1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

16.03.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TOKIO: Die Lage im japanischen Atomkomplex Fukushima I eskaliert. Trotz aller Anstrengungen gelingt es den Arbeitern nicht, die Reaktoren ausreichend zu kühlen, um eine Kernschmelze und damit den Super-Gau zu verhindern. Immer wieder brechen Brände aus. Die Strahlenbelastung erreichte zeitweise einen Höchstwert von 1000 Millisievert pro Stunde, eine Belastung die zu schweren gesundheitlichen Schäden führen kann. Im Reaktorblock drei ist möglicherweise die innere Sicherheitshülle beschädigt. Dennoch gibt es nach den Worten von Regierungssprecher Edano derzeit keine Pläne, die Evakuierungszone von 20 Kilometern rund um die Anlage auszuweiten. Der japanische Kaiser Akihito zeigte sich in einer seiner seltenen Fernsehansprachen zutiefst besorgt und rief sein Volk zum Durchhalten auf.

ANKARA: Die Türkei hält ungeachtet der Katastrophe in Japan an den Plänen zum Bau zweier Atomkraftwerke fest. Wer jedes Risiko ausschließen wolle, müsse auch auf den Betrieb von Gasflaschen in der Küche verzichten, sagte Ministerpräsident Erdogan vor seinem Abflug nach Russland. Dort will er unter anderem über den Bau eines der Kernkraftwerke reden. Das russische Unternehmen Akkuyu hatte sich als einziges um den Bau in einem erdbebengefährdeten Gebiet beworben. Über den Bau des zweiten AKW verhandelt Ankara mit einem japanischen Anbieter. Die Türkei gehört zu den Ländern mit einer stark erhöhten Gefahr schwerer Erdbeben. Sie steuert auf eine Energiekrise zu, weil sie es trotz eines starken Wirtschaftswachstums versäumt hat, genügend Kraftwerkskapazität zu schaffen.

BERLIN: Abgeordnete von CDU und SPD äußern Zweifel, ob die beschlossene Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke in Deutschland rechtmäßig ist. Beklagt wird insbesondere, dass die Entscheidung von Regierung und Ländern ohne Mitwirkung des Bundestags fiel. Bundestagspräsident Lammert kündigte eine juristische Prüfung an. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Oppermann warf Kanzlerin Merkel eine "wiederholte Missachtung" des Parlaments vor. Die von Schwarz-Gelb durchgedrückte Laufzeitverlängerung müsse per Gesetz rückgängig gemacht werden, sagte Oppermann.

BERLIN: Angesichts des starken wirtschaftlichen Aufschwungs will der deutsche Finanzminister Schäuble (CDU) weniger Schulden machen als bisher angenommen. Das schwarz-gelbe Bundeskabinett verabschiedete jetzt die Eckwerte des Haushalts 2012 mit einer Neuverschuldung von noch 31,5 Milliarden Euro. Im alten Finanzplan waren noch 40,1 Milliarden Euro eingerechnet. Bis 2015 soll die Nettokreditaufnahme auf 13,3 Milliarden Euro gedrückt werden.

LISSABON: Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Portugals um zwei Stufen gesenkt und eine weitere Rückstufung nicht ausgeschlossen. Das hoch verschuldete Land werde nun mit der Note A3 geführt, teilte Moody's mit. Die Regierung in Lissabon hatte erst am Freitag mit einer Verschärfung ihres Sparkurses um das Vertrauen der Finanzmärkte geworben. Diese gehen jedoch zunehmend davon aus, dass Portugal letztendlich ebenso wie Griechenland Finanzhilfen aus dem Euro-Rettungsschirm benötigen wird.

MANAMA: Einen Tag nach der Verhängung des Ausnahmezustands im Golfstaat Bahrain sind Soldaten und Sicherheitskräfte mit Gewalt gegen Regierungsgegner vorgegangen. Kurz nach Tagesanbruch rückten sie mit gepanzerten Fahrzeugen auf dem zentralen Perlenplatz in der Hauptstadt Manama vor und setzten Tränengas gegen Demonstranten ein, die dort seit Wochen campieren. Laut Augenzeugen wurden mindestens zwei Menschen getötet. Unklar ist, ob der Perlenplatz endgültig geräumt wurde. Zu Wochenbeginn hatten mehrere Staaten des Golfkooperationsrats Truppen zur Unterstützung des sunnitischen Herrscherhauses entsandt.

ZUM FUSSBALL: Bayern München muss sich aus der Champions League verabschieden. Im Achtelfinale verloren die Münchener auf eigenem Platz gegen Inter Mailand mit 2:3 und scheiterten damit trotz ihres 1:0-Erfolgs im Hinspiel. Der FC Schalke 04 hat sich erwartungsgemäß von Trainer Magath getrennt. Das gab soeben der Aufsichtsrat nach einer Krisensitzung bekannt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Westen zunächst vielfach freundlich. Sonst meist bewölkt und regnerisch. Maximal drei bis 18 Grad. Im Tagesverlauf von Osten her und am Alpenrand örtlich Schauer.

Die Redaktion empfiehlt