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Nachrichten

15.08.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Die Organisation Islamischer Staaten (OIC) will auf ihrem Sondergipfel in Mekka über einen vorläufigen Ausschluss Syriens entscheiden. Den Staats- und Regierungschefs von mehr als 50 islamischen Ländern liegt ein entsprechendes Abschlussdokument vor. Darin wird eine Suspendierung Syriens mit dem gescheiterten Friedensplan des inzwischen zurückgetretenen Sondergesandten Kofi Annan begründet. Zudem setze die syrische Führung weiterhin auf die "militärische Option", um den Konflikt in den Griff zu bekommen. US-Verteidigungsminister Leon Panetta wirft dem Iran vor, sich immer stärker in den Syrienkonflikt einzumischen. Teheran bilde Milizen aus, die an der Seite der Regierungstruppen kämpfen sollen, sagte Panetta in Washington. Die USA würden aber dafür sorgen, dass der Iran nicht über die Zukunft Syriens bestimmen könne. Nach Einschätzung von US-Generalstabschef Martin Dempsey haben die Einheiten von Staatschef Baschir al-Assad mittlerweile mit Abnutzungserscheinungen zu kämpfen.

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Das deutsche Haftungsrisiko in der Eurokrise ist nach Einschätzung der SPD deutlich höher als angenommen. Der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, beziffert das Risiko für den Staatshaushalt auf inzwischen eine Billion Euro. "In Wahrheit sind wir schon längst in der Schuldenunion", sagte Schneider der "Berliner Zeitung". Deutschland hafte nicht nur im Rahmen der Rettungspakete für Griechenland und der Euro-Rettungsschirme mit insgesamt 310 Milliarden Euro, "sondern mit noch viel größeren Summen für die Transaktionen der Europäischen Zentralbank". Defizite über die EZB zu finanzieren, sei jedoch "der schlechteste Weg, mit der Eurokrise umzugehen", sagte der SPD-Politiker. Aber Kanzlerin Angela Merkel bevorzuge diesen Weg, "weil er ihr immer neue Abstimmungen im Bundestag über immer höhere Haftungssummen erspart."

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Im Debakel um den deutschen Hauptstadtflughafen sieht die Opposition nun die Bundesregierung in der Pflicht. Nachdem auch der dritte geplante Eröffnungstermin am 17. März 2013 wieder fraglich sei, müsse sich Verkehrsminister Peter Ramsauer endlich um das Projekt kümmern, forderte der Verkehrsexperte der Grünen, Anton Hofreiter. Der Minister müsse begreifen, dass er nicht nur für den Straßenbau in Bayern, sondern für alle Verkehrsprojekte in Deutschland zuständig sei. "Eine erneute Verschiebung wäre ein gewaltiger Skandal", sagte Hofreiter, der den Verkehrsausschuss im Deutschen Bundestag leitet, der "Passauer Neuen Presse". Linken-Verkehrspolitiker Harald Wolf sprach von einem "Trauerspiel" und verlangte eine "sofortige und umfassende Information des Parlaments" über das Großprojekt und seine Probleme. Verschiedene Medien berichten, dass sich der Start des Berliner Großflughafens zum dritten Mal verschieben könnte – möglicherweise bis zum Herbst 2013.

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Im Streit um illegale Iran-Geschäfte hat sich die britische Großbank Standard Chartered mit der US-Finanzaufsicht auf einen Vergleich geeinigt: 340 Millionen Dollar Bußgeld zahlt das Geldhaus, um die Ermittlungen zu beenden und ihre US-Lizenz zu retten. Die Bank werde zudem ihre Auslandsgeschäfte stärker überwachen, sagte der zuständige Finanzaufseher Benjamin Lawsky in New York. Auch staatliche Prüfer sollen dabei zum Einsatz kommen. - Standard Chartered steht unter dem Verdacht, der iranischen Regierung von 2001 bis 2007 bei der sogenannten Geldwäsche von 250 Milliarden Dollar geholfen zu haben.

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Nach schweren Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei im nordfranzösischen Amiens sind 100 zusätzliche Beamte in der Stadt stationiert worden. Damit seien nun insgesamt 250 Polizisten vor Ort, teilte das französische Innenministerium mit. Bei den Ausschreitungen in der Nacht zum Dienstag waren 16 Polizisten verletzt und drei öffentliche Gebäude - darunter auch eine Grundschule - niedergebrannt worden. Auslöser der Krawalle war offenbar eine Polizeikontrolle bei einem Bewohner des betroffenen Problemviertels von Amiens. Hintergrund dürften aber die sozialen Probleme in der Region sein. Die Arbeitslosigkeit in Nordfrankreich liegt über dem Landesdurchschnitt. Erst vor zwei Wochen wurde Amiens von der Regierung zu einer von 15 Regionen erklärt, die besondere finanzielle Unterstützung erhalten sollen.

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