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Aktuell Welt

15.000 Ausländer beim IS unter Waffen

Diese Herausforderung hat es noch nie gegeben: Tausende Extremisten aus mehr als 80 Staaten schlossen sich den IS-Dschihadisten im Irak und in Syrien an. Und ein Ende des Zustroms ist nicht in Sicht.

Die Zahlen seit 2010 übersteigen alle bekannten Berichte über die Unterstützung durch terroristische Söldner in den Krisengebieten der Welt um ein Vielfaches: In bislang "nicht gekannter Größenordnung" hätten sich extremistische Freiwillige der Terrorarmee des so genannten "Islamischen Staats" (IS) und anderen Dschihadisten angeschlossen, warnen die Vereinten Nationen in einer neuen Analyse. 15.000 Männer und Frauen aus mehr als 80 Ländern seien nach Syrien und in den Irak gezogen, um für die Islamisten zu kämpfen, zitieren der britische "Guardian" und die Agentur AP aus dem UN-Papier.

Die Zeitung "Washington Post" berichtet unter Berufung auf den amerikanischen Geheimdienst von ähnlich erschreckenden Rekrutierungen der IS. Demnach werden monatlich bis zu 1000 ausländische Extremisten eingeschleust.

In dem Bericht der UN-Experten ist zudem von einer Kooperation von Kämpfern aus Frankreich, Russland und Großbritannien die Rede. Der britische Polizeichef Bernard Hogan-Howe hatte jüngst erklärt, jede Woche machten sich im Schnitt fünf Briten auf den Weg zum IS nach Syrien oder in den Irak.

Die Vereinten Nationen befürchten, dass immer mehr Staaten Probleme mit Kämpfern bekommen könnten, die von der Front im Nahen Osten in ihre Heimat zurückkehren.

Der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, hat noch einmal die Einrichtung von regionalen Waffenstillstandszonen für Syrien vorgeschlagen. So könne zum einen die humanitäre Versorgung verbessert werden. Zu anderen könnten die lokalen Vereinbarungen Grundstein für eine spätere Friedenslösung in dem Bürgerkriegsland sein, hieß es in New York. Als möglicher Testfall wurde Aleppo genannt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte erneut die Strategie des Westens gegen die IS-Milizen in Syrien. Immer gehe es nur um die belagerte Kurdenstadt Kobane, aus der fast alle Zivilisten geflohen sein, beklagte Erdogan bei seinem Frankreich-Besuch. Warum fliege man denn nicht ähnlich schwere Luftangriffe in anderen Regionen, zum Beispiel in Idlib, fragte der Staatschef.

SC/ml (APE, afpe, dpa)