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Nachrichten

15.09.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Der UN-Sicherheitsrat hat die Angriffe auf mehrere westliche Botschaften in der islamischen Welt scharf verurteilt. Gleichzeitig rief das mächtigste UN-Gremium die Regierungen der betroffenen Staaten auf, ihren internationalen Verpflichtungen zum Schutz der Missionen nachzukommen. Es gebe keine Rechtfertigung für die Angriffe, sagte der amtierende Präsident des Rates, Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig. Nach den Freitagsgebeten war es überall in der islamischen Welt zu Protesten von fanatisierten Muslimen gegen einen in den USA produzierten Film gekommen, in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum stürmte eine aufgebrachte Menge die deutsche Botschaft. Nach Angaben von Außenminister Guido Westerwelle war das Botschaftspersonal nicht gefährdet. Zusammenstöße gab es unter anderem auch in der ägyptischen Hauptstadt Kairo, im Irak, Libanon, in Tunesien, Indonesien, Malaysia und Bangladesch. Dabei wurden mindestens fünf Menschen getötet.

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US-Präsident Barack Obama hat Gerechtigkeit für die vier in Libyen getöteten US-Diplomaten gefordert. Die Täter müssten zur Rechenschaft gezogen werden, sagte Obama bei einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews vor den Toren der Hauptstadt Washington. Dorthin waren zuvor die Särge mit den Leichen der Getöteten übergeführt worden. In seiner Rede nannte Obama die Getöteten Patrioten mit amerikanischen Idealen. Der Präsident versicherte, die USA würden sich trotz des Vorfalls nicht von ihrem weltweiten Engagement für Freiheit und Würde der Menschen abhalten lassen. Bei den Toten handelt es sich um den US-Botschafter in Libyen, Christoph Stevens, den Kommunikationsleiter der Botschaft sowie zwei Sicherheitsbeamte. Sie waren am Dienstag während der Proteste gegen einen in den USA produzierten islamfeindlichen Film in der Stadt Bengasi getötet worden.

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Erstmals seit 14 Tagen ist der chinesische Vizepräsident Xi Jinping wieder öffentlich aufgetreten. Das Verschwinden des 59-Jährigen hatte Spekulationen über seinen Gesundheitszustand ausgelöst, zumal die chinesische Regierung keine Auskunft über seinen Verbleib gab. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, trat der mutmaßlich künftige starke Mann Chinas am Samstag bei einer Veranstaltung an der Landwirtschaftlichen Universität in Peking auf. Warum er abgetaucht war, erklärte Xinhua nicht. Xi Jinping soll im Herbst den Vorsitz der Kommunistischen Partei Chinas übernehmen. Er gilt auch als Favorit für die Nachfolge von Präsident Hu Jintao im kommenden Jahr.

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Im Streit um Inseln im Ostchinesischen Meer haben Hunderte Chinesen vor der japanischen Botschaft in Peking demonstriert. Die Demonstranten warfen Steine und Flaschen auf das Gebäude und skandierten Japan-feindliche Parolen. Die Sicherheitskräfte hatten Mühe, die Kontrolle zu behalten. Japanische Medien berichteten, auch in den chinesischen Städten Xian, Suzhou, Changsha und Nanjing habe es antijapanische Proteste gegeben. Der Streit um die Inselgruppe im Ostchinesischen Meer war eskaliert, nachdem die japanische Regierung die Inseln von ihren privaten Besitzern aufgekauft hatte. China hatte am Freitag sechs Patrouillenboote zu dem Archipel geschickt, um seinen Besitzanspruch geltend zu machen. Die Inselgruppe ist von strategisch wichtiger Bedeutung. Außerdem werden dort Öl- und Gasvorkommen vermutet.

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Die Bundesregierung stemmt sich gegen eine EU-weite Frauenquote für Unternehmensführungen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sprechen sich Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) in einem gemeinsamen Brief gegen eine rechtlich bindende Vorgabe der Europäischen Union für eine Quote aus. Der Brief ist an den britischen Wirtschaftsminister Vince Cable adressiert, der die von der EU-Justizkommissarin Viviane Reding geplante Frauenquote verhindern will. Sie würden seine Initiative unterstützen, schreiben die beiden deutschen Ministerinnen. Redings Entwurf hat damit kaum noch Chancen. Die EU-Kommissarin will börsennotierte Unternehmen verpflichten, bis 2020 mindestens zwei von fünf Aufsichtsratsposten mit dem "jeweils unterrepräsentierten Geschlecht", meistens also Frauen, zu besetzen.

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