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Nachrichten

15.04.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Unmittelbar vor dem NATO-Russland-Rat an diesem Freitag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine enge Kooperation bei der geplanten Raketenabwehr der Allianz ausgesprochen. Das Abwehrsystem sei eine Reaktion auf neue Bedrohungen, deshalb müsse die NATO so eng wie möglich mit dem russischen Partner zusammenarbeiten, betonte Merkel bei einem Treffen mit den Außenministern der Mitgliedstaaten in Berlin. Der Streit um den Raketenschild hatte das Verhältnis vor allem zwischen den USA und Russland in den letzten Jahren erheblich belastet, in den vergangenen Monaten gab es eine deutliche Entspannung. Russland möchte einen gemeinsamen Gefechtsstand, um sicher sein zu können, dass die Abwehr nicht gegen die eigenen Raketen gerichtet ist. Die NATO strebt ein eng verbundenes System an, beharrt aber auf getrennten Entscheidungsstrukturen.

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Die Nato hat bestritten, am Donnerstag Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen zu haben. Eine Nato-Sprecherin sagte in Berlin, sie könne bestätigen, dass Flugzeuge eine Batterie von Flugabwehrraketen, rund 40 Kilometer südlich von Tripolis, getroffen hätten. Das libysche Staatsfernsehen hatte behauptet, die Ziele hätten in der Stadtmitte gelegen. Dabei habe es auch unter Zivilisten Opfer gegeben. Bei neuen Angriffen von Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi auf die Hafenstadt Misrata wurden nach Angaben der Aufständischen mindestens 23 Menschen getötet, vor allem Frauen und Kinder. Misrata ist die letzte Enklave der Rebellen im Westen des Landes.

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Eine Zukunft Libyens mit dem Machthaber Muammar al-Gaddafi ist nach Ansicht der politischen Führungen in Washington, Paris und London undenkbar. Die Welt würde sich andernfalls eines "unverschämten Verrats" schuldig machen, schreiben US-Präsident Barack Obama, sein französischer Kollege Nicolas Sarkozy und der britische Premierminister David Cameron. In einem gemeinsamen Artikel für vier große internationale Zeitungen werfen sie Gaddafi vor, dieser versuche, sein Volk zu "massakrieren". Sie würden "nicht aufgeben, bis die UN-Resolutionen umgesetzt sind", bekräftigten die drei Politiker. Mit der Resolution 1973 hatte der Weltsicherheitsrat Mitte März den Weg freigemacht für einen internationalen Militäreinsatz im libyschen Luftraum. Er soll dem Schutz der Zivilbevölkerung dienen.

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Der im Gazastreifen entführte Italiener ist tot. Ein Sprecher der Sicherheitskräfte der regierenden Hamas teilte mit, die Leiche sei auf einer Straße in Gaza-Stadt gefunden worden. Zwei seiner mutmaßlichen Entführer seien festgenommen worden. Der pro-palästinensische Friedensaktivist war von einer bisher unbekannten Gruppe von Salafisten verschleppt worden. Die Geiselnehmer hatten im Internet mit der Ermordung des Italieners gedroht, sollte ihre Forderung nach der Freilassung von mehreren inhaftierten Gesinnungsgenossen nicht erfüllt werden. Im Gazastreifen gibt es fünf größere Salafistengruppen, die alle für eine strenge Form des sunnitischen Islam eintreten. Sie sind mit der Hamas verfeindet.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Ministerpräsidenten der Bundesländer zu einem Energiegipfel geladen. Bei dem Treffen an diesem Freitag im Kanzleramt in Berlin soll über die Rahmenbedingungen der künftigen Energiepolitik diskutiert werden, insbesondere darüber, wie der Ausstieg aus der Atomenergie beschleunigt und der Ausbau erneuerbarer Energien forciert werden kann. Ein zentrales Thema der Beratungen soll auch der Bau neuer Stromtrassen sein, denn das deutsche Stromnetz gilt als veraltet und einer Energiewende nicht gewachsen. Die Bundesregierung erwartet nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" Mehrbelastungen von rund drei Milliarden Euro jährlich für Bürger und Unternehmen durch die angestrebte Energiewende. - Das hätten erste Berechnungen zu dem von Umweltminister Norbert Röttgen und Wirtschaftsminister Rainer Brüderle erarbeiteten Konzept für einen beschleunigten Umstieg auf regenerative Energien ergeben. - Nach der Reaktorkatastrophe in Japan hatte die Bundesregierung angeordnet, alle 17 deutschen Atomkraftwerke einer strengen Sicherheitskontrolle zu unterziehen. Die ältesten Meiler wurden für den dreimonatigen Untersuchungszeitraum vom Netz genommen.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonne und Wolken wechseln sich vielerorts ab, in der Westhälfte längere Aufheiterungen und trocken, im Südosten sind einzelne Schauer möglich. Die Höchstwerte erreichen zehn bis 18 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Samstag im Norden und Osten zeitweise dichte Wolkenfelder, aber kaum Regen. Nach Südwesten hin mehr Sonne.

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