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Nachrichten

15.11.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Nach der Aufdeckung der rechtsextremistischen Zwickauer Zelle ist der Ruf nach institutionellen Reformen lauter geworden. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schönemann (CDU) sprach sich für ein bundesweites Terrorabwehrzentrum gegen Rechtsextremismus aus, um die Informationen aller Ermittlungsbehörden besser zu verknüpfen. Der thüringische CDU-Fraktionschef Mike Mohring schlug eine stärkere Koordinierung durch das Bundesamt für Verfassungsschutz vor. Die Linken-Innenexpertin Petra Pau plädierte für eine unabhängige Beobachtungsstelle für Rechtsextremismus, um verlässlichere Zahlen über die Zahl der Opfer rechter Gewalt zu erhalten. Am Montag erließ der Bundesgerichtshof im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" Haftbefehl gegen einen weiteren Verdächtigen. Der Gruppe werden Morde an neun Ausländern und einer Polizistin sowie einige Bombenanschläge zur Last gelegt.

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Die CDU berät zum Abschluss ihres Leipziger Parteitags an diesem Dienstag über Reformen im Bildungswesen. In einem Antrag schlägt die Partei vor, angesichts des massiven Schülerrückgangs Haupt- und Realschulen verstärkt in sogenannten Oberschulen zusammenzuführen. CDU-Chefin Angela Merkel sagte dazu am Montag, wo es gut funktionierende Hauptschulen gebe, sollten diese bestehen bleiben. Zudem stellte die Bundeskanzlerin klar, die CDU sei gegen Einheitsschulen. Am Montag hatte der Parteitag die Einführung allgemeiner Lohnuntergrenzen in Bereichen ohne Tarifvertrag beschlossen. Zudem gaben die Delegierten Merkel Rückendeckung für ihren europapolitischen Kurs. Demnach fordert die CDU Änderungen der europäischen Verträge und schärfere Sanktionen bei einer Verletzung der Euro-Stabilitätsgrenzen.

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Trotz der Schuldenkrise in Europa ist die deutsche Wirtschaft wieder gewachsen. Im dritten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt im Vergleich zum Vorquartal um 0,5 Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Auch das zweite Vierteljahr fiel besser aus als zunächst berechnet: Für den Zeitraum April bis Ende Juni weisen die Statistiker statt mageren 0,1 Prozent Wachstum nun ein Plus von 0,3 Prozent aus. Ökonomen erklärten das Zwischenhoch in erster Linie damit, dass die Industrieproduktion von Juli bis Ende September erneut zugelegt hat. Positive Impulse kamen dabei vor allem aus dem Inland. Experten rechnen wegen der Schuldenkrise zum Jahresende aber mit einem Dämpfer.

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EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich gegen die Gründung von Rating-Agenturen durch seine Behörde ausgesprochen. Dies könnte zu Interessenkonflikten führen, sagte er im französischen Fernsehen. Einige der bestehenden Agenturen vor allem in den USA hätten exzessive Macht auf den Finanzmärkten. Die Gründung europäischer Konkurrenzunternehmen, so Barroso weiter, sei daher wünschenswert. Doch dies müsse unabhängig von der Kommission in Brüssel erfolgen. Die drei weltweit führenden Rating-Agenturen Fitch, Moody's und Standard & Poor's stehen seit Beginn der Euro-Schuldenkrise wegen ihrer Bewertungen in der Kritik. EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier stellt deshalb für diese heute neue Regeln vor. So soll den Rating-Agenturen künftig die Bewertung von Ländern, die internationale Hilfen erhalten, verboten werden können.

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In Italien gehen die Gespräche zur Bildung einer Übergangsregierung weiter. Der nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit der Zusammensetzung einer neuen Regierung beauftragte ehemalige EU-Kommissar Mario Monti trifft sich dazu wieder mit Parteivertretern. Wie am Montag nach ersten Gesprächen Montis in Rom verlautete, sehen die Pläne des Wirtschaftsexperten neben Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft auch deutliche Einschnitte vor, um das hoch verschuldete Euro-Land aus der Krise zu führen. Monti strebt nach eigenen Angaben eine Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode 2013 an. Ein Zeitlimit für sein Kabinett werde er aus Gründen der Glaubwürdigkeit nicht akzeptieren, erklärte er. Trotz seiner entschlossenen Haltung hielten sich private Anleger beim Kauf italienischer Staatspapiere zurück. Die Renditen der zehnjährigen Anleihen zogen am Montag bis auf fast 6,8 Prozent an. Italien weist - gemessen an der Wirtschaftsleistung - nach Griechenland den höchsten Schuldenstand innerhalb der Eurozone auf.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Insbesondere nordöstlich der Elbe sowie im Süden und Südwesten teils zäher Nebel. Sonst verbreitet sonnig. Die Höchstwerte steigen auf zwei bis zwölf Grad. Und die weiteren Aussichten: Am Mittwoch wenig Wetteränderung. Im Nordosten und im Süden wieder zum Teil zähe Nebel- und Hochnebelfelder. In den übrigen Gebieten freundlich mit viel Sonne bei maximal drei bis elf Grad.

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