1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

15.05.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Greek President Karolos Papoulias (center), Socialist leader Evangelos Venizelos (first left) Conservative leader Antonis Samaras (second left) and Leftist leader Alexis Tsipras (right) , meet at the presidential palace in Athens, Sunday May 13 2012. Greek President Karolos Papoulias has called the leaders of Greece's political parties to meetings on Sunday, in a last-ditch effort to broker a deal for a coalition government.(Foto:Kostas Tsironis/AP/dapd)

Griechenland Präsident Karolos Papoulias mit den Parteichefs

***

Gut eine Woche nach der Parlamentswahl in Griechenland hat sich Staatspräsident Karolos Papoulias für die Bildung eine Experten-Regierung ausgesprochen. Nach Agenturberichten will sich Papoulias an diesem Dienstag mit den Vorsitzenden fast aller im Parlament vertretenen Parteien treffen, um auszuloten, ob es dafür genügend Zustimmung gibt. Eine Expertenregierung würde nicht aus Parteipolitikern, sondern aus parteiunabhängigen Fachleuten bestehen. Sollten die Gespräche zu keinem Ergebnis führen, wären nach Ansicht von Beobachtern Neuwahlen kaum noch abzuwenden. Diese würden voraussichtlich Mitte Juni stattfinden. In den vergangenen Tagen waren bereits mehrere Versuche, eine neue Regierung zu bilden, gescheitert. Hauptgrund dafür ist, dass sich Gegner und Verfechter der Sparpolitik nicht einigen können. Die mit der Europäischen Union und dem Internationalen Währungsfonds vereinbarten Einsparungen sind Voraussetzung für die Auszahlung weiterer Finanzhilfen, ohne die Griechenland die Staatspleite droht.

***

Die Euro-Länder haben sich klar für einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion ausgesprochen. Nach einem Treffen der Eurogruppe in Brüssel sagte deren Chef Jean-Claude Juncker, er habe nicht einmal für eine Sekunde in Betracht gezogen, dass das Land den Euro verlasse. Entsprechende Forderungen seien Unsinn und Propaganda. Mit Blick auf das Ergebnis der jüngsten Parlamentswahl in Griechenland, aus der die radikalen Kräfte gestärkt hervorgegangen waren, sagte Juncker, die Demokratie müsse respektiert werden. Mit der Regierung, die nun hoffentlich gebildet werde, müsse man sich auseinandersetzen. Gleichzeitig betonte er die Notwendigkeit der Umsetzung des mit Athen vereinbarten Sparprogramms. --- Juncker äußerte sich auch zur Frage, wann seine Nachfolge geregelt wird. Demnach wird voraussichtlich Ende Juni entschieden, wer neuer Chef der Eurogruppe wird. Als Favorit für den Posten gilt Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble.

***

In Frankreich wird François Hollande an diesem Dienstag zum neuen Staatsoberhaupt gekürt. Im Pariser Elysée-Palast übergibt der scheidende konservative Präsident Nicolas Sarkozy die Amtsgeschäfte an seinen sozialistischen Nachfolger. Am Nachmittag will Hollande seinen neuen Regierungschef ernennen. Anschließend fliegt er zum Antrittsbesuch nach Berlin. Nach der Begrüßung mit militärischen Ehren trifft er zu einem Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Hauptthema dürfte die Schuldenkrise in der Eurozone sein. Hollande hatte zuletzt verlangt, den europäischen Fiskalpakt mit seinen harten Sparauflagen um eine Wachstumsinitiative zu ergänzen. Dazu ist auch Merkel grundsätzlich bereit, sie will allerdings keine teuren Konjunkturprogramme auflegen.

***

Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf kräftigem Wachstumskurs. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im ersten Quartal 2012 deutlich um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Furcht vor einer Rezession, also einem über zwei Quartale schrumpfenden BIP, hat sich damit nicht bewahrheitet. Im vierten Quartal 2011 war das BIP um 0,2 Prozent geschrumpft. Positive Impulse lieferte vor allem der Export. Auch der Konsum im Inland lag über dem Niveau des Vorquartals, während die Investitionen zurückgingen.

***

Der größte deutsche Stahlkonzern ThyssenKrupp steckt weiter in den roten Zahlen. Im zweiten Quartal seines Geschäftsjahres 2011/12 stand unter dem Strich ein Verlust von 587 Millionen Euro, wie das Unternehmen in Essen mitteilte. Dem Konzern machen unter anderem der Preisdruck im Stahlgeschäft und Anlaufverluste bei den neuen Stahlwerken in Brasilien und den USA zu schaffen. Im Ende September 2011 abgelaufenen Geschäftsjahr war der Konzern wegen milliardenschwerer Abschreibungen auf seine amerikanische Stahlsparte und das Edelstahlgeschäft tief in die roten Zahlen gestürzt und hatte einen Nettoverlust von fast 1,8 Milliarden Euro verbucht.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema