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Nachrichten

15.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

An Bord des havarierten Kreuzfahrtschiffs vor der italienischen Küste haben Rettungskräfte einen dritten Überlebenden entdeckt. Die Feuerwehr teilte mit, sie hätten mit der Person gesprochen, sie aber noch nicht geborgen. In der Nacht zu Sonntag war ein Paar aus Südkorea gerettet worden, das seine Flitterwochen auf dem Kreuzfahrtschiff verbringen wollte. Die "Costa Concordia" war am Freitagabend mit mehr als 4200 Menschen an Bord auf einen Felsen vor der Insel Giglio gelaufen und leck geschlagen. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben, etwa 60 wurden verletzt. Der Kapitän Francesco Schettino wurde inhaftiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn wegen fahrlässiger Tötung und Herbeiführung eines Schiffbruchs.

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den syrischen Präsidenten Baschar Assad erneut zu einem Ende der Gewalt in seinem Land aufgefordert. Auf einer Konferenz über Demokratie in der arabischen Welt sagte Ban in Beirut, die Zeiten der Alleinherrscher und Familiendynastien im Nahen Osten seien vorüber. Unterdessen hat Assad einem Medienbericht zufolge eine Generalamnestie für Gewaltverbrechen seit Beginn des Aufstands erteilt. Die Straffreiheit gelte für den Zeitraum vom 15. März 2011 bis 15. Januar 2012, berichtete die Nachrichtenagentur Sana. Weitere Details wurden zunächst nicht bekanntgegeben. Im März hatte der Aufstand gegen das Assad-Regime begonnen. Nach UN-Angaben sind seither in Syrien mehr als 5000 Menschen getötet worden.

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Bei einem neuen Bombenanschlag im Irak sind mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Der Sprengsatz detonierte neben einer Polizeistation in Baiji, rund 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, wie die Behörden mitteilten. Zahlreiche Gebäude wurden durch die Explosion schwer beschädigt. Erst am Samstag waren bei einem Selbstmordanschlag in der südirakischen Stadt Basra 61 schiitische Pilger getötet und mehr als 130 Menschen verletzt worden.

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Erstmals seit Veröffentlichung des umstrittenen Iran-Dossiers der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) sollen deren Experten wieder Atomanlagen im Land begutachten. Die Inspektoren kämen am 28. Januar und sollten die zweite iranische Anlage zur Uran-Anreicherung in Fordo untersuchen, kündigte das Außenministerium in Teheran an. Vom Bericht der Experten dürfte abhängen, ob die internationalen Gespräche über das iranische Atomprogramm wieder in Gang kommen. In der lange geheim gehaltenen unterirdischen Anlage Fordo, rund 160 Kilometer südlich von Teheran, soll Uran auf bis zu 20 Prozent angereichert werden. Die Iraner wollen die Anlage im Februar in Betrieb nehmen. Im Weltsicherheitsrat hatten die Vertreter Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und der USA am Mittwoch betont, dass der Iran damit gegen Resolutionen des Sicherheitsrates und auch der IAEA verstoße.

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Nach US-Außenministerin Hillary Clinton und ihrem britischen Kollegen William Hague hat auch Frankreichs Außenamtschef Alain Juppé die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi in ihrer Heimat getroffen. Juppé kam mit der Friedensnobelpreisträgerin in ihrem Privathaus zu einem knapp einstündigen Gespräch zusammen. Suu Kyi sagte später, beide wollten gemeinsam den Demokratisierungsprozess in Birma unterstützen. Am Abend will Juppé die 66-Jährige in einer offiziellen Zeremonie mit dem Orden der französischen Ehrenlegion für ihre Verdienste auszeichnen. Nach Jahrzehnten unter Militärherrschaft wird Birma seit März 2011 von einer nominell zivilen Regierung unter Präsident U Thein Sein geführt. Der frühere General überraschte Beobachter mit der Einleitung von Reformen und der Aufnahme von Gesprächen mit der Opposition. Suu Kyi will bei einer für den 1. April geplanten Nachwahl zum Parlament in einem Wahlkreis bei Rangun antreten.

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Die Wiederwahl von Taiwans Präsident Ma Ying-jeou ebnet den Weg für einen Ausbau der schwierigen Beziehungen zum kommunistischen China. Der Wahlsieg beseitigt auch die Gefahr neuer Spannungen in dem sechs Jahrzehnte wärenden Krisenherd in Asien. Mit einer klaren Mehrheit haben die Wähler dem 61-Jährigen den Auftrag erteilt, die seit 2008 verfolgte wirtschaftliche Annäherungspolitik gegenüber China vorsichtig fortzusetzen. Seine regierende Kuomintang-Partei konnte auch wieder die Mehrheit im Parlament gewinnen, auch wenn sie Sitze an die Opposition abgeben musste. Ma will nach eigenen Angaben zunächst die wirtschaftlichen Kontakte zu China weiter ausbauen, bevor er mit Peking über politische Fragen diskutiert. China begrüßte am Sonntag den Wahlsieg, der "neue Möglichkeiten" in den Beziehungen biete. China strebt eine Wiedervereinigung mit Taiwan an, das es als abtrünnige Provinz betrachtet. Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1949 ist Taiwan faktisch unabhängig.

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