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Langsam gesprochene Nachrichten

14.10.2017 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 09:02

Nachrichten von Samstag, 14. Oktober 2017 – langsam gesprochen als MP3

Trump verweigert Bestätigung des Atomabkommens mit Iran:

US-Präsident Donald Trump hat Neuverhandlungen über das Atomabkommen mit dem Iran verlangt. Seine Regierung wolle mit den ausländischen Partnern zusammenarbeiten, um die "vielen ernsthaften Mängel" zu beseitigen. Als Beispiel nannte er, dass das iranische Raketenprogramm von dem Abkommen ausgeklammert sei. Trump kündigte an, dass er die per Gesetz alle 90 Tage nötige Bestätigung der Vereinbarung verweigern werde. Das kommt zwar keiner Aufkündigung gleich, Trump drohte aber, dies nachholen zu können. Die Zertifizierung durch den US-Präsidenten ist nicht Teil des Iran-Abkommens. Ein inneramerikanisches Gesetz schreibt dem Präsidenten vor, dem Kongress regelmäßig zu bescheinigen, ob der Iran sich an die Auflagen hält und das Abkommen weiterhin den Interessen der USA dient. Nun muss der US-Kongress über Sanktionen gegen den Iran entscheiden. Das Atomabkommen von 2015 sieht vor, dass der Iran wesentliche Teile seines Atomprogramms drastisch beschränkt. Dafür wurde die Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen in Aussicht gestellt.

 

Internationale Kritik an Trumps Entscheidung zum Atom-Deal:

Nach der Rede von US-Präsident Donald Trump hat sich der Iran zu dem Atomabkommen bekannt. Präsident Hassan Rohani sagte im staatlichen Fernsehen, solange die nationalen Sicherheitsinteressen des Iran gewährleistet seien, werde das Land Teil des Abkommens bleiben. In Bezug auf Trump sagte Rohani, das Abkommen sei solider "als dieser Herr denkt". Auf Trumps Drohung der einseitigen Aufkündigung des Abkommens erwiderte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini, es stehe "keinem einzelnen Land zu, es zu beenden". Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) widersprach der Behauptung, das Abkommen ermögliche nur eine schwache Überwachung. IAEA-Chef Yukiya Amano betonte, die Behörde "hatte bisher Zugang zu allen Orten, die sie besuchen wollte". Deutschland, Großbritannien und Frankreich warnten die US-Regierung und den Kongress in einer gemeinsamen Erklärung vor Schritten, die das Abkommen gefährden könnten. Auch Russland bedauerte Trumps Entscheidung und kritisierte dessen Wortwahl. Lob und Unterstützung erhielt der US-Präsident aus Israel, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

 

US-Bundesstaaten klagen gegen Aushöhlung von "Obamacare" :

Fast 20 US-Bundesstaaten klagen gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, gewisse Zuschüsse für Krankenversicherungen einzustellen. Unter anderem reichten die Generalbundesanwälte der Staaten Kalifornien, Kentucky und Massachusetts Klage ein. Wenn Trump ein gesetzlich vorgeschriebenes System beende, dass bereits in Betreib sei, missachte Trump Bundesgesetze, hieß es zur Begründung. Der New Yorker Generalbundesanwalt Eric Schneiderman nannte Trumps Vorgehen "atemberaubend rücksichtslos", die Zuschüsse "ohne Vorwarnung" zu stoppen und keinen Plan zu haben, um negative Konsequenzen einzudämmen. Nachdem Trump im US-Kongress mehrfach gescheitert war, das Krankenversicherungssystem "Obamacare" abzuschaffen, hatte er am Donnerstag eigene Maßnahmen bekannt gegeben, um dieses Ziel zu erreichen. Trump kündigte unter anderem an, umstrittene Milliardenzahlungen des Bundes an Versicherer einzustellen. Der Schritt könnte unabhängigen Experten zufolge zu einem massiven Anstieg der Prämien führen.

 

Unionspolitiker kritisieren Überlegungen zu muslimischem Feiertag:

Mit seinem Vorschlag, in Teilen Deutschlands einen muslimischen Feiertag einzuführen, ist CDU-Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf Kritik in den eigenen Reihen gestoßen. Mehrere führende Unionspolitiker lehnten seine Überlegungen ab. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte der "Bild"-Zeitung, das christliche Erbe sei nicht verhandelbar. Islamfeiertage einzuführen komme für die CSU nicht in Frage. Auch CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach äußerte, er sehe keinen überzeugenden Grund, künftig auch nicht-christliche Feiertage unter den Schutz einer gesetzlichen Regelung zu stellen. De Maizière hatte Anfang der Woche bei einer Parteiversammlung gesagt, man könne über einzelne muslimische Feiertage in bestimmten Regionen reden. Dabei hatte er auf Allerheiligen am 1. November verwiesen - einen Feiertag, der nur in katholisch geprägten Bundesländern gilt.

 

Medienbericht: Über 600 türkische Beamte beantragen Asyl in Deutschland:

Nach dem Putschversuch in der Türkei vergangenes Jahr haben mehr als 600 ranghohe türkische Staatsbeamte Asyl in Deutschland beantragt. Das geht aus Zahlen des Bundesinnenministeriums hervor, die den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vorliegen. Demnach haben bis Mitte September dieses Jahres 250 Personen mit türkischen Diplomatenpapieren und 380 mit Dienstausweisen für hohe Staatsbeamte in der Bundesrepublik um Asyl gebeten. Etwa 200 Asyl-Antragsteller mit türkischem Diplomatenpass hätten bis Mitte September einen positiven Bescheid bekommen. Die Zahl umfasse auch Familienangehörige - also Ehepartner und Kinder. Nach dem Putschversuch in der Türkei war die Zahl der Asylsuchenden aus dem Land deutlich angestiegen. Die deutsch-türkischen Beziehungen sind angespannt, auch aufgrund mehrerer inhaftierter Bundesbürger in der Türkei.

 

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