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Ostmitteleuropa

1,5 Millionen Ungarn ohne Zugang zu Wasser, Strom und Heizung

- Viele Menschen ohne Dach über dem Kopf

Budapest, 27.10.2004, PESTER LLOYD, deutsch

Wenn man durch die Straßen Budapests geht, springen einem zwangsläufig die große Zahl und die Verelendung der Obdachlosen der Stadt ins Auge. Anders als in alten EU-Mitgliedsländern ist dieses Phänomen in den Staaten Zentral- und Osteuropas relativ neu: vor 1989 gab es entweder keine Obdachlosigkeit oder nur solche in versteckter Form. Die Zahl der Obdachlosen in Ungarn ist nicht hinreichend statistisch erfasst, außerdem ist die Definition umstritten: Schätzungen zufolge gibt es ca. 25.000 effektiv Obdachlose, die auf der Straße leben, darüber hinaus aber ca. 300.000 Menschen, die nur einen rechtlich ungesicherten Anspruch auf ihren Wohnraum haben und jederzeit vor die Tür gesetzt werden können. Des Weiteren haben 500.000 Ungarn Schulden, die schon seit über sechs Monaten bestehen und zum Wohnungsverlust führen können, weitere 500.000 verfügen über persönlichen Wohnraum von weniger als sechs Quadratmetern, was als nicht adäquates Heim angesehen wird. Insgesamt 1,5 Millionen Menschen leben in unzulänglichen Verhältnissen, d.h. ihr Wohnraum bietet nicht – dem Minimalstandard entsprechend – Zugang zu Wasser, Strom und Heizung.

Unlängst fand in Budapest eine europäische Konferenz zum Thema "Präventive Strategien in Kampf gegen Obdachlosigkeit" statt. Organisiert von FEANTSA – die europäische Vereinigung nationaler Vereine, die sich mit dem Problem der Obdachlosigkeit befassen –, der ungarischen Organisation HAJSZOLT ("Gehetzt") und der Heilsarmee Ungarn diente die Veranstaltung, an der Vertreter von Nicht-Regierungs-Organisationen (NGOs) vieler EU-Staaten teilnahmen, zum Austausch und zur Netzwerkbildung. (fp)

  • Datum 27.10.2004
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  • Permalink http://p.dw.com/p/5mYz
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