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Nachrichten

16.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Knapp neun Monate nach den Anschlägen von Oslo und Utöya beginnt an diesem Montag der Prozess gegen den norwegischen Attentäter Anders Behring Breivik. In dem auf zehn Wochen angesetzten Verfahren in der norwegischen Hauptstadt wird es vor allem darum gehen, ob der 33-Jährige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war. In diesem Fall könnte er wegen "Terrorakten" zu der in Norwegen geltenden Höchststrafe von 21 Jahren verurteilt werden. Das Gericht will rund 150 Zeugen hören. Als Nebenkläger treten rund 770 Überlebende und Hinterbliebene auf. Breivik hat gestanden, am 22. Juli 2011 insgesamt 77 Menschen getötet zu haben. Er hält sich aber im juristischen Sinn nicht für schuldig, sondern gibt an, er habe Norwegen vor einer Islamisierung schützen wollen.

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Nach den jüngsten Angriffen in Afghanistan unter anderem auf die deutsche Botschaft in Kabul haben Verteidigungsexperten von Grünen und FDP erneut Verhandlungen des Westens mit den Taliban gefordert. Man müsse mit allen Taliban-Gruppierungen reden, die verhandeln wollen, sagte der Grünen-Verteidigungspolitiker Omid Nouripour. Die verteidigungspolitische Sprecherin der FDP, Elke Hoff, äußerte sich ähnlich, gab aber zu bedenken, dass die Taliban keine einheitliche Bewegung darstellten. - Die Taliban hatten am Sonntag eine Angriffswelle auf internationale Einrichtungen in Afghanistan gestartet. In einer koordinierten Aktion nahmen sie neben dem Parlament auch Botschaften und Militärstützpunkte in Kabul und drei Provinzen ins Visier. Die deutsche Botschaft in Kabul wurde beschädigt. Die Gefechte mit Sicherheitskräften endeten erst Montagfrüh. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul wurden mehr als 30 Angreifer, acht Polizisten und drei afghanische Soldaten getötet.

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In Osttimor hat die Bevölkerung in einer Stichwahl den künftigen Präsidenten bestimmt. Um das höchste Staatsamt, das weitgehend repräsentative Aufgaben vorsieht, bewarben sich Oppositionsführer Francisco Guterres von der linksgerichteten Fretilin-Partei und der ehemalige Armeechef Taur Matan Ruak. Der bisherige Präsident, Friedensnobelpreisträger José Ramos-Horta, hatte in der ersten Abstimmungsrunde im März nur Platz drei erreicht, er schied damit aus. Osttimor ist seit zehn Jahren von Indonesien unabhängig. Zum Jahresende sollen die seit 1999 stationierten UN-Soldaten abziehen, die nach der Unabhängigkeit für die Festigung der Stabilität sorgten.

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Einen Tag nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats zur Entsendung einer Beobachtermission nach Syrien sind die ersten Mitglieder des Vorausteams eingetroffen. Die Beobachter seien in Damaskus und würden am Montagmorgen mit der Überwachung der Waffenruhe und des Truppenabzugs beginnen, sagte ein UN-Sprecher. Das Vorausteam aus zunächst 30 Beobachtern soll später auf 250 Mitarbeiter aufgestockt werden. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Entsendung der Beobachter am Samstag gebilligt, nachdem auch Russland zugestimmt hatte. Die Resolution verpflichtet Syrien, den Beobachtern Bewegungsfreiheit zu geben. Am Sonntag erwies sich die seit Donnerstag geltende Waffenruhe erneut als brüchig. Die Armee griff die Rebellenhochburg Homs an und lieferte sich Gefechte mit Deserteuren in Aleppo. Nach Angaben der Opposition wurden am Wochenende mindestens 18 Menschen getötet.

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Nach dem Putsch in Guinea-Bissau hat das Militärregime die Luft- und Seegrenzen geschlossen. In einer Erklärung machten die neuen Machthaber keine Angaben zur Dauer der Maßnahmen. Das Militär werde die territoriale Integrität des Landes verteidigen, sagte ein Sprecher der Putschisten. Portugal hatte zuvor angekündigt, zwei Marineschiffe und ein Militärflugzeug seien auf dem Weg in seine frühere Kolonie, um im Ernstfall portugiesische Bürger außer Landes zu bringen. In dem westafrikanischen Staat leben mindestens 4000 Portugiesen. In Guinea-Bissau hatten Soldaten am Donnerstag geputscht. Regierungschef Carlos Gomes Junior und Interimspräsident Raimundo Pereira wurden festgenommen.

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Eine geplante Änderung der Geschäftsordnung des Bundestags mit einer Regelung des Rederechts von Abgeordneten hat einen Proteststurm quer durch die Fraktionen ausgelöst. Die Kritiker sprachen von einem "Maulkorb" für Abweichler in den Fraktionen. Die Urheber der Pläne hielten dagegen, die Rechte solcher Abgeordneten gegenüber ihren Fraktionen würden sogar gestärkt. Gestritten wird über einen Gesetzentwurf, den die "Süddeutsche Zeitung" publik gemacht hat. Demnach sollen künftig nur Parlamentarier im Plenum das Wort erhalten, die von den Fraktionen dazu bestimmt wurden. Andere Abgeordnete dürfte der Bundestagspräsident dann nur noch ausnahmsweise und maximal drei Minuten lang reden lassen. Hintergrund ist, dass Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) in den Debatten über die Euro-Rettung "Abweichlern" aus den Reihen von CDU und FDP das Wort erteilt hatte, obwohl ihre Fraktionen sie nicht als Redner nominiert hatten.

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