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Krieg in der Unterwelt

16 Mitglieder von Drogenkartell in Mexiko erschossen

Nach der Auslieferung des Drogenbosses "El Chapo" in die USA tobt ein blutiger Machtkampf zwischen den Verbrechersyndikaten. Mexikos Militär greift ein.

Mexiko Polizeieinsatz - Juan Francisco Patrón Sánchez (picture-alliance/AP Photo/C. Arias)

Großeinsatz gegen Drogenkartell Beltran Leyva im mexikanischen Tepic

Ein berüchtigter Führer des Drogenkartells Beltran Leyva und 15 seiner Komplizen seien bei den Schießereien mit Marineinfanteristen im Westen Mexikos getötet worden, verkündete die Bundespolizeibehörde. Man habe den regionalen "Capo" des Verbrechersyndikats, Juan Francisco Patrón Sánchez, alias "H2", als eines der Opfer eindeutig identifiziert, teilte die Marine mit. Er soll die Geschäfte der Gruppe im Bundesstaat Nayarit und im Süden von Jalisco geführt haben.

Nach Angaben der Marine verbarrikadierten sich die Bandenmitglieder in einem Vorort der Stadt Tepic und lieferten sich Feuergefechte mit den Sicherheitskräften. Auf einem Video war zu sehen, wie Marineinfanteristen aus einem Hubschrauber heraus mit einem Maschinengewehr auf die Verdächtigen schossen. Auch nahe dem Flughafen von Tepic sei es zu Schießereien gekommen sein, berichtete der Gouverneur von Nayarit, Roberto Sandoval Castañeda. Das amerikanischen Konsulat in Guadalajara sprach eine Reisewarnung für die Region aus.

Mexiko Polizeieinsatz - Juan Francisco Patrón Sánchez (Reuters/H. Cervantes)

Mexiko mobilisiert Polizei und Militär gegen die Drogensyndikate im Bundesstaat Nayarit

Laut einem Bericht der Zeitung "Milenio" soll "H2" hinter einem Angriff auf eine Patrouille der Streitkräfte im vergangenen Jahr im Bundesstaat Sinaloa stecken. Dabei wurden fünf Soldaten getötet und zehn weitere verletzt. Das Verbrechersyndikat Beltran Leyva hatte sich einst von dem Sinaloa-Kartell abgespalten, dessen Chef Joaquín "El Chapo" Guzmán jüngst an die USA ausgeliefert wurde. Die Bande ist in Drogenhandel, Erpressungen und Entführungen verwickelt. Die Gruppe kämpft anscheinend mit dem Sinaloa-Kartell um Einflusszonen und Geschäftsanteile. 

Mexiko | Joaquin El Chapo Guzman (picture-alliance/dpa/Prensa Internacional via ZUMA Wire)

Geschnappt und in die USA ausgeliefert: Drogenboss Joaquin "El Chapo" Guzman

Gemetzel unter "El Chapos" Erben  

Seit der Festnahme und Auslieferung von "El Chapo" rumort es in der mexikanischen Unterwelt. Der mächtige Drogenboss hat ein Machtvakuum hinterlassen. Seit Jahresbeginn seien in den internen Verteilungskämpfen zwischen den verschiedenen Fraktionen des Sinaloa-Kartells rund 140 Menschen umgekommen, berichtete die Zeitung "La Jornada" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Demnach kämpft eine Gruppe um Guzmáns Söhne gegen die Fraktion von Guzmáns Vertrautem Dámaso López Núñez alias "El Licenciado". Ismael "El Mayo" Zambada, Guzmáns Kompagnon an der Spitze des Sinaloa-Kartells, soll versucht haben, zwischen den Fraktionen zu vermitteln - offenbar vergeblich.

Auch in Acapulco floss Blut 

Vor einigen Tagen schrieben Guzmáns Söhne Jesús Alfredo und Iván Archivaldo Guzmán in einem Brief, sie seien von Dámaso López und dessen Sohn in einen Hinterhalt gelockt und angegriffen worden. Die vermeintliche Schwäche des Sinaloa-Kartells weckt Begehrlichkeiten bei der Konkurrenz. Das Verbrechersyndikat Beltran Leyva und das Drogenkartell Jalisco Nueva Generación versuchen, Boden gut zu machen. Vor allem in Sinaloa und im Badeort Acapulco kam es zuletzt zu heftigen Revierkämpfen und mehreren Todesopfern. 

SC/jj (dpa, APE)

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