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Nachrichten

15.07.2013 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nach dem umstrittenen Freispruch im Prozess um den Tod des schwarzen Teenagers Trayvon Martin hat US-Präsident Barack Obama zur Ruhe aufgerufen. Der Fall habe die Gemüter stark erhitzt, das Urteil des Gerichts müsse aber akzeptiert werden, erklärte Obama. Die USA seien ein Rechtsstaat. Jeder sollte sich nun allerdings fragen, wie solche Tragödien künftig verhindert werden könnten, betonte der US-Präsident mit Blick auf sein Engagement für eine Verschärfung der Waffengesetze. Trayvon Martin war im Februar 2012 von George Zimmerman, damals Mitglied einer freiwilligen Bürgerwehr, in Sanford/Florida erschossen worden. Der 29 Jahre alte Hispano-Amerikaner gab an, aus Notwehr gehandelt zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm hingegen Mord mit bedingtem Vorsatz vorgeworfen. Der Fall löste eine neue Debatte über Rassismus in den USA aus. Landesweit sind Proteste gegen Zimmermans Freispruch geplant.

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Der deutsche Auslandsgeheimdienst wusste offenbar seit langem von dem Überwachungsprogramm des US-Geheimdienstes NSA. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hat der Bundesnachrichtendienst (BND) die US-Dienste in den vergangenen Jahren immer wieder um Hilfe gebeten, wenn Deutsche im Ausland entführt wurden. Unter Berufung auf US-Regierungskreise heißt es, dabei sei es ganz konkret um die Abfrage gespeicherter Kommunikationsdaten deutscher Staatsbürger gegangen. Kanzlerin Angela Merkel forderte die USA auf, bei Geheimdienstaktionen in Deutschland das hiesige Recht einzuhalten. Sie erwarte hierzu eine klare Zusage, sagte Merkel mit Blick auf die Enthüllungen des ehemaligen US-Geheimdienstlers Edward Snowden. Als befreundete Partner müsse man sich aufeinander verlassen können, so Merkel im deutschen Fernsehen. In Berlin forderten die Oppositionsparteien Grüne und Linkspartei einen Untersuchungsausschuss des Bundestages zu den Überwachungspraktiken.

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Erstmals seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi macht sich ein Spitzendiplomat der USA vor Ort ein Bild der Lage. Der Staatssekretär im US-Außenministerium, William Burns, werde von diesem Montag an in Kairo hochrangige Vertreter der Übergangsregierung, des Militärs und der Zivilgesellschaft treffen, teilte eine Sprecherin des State Department in Washington mit. Dabei werde Burns betonen, dass so bald wie möglich der Übergang zu einer demokratisch gewählten Regierung gelingen und Gewalt verhindert werden müsse. Ob der ausgewiesene Ägypten-Experte Burns auch mit Vertretern der Muslimbrüder zusammenkommen wird, teilte die Sprecherin nicht mit. Die USA haben bislang zurückhaltend auf die Entmachtung des islamistischen Präsidenten Mursi reagiert und es bislang bewusst vermieden, dessen Sturz vor anderthalb Wochen als Militärputsch zu bezeichnen.

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In Indonesien sind bei einer Boxkampf-Veranstaltung mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Laut Medienberichten aus der Provinz Papua zettelten Box-Fans Krawalle an, nachdem Kampfrichter dem Gegner ihres Favoriten den Sieg zugesprochen hatten. Die meisten Menschen starben, als sie in Panik versuchten, aus der Halle zu fliehen.

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In der nordirischen Hauptstadt Belfast ist es die dritte Nacht in Folge zu Unruhen gekommen. Protestantische Krawallmacher hätten Polizisten mit Brandsätzen und anderen Wurfgeschossen angegriffen, berichtet die britische Nachrichtenagentur PA. Die Sicherheitskräfte seien mit Gummigeschossen gegen die Angreifer vorgegangen. Seit Freitag habe es mehr als 30 Festnahmen gegeben. Auslöser der Unruhen ist das Verbot, wonach Anhänger des protestantischen Oranierordens bei ihrer traditionellen Parade Mitte Juli nicht durch ein vorwiegend katholisches Viertel im Norden Belfasts marschieren dürfen. Mit der Parade erinnert der Orden an den Sieg von Wilhelm von Oranien über den katholischen König Jakob II. in der Schlacht von Boyne 1690.

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