15.05.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten | Nachrichten | DW | 15.05.2014
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Nachrichten

15.05.2014 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Nachrichten von Donnerstag, 15. Mai 2014 – langsam gesprochen als MP3

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Bei dem schwersten Grubenunglück in der Geschichte der Türkei sind nach einer neuen Bilanz mindestens 274 Bergleute ums Leben gekommen. Wie die Regierung weiter bekannt gab, sind 120 Kumpel noch unter Tage eingeschlossen. Für sie besteht wenig Hoffnung. Nach Angaben von Energieminister Taner Yildiz wütete noch am Mittwochabend ein Feuer in dem Kohlebergwerk im westtürkischen Soma. In mehreren türkischen Städten kam es zu heftigen Protesten gegen die islamisch-konservative Regierung unter Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. In Ankara und Istanbul ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen mehrere tausend Demonstranten vor. In Instanbul setzten die Sicherheitskräfte auch Gummigeschosse ein. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Bevölkerung vermutet massive Sicherheitsmängel in dem Bergwerk in Soma und gibt der Regierung eine Mitschuld an der Katastrophe.

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Der erste sogenannte Runde Tisch zur Krisenbewältigung in der Ukraine hat sich nach zweieinhalb Stunden ohne Fortschritte vertagt. Vertreter der prorussischen Separatisten aus dem Osten des Landes waren von vornherein nicht eingeladen. Übergangspräsident Alexander Turtschinow begründete den Schritt damit, dass diese "einen Krieg gegen ihr eigenes Land" führten. An dem Gespräch zur "nationalen Einheit" im Parlament in Kiew nahmen unter anderen Regierungs- und Kirchenvertreter, Abgeordnete und ehemalige Staatschefs teil. Der deutsche Spitzendiplomat Wolfgang Ischinger moderierte im Namen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) das Treffen. Teilnehmer erklärten, man habe sich auf weitere Gespräche verständigt. Diese könnten am Samstag stattfinden.

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Bei den zunehmenden Krawallen gegen chinesische Firmen in Vietnam ist ein chinesischer Arbeiter ums Leben gekommen. 149 Menschen seien bei den Protesten in einem Stahlwerk in der Provinz Ha Tinh rund 400 Kilometer südlich von Hanoi verletzt worden, sagte der Vize-Vorsitzende des dortigen Volkskomitees, Dang Quoc Khanh. 66 Menschen seien festgenommen worden. Hunderte Chinesen sind nach Polizeiangaben vor der Gewalt in das Nachbarland Kambodscha geflohen. Mehr als 600 Chinesen hätten bei Bavet die Grenze überquert, sagte ein Sprecher der kambodschanischen Polizei der Nachrichtenagentur Reuters. Bereits am Mittwoch hatten Tausende Vietnamesen aus Protest gegen Chinas Ansprüche im Südchinesischen Meer ausländische Firmen gestürmt. In Industriezonen im Süden Vietnams habe die Menge Zugangstore niedergerissen, Fensterscheiben eingeworfen und Gebäude in Brand gesetzt, teilten die Behörden mit. Firmen berichteten von Plünderungen.

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Bei einem Angriff auf ein Protestlager von Regierungsgegnern in Thailands Hauptstadt Bangkok sind zwei Menschen getötet und 21 weitere verletzt worden. Unbekannte hätten zwei Granaten auf das Lager geschleudert, dabei sei ein Demonstrant im Schlaf getötet worden, erklärte ein Polizeisprecher. Das zweite Todesopfer sei ein Wachmann des Lagers, er sei durch Schüsse getötet worden. In Thailand gibt es seit einem halben Jahr immer wieder Zusammenstöße zwischen Regierungsgegnern und -anhängern sowie den Sicherheitskräften. Vor gut einer Woche hatte das Verfassungsgericht Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra und neun ihrer Minister wegen Machtmissbrauchs mit sofortiger Wirkung ihrer Ämter enthoben. Seitdem wird das Kabinett von Yinglucks Vertrautem Niwattumrong Boonsongpaisan geführt. Die Opposition versucht ihre Anhänger für einen "letzten Kampf" zu mobilisieren, um die amtierende Regierung der Puea-Thai-Partei zu stürzen. Sie will einen nichtgewählten "Volksrat" installieren.

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat den Einsatz der internationalen Schutztruppe im Kosovo als gelungenes Beispiel für eine friedliche Konfliktlösung gewürdigt. Die CDU-Politikerin äußerte sich bei einem Truppenbesuch im deutschen Feldlager Prizren offensichtlich in Anspielung auf die Ukraine-Krise. Die Entwicklung in dem Balkan-Land zeige auf beeindruckende Weise, wie man aus einer schier ausweglosen Situation den Weg in eine friedliche Zukunft finden könne, sagte sie weiter. Die Nato hatte 1999 nach Vertreibungen und Berichten über Gräueltaten an der albanischen Bevölkerungsmehrheit in der damaligen serbischen Provinz Kosovo mit Luftangriffen interveniert. Nach dem Krieg folgte der jetzige Nato-Stabilisierungseinsatz, an dem heute noch rund 4900 Soldaten aus 32 Ländern beteiligt sind. Deutschland ist mit 700 Soldaten der größte Truppensteller. An diesem Donnerstag setzt die Ministerin ihren Kosovo-Besuch fort.

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Nigerias Präsident Goodluck Jonathan lehnt einen Austausch der vor vier Wochen verschleppten 223 Schulmädchen gegen inhaftierte Boko-Haram-Rebellen ab. Das machte Jonathan in einem Gespräch mit dem für Afrika zuständigen Minister Großbritanniens, Mark Simmonds, in Abuja deutlich. Der Anführer der islamistischen Terror-Sekte, Abubakar Shekau, hatte den Austausch vorgeschlagen. Großbritannien bot der Regierung bei der Suche nach den gekidnappten Mädchen weitere logistische Unterstützung an. Darunter sind auch Überwachungsflugzeuge. Nigeria nahm die Hilfe an, wie Simmonds weiter mitteilte. Die USA setzen bei ihrer Suche nach den Schülerinnen auch eine unbemannte Aufklärungsdrohne ein. Das Verteidigungsministerium bestätigte in Washington, neben einem bemannten Aufklärungsflugzeug operiere auch eine Drohne vom Typ Global Hawk über dem westafrikanischen Land.

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