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Nachrichten

15.03.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Ein Jahr nach Beginn der blutigen Unterdrückung der syrischen Protestbewegung durch das Regime von Präsident Baschar al-Assad hat dessen engster Verbündeter Russland schärfere Töne angeschlagen. Außenminister Sergej Lawrow warf Assad vor, Reformen für ein Ende der Gewalt zu verzögern. Leider schlügen sich nicht alle russischen Ratschläge rechtzeitig in Assads Handlungen nieder, sagte Lawrow nach Angaben der Agentur Interfax bei einer Rede im Parlament in Moskau. Saudi-Arabien und die Niederlande schlossen wegen der jüngsten Entwicklungen in Syrien ihre Botschaften in Damaskus. Die Vereinten Nationen warnten angesichts der anhaltenden Gewalt vor einer Hungersnot in dem arabischen Land.

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Das mit rund 18 Millionen Einwohnern bevölkerungsstärkste deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen steht vor vorgezogenen Neuwahlen. Am Mittwoch beschloss das Landesparlament in Düsseldorf einstimmig seine Auflösung. Zuvor war die rot-grüne Minderheitsregierung unter der SPD-Regierungschefin Hannelore Kraft nach rund 20 Monaten im Amt mit ihrem Haushaltsentwurf gescheitert. Die Opposition aus CDU, FDP und Linkspartei votierte geschlossen gegen den Einzeletat des Innenministeriums. Damit galt der gesamte Haushalt als gescheitert. Nun muss laut Verfassung binnen zwei Monaten ein neuer Landtag gewählt werden. Als Spitzenkandidat der CDU tritt Bundesumweltminister Norbert Röttgen gegen Kraft an. Die Frage, ob er im Falle einer Wahlniederlage auch als Oppositionsführer nach Düsseldorf kommen werde, ließ Röttgen unbeantwortet.

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Bundesweit werden nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" mehr als 100 Rechtsextremisten wegen Straftaten gesucht. Gegen sieben Neonazis laufe auch eine internationale Fahndung. Vor allem in den großen westlichen Bundesländern seien etliche Neonazis flüchtig. Das gehe aus der Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Partei Die Linke hervor. Den Angaben zufolge standen Anfang Januar bundesweit 160 Rechtsextremisten auf den Fahndungslisten, 37 von ihnen in Bayern und je 29 in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Von den bundesweit 160 Gesuchten haben die Fahnder bis März bereits 46 Rechtsextremisten festnehmen können. Bei den Straftaten, für die ein Haftbefehl ausgestellt wurde, sind nach Angaben der Zeitung nicht nur Gewaltverbrechen, Volksverhetzung und andere szenetypische Delikte. Etliche Rechtsextremisten würden auch wegen Betrugs, Diebstahls oder Drogendelikten gesucht.

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Die Regierung von Aserbaidschan hat beim Besuch von Bundesaußenminister Guido Westerwelle deutsche Kritik an der Lage der Menschenrechte zurückgewiesen. Außenminister Elmar Mamedjarow wehrte sich in Baku in scharfer Form gegen Äußerungen des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning. Löning, der zu Westerwelles Reise-Delegation gehört, kritisierte mehrfach die Lage der Menschenrechte in der Ex-Sowjetrepublik. So verlangte er, im Vorfeld des im Mai in Baku stattfindenden Eurovision Song Contest sämtliche politischen Gefangenen freizulassen. Westerwelle ging auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Mamedjarow nicht auf dessen Vorwürfe ein. Aserbaidschan steht international wegen zahlreicher Verstöße gegen demokratische Grundrechte in der Kritik.

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Aus Protest gegen die Ermordung von 16 Zivilisten durch einen US-Soldaten sind im Süden Afghanistans rund tausend Menschen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten in der Stadt Kalat in der Provinz Sabul riefen anti-amerikanische Parolen und forderten einen öffentlichen Prozess für den Soldaten, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Provinz grenzt an Kandahar, wo sich der Amoklauf am Sonntag ereignet hatte. Unter den getöteten Zivilisten sind auch drei Frauen und neun Kinder. Der mutmaßliche Täter war am Mittwoch außer Landes gebracht worden.

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Nach mehr als acht Monaten Geiselhaft haben die Taliban in Pakistan ein verschlepptes Schweizer Ehepaar freigelassen. Die Schweizer seien in Sicherheit in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar, sagte ein Armeesprecher. Die Touristen waren im vergangenen Juli im Südwesten des Landes entführt worden. Die Taliban hatten unter anderem die Entlassung von Aufständischen aus der Haft in Pakistan gefordert. Unklar blieb zunächst, ob für die Freilassung der Schweizer Lösegeld gezahlt oder politische Forderungen erfüllt wurden. Weiterhin sind in Pakistan ein deutscher, ein italienischer und ein amerikanischer Entwicklungshelfer verschleppt.

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