1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

15.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In mehr als 80 Ländern ziehen an diesem Samstag Menschen auf die Straße, um gegen die Macht der Großbanken und andere Auswüchse des Kapitalismus zu protestieren. Nach dem Vorbild der New Yorker Bewegung "Occupy Wall Street" werden bei dem weltweiten Aktionstag die Willkür der Finanzmärkte und die zunehmende Spaltung in Arm und Reich angeprangert. Auch in zahlreichen deutschen Städten versammelten sich Tausende Menschen, die auch den Politikern vorwarfen, sich der Herrschaft der Finanzmärkte zu unterwerfen. Allein aus Frankfurt am Main wurden 5.000 Demonstranten gemeldet, die vor den Sitz der Europäischen Zentralbank zogen. Unterstützt werden die Kundgebungen von den Gewerkschaften, der SPD, den Grünen und der Linkspartei. DGB-Chef Michael Sommer sprach von einem "Alarmsignal". Jenseits demokratischer Legitimation und ohne Verantwortung für die Allgemeinheit seien skrupellose Investmentbanken dabei, die Gesellschaft zu spalten und aus den Angeln zu heben, beklagte Sommer.

***

Die Finanzminister und Notenbankchefs der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) haben in Paris über die Eurokrise und die Lage an den internationalen Finanzmärkten beraten. Vor allem die USA und Japan, aber auch China und Brasilien drängen die Europäer, eine schnelle und tiefgreifende Lösung für die Probleme in der Eurozone zu finden. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte zum Auftakt versichert, dass man "klare Maßnahmen" ergreifen werde, um eine Ausbreitung der Schuldenkrise zu verhindern. Dazu gehöre auch, dass Banken mit dem nötigen Kapital ausgestattet seien. Sollten die Banken die Vorgaben nicht aus eigener Kraft erfüllen können, würde ihnen notfalls auch durch die Staaten geholfen. Forderungen seitens der Schwellenländer nach einer Erhöhung der Finanzmittel des Internationalen Währungsfonds (IWF), um bei der Euro-Krise auszuhelfen, erteilte Schäuble jedoch eine Absage. Der IWF habe "genügend Mittel", um seine Aufgaben zu erfüllen. Das Pariser Treffen dient der Vorbereitung des G-20-Gipfels der Staats- und Regierungschefs Anfang November im südfranzösischen Cannes.

***

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit der größten französischen Bank BNP Paribas herabgestuft. Das Langfrist-Rating des Geldinstituts wurde um eine Stufe auf AA minus gesenkt. Zur Begründung führte S&P das schwierige gesamtwirtschaftliche Umfeld an. BNP hält in großem Umfang italienische Staatsanleihen. - Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch damit gedroht, die Kreditwürdigkeit von sieben der größten Investmentbanken in den USA und Europa herabzustufen. Betroffen wäre auch die Deutsche Bank. Die Agentur kritisierte die Abhängigkeit der Institute von Kapitalmarktgeschäften.

***

Bei Luftangriffen im Jemen sind sieben mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer ums Leben gekommen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Sanaa befindet sich unter ihnen auch der in Ägypten geborene Medien-Chef der Al-Kaida im Jemen, Ibrahim al Bana. Auch ein 21-jähriger Sohn des Ende September getöteten radikal-islamischen Predigers Anwar al Aulaqi soll unter den Opfern sein, teilten Stammesvertreter mit. Aus Sicherheitskreisen in Sanaa verlautete, insgesamt seien fünf Luftangriffe auf mutmaßliche Al-Kaida-Positionen in der südwestlichen Region Schabwa geflogen worden. Möglicherweise aus Vergeltung setzten mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer eine Gaspipeline in Brand. Durch die Leitung wird Gas von der Maarib-Provinz zum Hafen in Balhaf am Golf von Aden transportiert.

***

Die schweren Überflutungen in Thailand haben nun auch die Hauptstadt Bangkok erreicht. Die in der Millionen-Metropole rasch errichteten Dämme und Schutzwälle aus Sandsäcken hielten den Wassermassen des Chao Phraya bislang stand. Rettungskräfte verstärkten die Deiche, um die schwerste Flut seit rund 50 Jahren vom Stadtzentrum fernzuhalten. Man versuche vor allem, die strategischen Industriegebiete in der Region Bangkok, das "Herz der Wirtschaft", sowie die Evakuierungszentren und den internationalen Flughafen zu schützen, sagte die neue Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. China, Japan und die USA leisteten finanzielle oder logistische Hilfe, berichtete sie. Bislang ist etwa ein Drittel Thailands überflutet, vor allem im Norden des Landes.

***

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überall viel Sonnenschein. Nur vorübergehend ein paar Wolken. Höchstwerte zwischen zehn bis 16 Grad. DIE WEITEREN AUSSICHTEN: Am Sonntag zunächst gebietsweise Nebel, tagsüber vielerorts sonnig bei 14 bis 17 Grad.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema