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Wirtschaft

1,6 Millionen Frauen gegen Wal-Mart

Dem weltgrößten Einzelhändler könnte die größte Sammelklage der US-Geschichte bevorstehen. Wal-Mart soll 1,6 Millionen weibliche Beschäftigte schlecht bezahlt und bei Beförderungen übergangen haben.

wieder konfrontiert mit Sammelklagen: Wal-Mart Hauptquartier in Bentonville, Arkansas

wieder konfrontiert mit Sammelklagen: Wal-Mart Hauptquartier in Bentonville, Arkansas

Ein Bundesberufungsgericht in San Francisco entschied am Dienstag (6.2.07), dass die Klage im Namen von bis zu 1,6 Millionen ehemaligen und jetzigen Mitarbeiterinnen wegen Benachteiligung gegenüber den männlichen Kollegen in dieser Form zulässig sei. Wal-Mart kann nun bei demselben Gericht eine Überprüfung des Urteils beantragen oder das Oberste Gericht bitten, sich mit dem Fall zu beschäftigen.

Die Richter bekräftigten damit ein früheres Urteil aus dem Jahr 2004. Damals hatte ein Bundesrichter eine 2001 von sechs Frauen eingereichte Diskriminierungsklage als Sammelklage zugelassen. Wal-Mart war gegen dieses Urteil in Berufung gegangen.

War Wal-Mart die Arbeit weiblicher Angestellter weniger wert?

Dem größten Arbeitgeber der Welt wird vorgeworfen, weibliche Angestellte bei der Bezahlung und der Beförderung gegenüber männlichen Kollegen benachteiligt zu haben. Der geforderte Schadensersatz könnte in die Milliarden gehen. Es wäre die größte zivile Sammelklage in der amerikanischen Justizgeschichte.

Schon 2001 hatte ein Statistiker der Universität von Kalifornien in Hayward herausgefunden, dass Frauen bei Wal-Mart im Schnitt 4,38 Jahren bis zur Beförderung brauchen, Männer 2,86 Jahre. Abteilungsleiterinnen verdienten im Schnitt 18 Prozent weniger als ihre Kollegen. Fast drei Viertel der 1,2 Millionen Wal-Mart-Angestellten sind Frauen.Wal-Mart-Rechtsanwälte argumentierten damals vergeblich, dass Frauen einfach weniger Interesse an besseren Jobs hätten und über Beförderungen auf Ladenebene entschieden werde, weshalb von systematischer Diskriminierung keine Rede sein könne.

Erfahrungen mit Sammelklagen

Das Unternehmen ist bereits mehrmals wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen Geraten. Im Dezemebr 2006 musste der Konzern 172 Millionen Dollar Entschädigung zahlen, weil er tausenden Mitarbeitern die Mittagspause verweigert hatte. (al)

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