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Nachrichten

14.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Mit groß angelegten Razzien sind Polizei und Justiz gegen radikale Salafisten in Deutschland vorgegangen. Knapp 1000 Polizisten durchsuchten 70 Objekte in sieben Bundesländern. Dabei geht es vor allem um Beweismaterial für mögliche Vereinsverbote. Betroffen sind offenbar die Salafisten-Institutionen "Dawaffm", "Millatu Ibrahim Moschee" und "Die wahre Religion" um den radikalen Prediger Ibrahim Abou Nagie. Dieser hatte zuletzt mit kostenlosen Koran-Verteilungsaktionen in deutschen Städten für Aufsehen gesorgt. Radikale Salafisten stehen im Verdacht, mit ihrer Propaganda gewaltbereite Islamisten anzustacheln oder selbst Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.

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Außenminister Guido Westerwelle ist zu einem Kurzbesuch in Afghanistan eingetroffen. In der Hauptstadt Kabul nimmt er an einer Konferenz teil, zu der vor allem Nachbarstaaten und weitere Länder der Region eingeladen sind. Unter anderem nehmen Delegationen aus dem Iran, Pakistan, Usbekistan, China, Indien, Russland und der Türkei teil. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, wo Deutschland einen Beitrag leisten könne, neues Vertrauen aufzubauen, werde es dies tun. Geplant ist zudem ein Gespräch Westerwelles mit Präsident Hamid Karsai. Dabei geht es vor allem um die Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die Afghanen und den Abzug der ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014. Westerwelle hatte auch an der ersten Regionalkonferenz zu Afghanistan 2011 in Istanbul teilgenommen. Eine Stabilisierung Afghanistans ohne die Hilfe der Nachbarländer gilt als unmöglich.

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Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Spaniens gleich um drei Noten auf "Baa3" herabgestuft. Damit liegt die Bonitätsnote nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschniveau. Zudem droht Moody's gleich eine weitere Herabstufung an. Das von den Euro-Finanzministern zugesagte Hilfspaket von 100 Milliarden Euro zur Rekapitalisierung der Banken werde die Schuldenlast des Landes weiter steigen lassen, schreibt die Agentur. Spanien habe zudem nur noch einen sehr beschränkten Zugang zu den Finanzmärkten. Das Land ist in Bedrängnis, weil es seinen angeschlagenen Bankensektor vor dem Kollaps bewahren muss.

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Die australische Regierung will das weltweit größte Netzwerk von Meeresschutzgebieten schaffen. Es soll 44 Meeresparks umfassen und sich auf insgesamt 3,1 Millionen Quadratkilometer erstrecken. Das ist ein Drittel der australischen Küste. In dem Gebiet soll der Fischfang eingeschränkt werden. Zudem sollen bedrohte Tierarten wie der Sandtigerhai und der Blauwal besser geschützt werden. Zum Schutz von Riffen und Fischbeständen will Australien die Bestimmungen für die Erkundung von Gas- und Ölvorkommen verschärfen. Umweltminister Tony Burke sagte, sein Land habe beschlossen, "beim Schutz der Meere die Führungsrolle in der Welt zu übernehmen". Burke will den Plan auch beim Rio+20-Umweltgipfel nächste Woche in Brasilien als Modell für andere Küstenanrainer vorstellen.

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In Tunesien hat ein Militärgericht den früheren Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali wegen der blutigen Unterdrückung der Demonstrationen im Januar 2011 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Die Entscheidung bezog sich besonders auf die Rolle des Ex-Präsidenten bei der Tötung von etwa 20 Demonstranten durch die Polizei in den ersten Wochen des Volksaufstandes. Ben Ali wurde in Abwesenheit verurteilt, da er sich der Strafverfolgung durch die Flucht nach Saudi-Arabien entzogen hat. In einem früheren Verfahren war der ehemalige Machthaber bereits des Drogenhandels, des illegalen Waffenhandels und des Missbrauchs öffentlicher Gelder schuldig befunden und zu einer Haftstrafe von 66 Jahren verurteilt worden.

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