Charkow geplant, kündigte der frühere Präsident Leonid Krawtschuk in Kiew an. Als möglichen Termin nannte er den Samstag. Am Mittwoch war das erste Treffen des Runden Tisches zur Krisenbewältigung vertagt worden. Krawtschuk war einer der Moderatoren der Gespräche. Die Separatisten waren nicht eingeladen gewesen. Die Spitzenkandidaten der Parteien für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten sprachen sich derweil mehrheitlich für einen harten Kurs gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin aus. Der Kandidat der Liberalen, Guy Verhofstadt, plädierte bei einer Debatte im Brüsseler Europaparlament für "persönliche Sanktionen gegen die Leute um Putin". Ähnlich äußerten sich für die Sozialdemokraten Parlamentspräsident Martin Schulz und der konservative Kandidat Jean-Claude Juncker. Die Grüne Franziska Keller forderte die EU-Staaten auf, Waffenlieferungen nach Russland zu stoppen.

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Vier Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist es im Gastgeberland Brasilien abermals zu Protesten und gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Allein in São Paulo gingen nach Behördenangaben 6000 Menschen auf die Straße. Maskierte Randalierer demolierten Geschäfte und Banken und zündeten Müll und Reifen auf der Straße an. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. In São Paulo findet am 12. Juni das Eröffnungsspiel des Gastgebers gegen Kroatien statt. Demonstrationen wurden auch aus der Hauptstadt Brasília sowie aus Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Porto Alegre und Manaus gemeldet. Sie blieben jedoch weitgehend friedlich. Seit Mitte vergangenen Jahres prangert die Bevölkerung immer wieder die "Verschwendung von Milliarden Dollar" für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele an. Notwendige Ausgaben für Bildung, Gesundheit und die Infrastruktur würden so vernachlässigt.

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