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Nachrichten

15.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Ägypten wächst nach der Auflösung des Parlaments durch die Justiz die Furcht vor einem politischen Chaos. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo demonstrierten zahlreiche Menschen gegen die Entscheidung des Verfassungsgerichts, wonach die erste Parlamentswahl nach dem Sturz des ehemaligen Machthabers Hosni Mubarak ungültig war, weil ein Teil der Sitze nicht auf die vorgeschriebene Weise vergeben worden sei. Die im Parlament dominierende islamistische Muslimbruderschaft sprach von einem "Staatsstreich" des regierenden Militärrats. Das Gericht hatte zudem den letzten von Mubarak eingesetzten Regierungschef Ahmed Schafik als Kandidaten für die Präsidentenwahl zugelassen. Er kann damit am kommenden Wochenende gegen den Bewerber der Muslimbruderschaft, Mohamed Morsi, antreten. US-Außenministerin Hillary Clinton forderte den Militärrat auf, sich an die Zusage zu halten, seine Macht vollständig an eine zivile Regierung abzugeben.

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Das Regime in Syrien hat den Aufständischen im Land mit einer umfassenden Militäroffensive gedroht. Wie regierungsnahe Online-Medien am Donnerstagabend meldeten, haben die Kämpfer der Opposition 24 Stunden Zeit, die Waffen niederzulegen und sich zu stellen. Andernfalls werde die Armee - so wörtlich - "den Terroristen mit militärischen Mitteln" zu Leibe rücken. Beobachter der Vereinten Nationen besuchten derweil erstmals die Küstenstadt Al-Haffa, nachdem sich Regierungstruppen und Rebellen dort acht Tage lang Gefechte geliefert hatten. Mitreisende Journalisten berichteten, die Stadt sei fast menschenleer. Zuvor hatte die Regierung erklärt, ihre Soldaten hätten Al-Haffa "von Terroristen gesäubert". Nach Angaben der Opposition waren beim Beschuss der Stadt mindestens 80 Menschen getötet worden.

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Bei einer Offensive gegen das Terrornetzwerk Al Kaida im Jemen sind mindestens 48 Menschen getötet worden. Die Armee flog Agenturberichten zufolge rund 100 Angriffe auf die Küstenstadt Schukra, wo sich die Rebellen verschanzt hielten. Bei den Toten soll es sich vor allem um Aufständische handeln. Es seien aber auch mehrere Soldaten und Zivilisten ums Leben gekommen. Die jemenitische Armee hatte vor gut einem Monat eine Offensive gegen Al-Kaida-Kämpfer im Süden des Landes gestartet, die dort für mehr als ein Jahr mehrere Städte unter ihre Kontrolle gebracht hatten.

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Die Euro-Finanzminister wollen nach Agenturberichten am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz über das Ergebnis der Wahl in Griechenland beraten. Grund sei die Angst vor größeren Kapitalabflüssen, wenn sich die radikale Linkspartei Syriza bei der Wahl durchsetzen sollte, teilten Vertreter der Eurozone mit. Es werde befürchtet, dass viele Kunden per Internetbanking noch am Sonntagabend Transfers tätigten und am Montag ein Sturm auf die Banken einsetze. Die anstehende Wahl gilt als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. Jüngste Umfragen sehen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Partei Nea Dimokratia und dem Linksbündnis Syriza.

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Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit von fünf niederländischen Banken herabgestuft. Die schwierigen Bedingungen für Kreditinstitute in dem Land dürften im laufenden Jahr und darüber hinaus anhalten, teilte Moody's in einer Begründung mit. Demnach haben alle herabgestuften Banken umfangreiche Hypothekenbestände und sind stark darauf angewiesen, Gelder bei anderen Banken aufzubringen. Moody's senkte die Kreditwürdigkeit der Rabobank Nederland, der ING Bank und der ABN Amro. Auch die LeasePlan Corporation und SNS Bank wurden niedriger bewertet. Der Ausblick aller Kreditinstitute wurde mit stabil angegeben.

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