1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

14.04.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die Entsendung einer Beobachtermission der Vereinten Nationen zur Überwachung der Waffenruhe nach Syrien verzögert sich. Russland stellte sich im UN-Sicherheitsrat gegen eine von westlichen und arabischen Staaten formulierte Resolution. Moskaus UN-Botschafter Witali Tschurkin meinte, es müsse alles herausgestrichen werden, was für diesen besonderen Zweck nicht nötig sei. Der Weltsicherheitsrat setzt an diesem Samstag seine Beratungen fort. Eigentlich sollte im Tagesverlauf auch über die UN-Mission abgestimmt werden. Die UN wollen möglichst schon in der kommenden Woche zunächst 30 unbewaffnete Beobachter nach Syrien schicken. Syrische Soldaten nahmen am Samstag, dem dritten Tag der brüchigen Waffenruhe, laut Augenzeugen wieder die Protesthochburg Homs unter Beschuss. Zwei Stadtviertel seien bombardiert worden, berichteten Anwohner.

***

Unmittelbar vor Beginn der neuen Verhandlungsrunde über das umstrittene iranische Atomprogramm haben die USA das Land zu ernsthaften Gesprächen aufgefordert. Es könnten sicherlich nicht alle Streitpunkte bei einem einzigen Treffen beigelegt werden, sagte ein Berater von US-Präsident Barack Obama. Der Iran müsse bei dem Treffen an diesem Samstag in Istanbul aber seinen Willen unter Beweis stellen, ernsthafte Verhandlungen zu führen. Neben dem iranischen Atomunterhändler Said Dschalili nehmen an den Gesprächen Vertreter der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands teil. Die Gespräche sind die ersten dieser Art seit mehr als einem Jahr. Hintergrund ist die Befürchtung des Westens, der Iran könnte unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau einer Atombombe vorbereiten. Die Führung in Teheran bestreitet dies.

***

Der gescheiterte Raketenstart Nordkoreas ist international scharf kritisiert worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einer direkten Verletzung der UN-Resolution aus dem Jahr 2009. Der UN-Sicherheitsrat erklärte, den Start zu bedauern. Auch USA, Europäische Union und NATO verurteilten den Raketenstart. Bundesaußenminister Guido Westerwelle warnte vor einer Verschärfung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Nordkorea hatte am Freitag eine Rakete gestartet, die kurz nach dem Start abstürzte. Nach Darstellung der Führung in Pjöngjang sollte die Rakete einen Wettersatelliten ins All bringen. Der Westen vermutet hinter dem Start hingegen einen unzulässigen Test für das nordkoreanische Atomprogramm.

***

Vor Beginn des Amerika-Gipfels in Cartagena sind in Kolumbien mehrere kleinere Sprengsätze detoniert. Verletzt wurde niemand, es entstand Sachschaden. In Cartagena gingen je ein Sprengsatz in einem Transportterminal und in der Nähe eines Supermarkts hoch. In der Landeshauptstadt Bogotá explodierten zwei Sprengsätze in der Nähe der US-Botschaft. In der Nähe befinden sich auch mehrere Behördengebäude. Wenige Stunden vor den Explosionen war US-Präsident Barack Obama in Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste eingetroffen. Zu dem Gipfel werden mehr als 30 Staats- und Regierungschefs erwartet.

***

Die Militärs im westafrikanischen Guinea-Bissau haben nach ihrem Putsch eine Regierung der nationalen Einheit gefordert. Parteivertreter erklärten nach einem Treffen mit den Armeechefs, die Putschisten beanspruchten in einer solchen Regierung das Verteidigungs- und das Innenministerium. Anspruch auf den Posten des Regierungschefs hätten sie nicht erhoben. Der Weltsicherheitsrat forderte derweil eine Rückkehr der legitimen Regierung. Die Sicherheit von Regierungschef Carlos Gomes Junior und Interimspräsident Raimundo Pereira müsse gewährleistet werden. Zweieinhalb Wochen vor der geplanten Stichwahl um das Präsidentenamt hatten Soldaten am Freitag die Kontrolle über das öffentliche Leben in dem Land übernommen. Sie nahmen den amtierenden Präsidenten Pereira und Regierungschef Gomes fest.

***

Gegen die Verteilung kostenloser Koran-Exemplare durch radikal-islamische Salafisten in zahlreichen deutschen Städten regt sich weiter massiver Widerstand. Die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, sagte der Tageszeitung B. Z., den Salafisten gehe es um Propaganda und die Rekrutierung von Anhängern. Ähnlich äußerte sich der CSU-Innenpolitiker Hans-Peter Uhl. Der Bild-Zeitung sagte er, Salafisten müssten aufgrund ihrer Ideologie als klare Gegner der freiheitlich-demokratischen Grundordnung Deutschlands gelten. Der Vorsitzende des Islamrates und Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime, Ali Kizilkaya, sprach dagegen von einer "etwas panischen" Debatte. Es sei grundsätzlich erlaubt, religiöse Schriften und damit auch den Koran zu verteilen, sagte Kizilkaya der Frankfurter Rundschau. Die Verteilung von Koran-Ausgaben soll nach Angaben aus Sicherheitskreisen an diesem Wochenende in bundesweit rund 40 Städten fortgesetzt werden.

***

Im Kampf gegen die hohe Staatsverschuldung will die spanische Regierung verstärkt gegen Steuerbetrüger vorgehen. Das Land strebe ein neues Gesetz gegen Steuervergehen und Schwarzarbeit an, sagte Finanzminister Cristobal Montoro nach einer Kabinettssitzung in Madrid. Demnach sollen Barzahlungen nur noch bis zu einem Betrag von 2500 Euro erlaubt sein. Zudem müssten Steuerzahler künftig Auslandsguthaben offenlegen. Die spanische Regierung will das Land trotz des Unmuts der Bevölkerung mit einem scharfen Sparkurs aus der Schuldenfalle führen. Andernfalls droht der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone das gleiche Schicksal wie dem 2011 von der Pleite bedrohten Portugal, das unter den Euro-Rettungsschirm flüchten musste.

***

ZUM FUSSBALL: Der VfB Stuttgart steht kurz vor dem Einzug in den Fußball-Europacup. Im Freitagsspiel der Bundesliga besiegten die Schwaben ihren Verfolger Werder Bremen mit 4:1. Der Tabellen-Fünfte aus Stuttgart hat nun sieben Punkte Vorsprung auf Werder, das Achter blieb und die Europa League zu verpassen droht.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema