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Nachrichten

15.04.2016 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 08:01

Nachrichten von Freitag, 15. April 2016 – langsam gesprochen als MP3

Europäische Industriemächte drängen G20 zu Initiative gegen Briefkastenfirmen:

Deutschland und vier weitere große europäische Länder gehen im weltweiten Kampf gegen Steueroasen und Geldwäsche voran. Finanzminister Wolfgang Schäuble vereinbarte in Washington mit seinen Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien, mit dem automatischen Austausch von Daten über die "wirtschaftlich Begünstigten" von Unternehmen so schnell wie möglich zu beginnen. So soll rasch die Transparenz auch anonymer Briefkastenfirmen erhöht werden. Die sogenannte G5-Gruppe will damit beim Austrocknen von Steueroasen und illegalen Finanzströmen als Konsequenz aus den Enthüllungen der "Panama Papers" den Druck auf andere Staaten erhöhen. Der Vorstoß der fünf Länder aus Europa wurde anschließend den anderen führenden Industrie- und Schwellenländern (G20) vorgelegt, die am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington zu Beratungen zusammenkamen.

Rousseff droht rasche Amtsenthebung:

Das Oberste Gericht Brasiliens hat einen Antrag der Regierung abgelehnt, das drohende Amtsenthebungsverfahren gegen Präsidentin Dilma Rousseff zu stoppen. Damit kann die für Sonntag angesetzte Abstimmung im Parlament wie geplant stattfinden. Kommt dort eine Zwei-Drittel-Mehrheit zustande, geht das Anliegen in den Senat, der das letzte Wort dabei hat. Das tatsächliche Verfahren könnte dann bis zu sechs Monate dauern, in der Zeit würde Rousseff vorübergehend suspendiert. Die brasilianische Staatschefin wird unter anderem für die schlechte wirtschaftliche Entwicklung des Landes verantwortlich gemacht. Sie soll Haushaltszahlen geschönt und zudem ihren Wahlkampf illegal mit Spenden von Zulieferern des staatlichen Ölkonzerns Petrobras finanziert haben. Rousseff selbst spricht von einem "Putsch".

Mindestens neun Tote bei Erdbeben in Japan:

Bei einem schweren Erdbeben im Süden Japans sind in der Nacht zum Freitag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte der Katastrophenschutz der am stärksten betroffenen Präfektur Kumamoto mit. Nach Angaben eines Regierungssprechers wurden fast 1000 Menschen verletzt. Das Beben der Stärke 6,5 erschütterte am Abend die Insel Kyushu. Es folgte eine Reihe weiterer Beben, das stärkste davon mit 6,4. Zahlreiche Häuser stürzten ein, Brände brachen aus. 40.000 Menschen verließen aus Angst vor weiteren Erdstößen ihre Häuser. Zwei in der Region gelegene Atomkraftwerke arbeiteten normal, teilte der Betreiber mit. Die beiden Reaktoren in Sendai sind die einzigen, die nach der Katastrophe von Fukushima derzeit in Betrieb sind.

Neuer Raketentest in Nordkorea misslungen:

In Nordkorea ist nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums ein neuerlicher Raketenabschuss fehlgeschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Yonhap handelte es sich vermutlich um eine Mittelstreckenrakete vom Typ Musudan. Ein Vertreter des US-Verteidigungsministeriums in Washington bestätigte die Angaben Seouls zu dem gescheiterten Test. Beide Länder hatten zuvor berichtet, dass Pjöngjang eine oder zwei Musudan-Raketen in der Nähe des Hafens Wonsan im Osten in Stellung gebracht habe. Die Raketen mit einer Reichweite von bis zu 4000 Kilometern sollten demnach anlässlich des Geburtstags des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il Sung abgeschossen werden. Kim war der Großvater des jetzigen Machthabers in Pjöngjang, Kim Jong Un.

Regierung verteidigt kürzere Asylverfahren für Nordafrikaner:

Die Bundesregierung hält trotz Menschenrechtsverletzungen an ihrer Einstufung von Tunesien, Marokko und Algerien als sichere Herkunftsländer fest. Bundesinnenminister Thomas de Maizière warb im Bundestag für seinen Gesetzentwurf. Gleichzeitig räumte er "Defizite im Hinblick auf die Menschenrechte" in diesen drei Maghrebstaaten ein. Mit dem Gesetz könne verhindert werden, dass schon alleine die Dauer des Asylverfahrens einen Anreiz bilde, nach Deutschland zu kommen, sagte de Maizière. Die Neuregelung wird von der Opposition und einigen SPD-Politikern abgelehnt. In den Staaten würden Homosexuelle verfolgt und Frauenrechte existierten gerade einmal auf dem Papier, sagte die Linken-Abgeordnete Ulla Jelpke. Die Grünen-Politikerin Luise Amtsberg sprach von einem "Blankoscheck für Menschenrechtsverletzungen". Das Gesetz soll die Bearbeitung der Asylanträge von Menschen aus Nordafrika verkürzen. Die Anerkennungsquote ist niedrig, die Abschiebungen gestalten sich oft schwierig.

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