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Nachrichten

14.01.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Vor der Westküste Italiens sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen, als ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4000 Menschen an Bord verunglückte. 13 Menschen wurden nach einer vorläufigen Bilanz der Behörden verletzt. Das knapp 300 Meter lange Schiff "Costa Concordia" war am Freitagabend vor der toskanischen Küste auf eine Sandbank gelaufen. Die Küstenwache berichtete, Passagiere und Besatzung würden mit Rettungsboten auf die nahe gelegene Insel Giglio evakuiert. Die Ursache für das Unglück war zunächst unklar. In das Schiff dringe Wasser ein, es werde aber nicht sinken, hieß es.

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Die US-Ratingagentur Standard & Poor's hat die Bonität von gleich neun Euroländern herabgestuft und dem Kampf gegen die europäische Schuldenkrise damit einen schweren Schlag versetzt. Frankreich und Österreich verloren ihre Bestnote AAA. Ebenfalls um eine Stufe nach unten ging die Bewertung von Malta, der Slowakei und Slowenien. Gleich zwei Stufen büßten Italien, Spanien, Portugal und Zypern ein. Deutschland behielt dagegen seine Spitzenbewertung Tripple-A. Durch die Herabstufung wird es teurer, sich Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Das dürfte Folgen für den Euro-Rettungsfonds EFSF haben, da Frankreich neben Deutschland Haupt-Geldgeber ist.

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Nach der Herabstufung der Bonität von neun Euro-Ländern hat sich die Bundesregierung entschlossen gezeigt, die Euro-Schuldenkrise zu überwinden. Nun müsse die Eurozone durch einen Haushaltspakt stabilisiert werden, erklärte das Bundesfinanzministerium. Die EU verhandelt zur Zeit über ein EU-weites Abkommen, das die Staatsverschuldung in Europa begrenzen soll. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte, die Entscheidung der Ratingagentur S&P sei nicht völlig überraschend gekommen. Sicher gebe es Verunsicherungen gegenüber der Euro-Zone, aber nun gelte es, schrittweise das Vertrauen der Märkte zurückzugewinnen. Wichtiger als "Tagesentscheidungen der Märkte" sei eine mittelfristige gemeinsame Politik, sagte Schäuble.

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Der Europäische Rettungsschirm EFSF soll seine Top-Bonität behalten. Das bekräftigte Eurogruppen-Präsident Jean-Claude Juncker nach der Entscheidung der US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), Frankreich und acht andere Euro-Länder in ihrer Kreditwürdigkeit herabzustufen. Ohne die bisherige Triple-A-Bewertung wird es für einen der Hauptfinanzierer des Rettungsschirms, für Frankreich, teurer, seinen Anteil am Euro-Rettungsschirm von 160 Milliarden Euro aufzubringen. EU-Währungskommissar Olli Rehn kritisierte, die S&P-Entscheidung sei nicht nachvollziehbar, weil doch gerade die Zinsen für Italien und Spanien gesunken seien und somit die Spannungen am Kapitalmarkt nachgelassen hätten.

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Die CDU steckt auf einer Klausur ihres Bundesvorstandes ihre Ziele für 2012 ab. Bei dem zweitägigenTreffen in Kiel soll es am Wochenende um das Thema Innovation und Wachstum gehen. Beobachter gehen aber davon aus, dass auch die Eurokrise und die Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff eine Rolle spielen werden. Einige Unions-Politiker fordern inzwischen offen den Rücktritt des Bundespräsidenten. Generalsekretär Hermann Gröhe sagte dagegen, Wulff habe sich zwar ungeschickt verhalten, aber nichts Unrechtes getan. In den Umfragen legt die Union trotz Wulff-Debatte sogar zu. Laut ZDF-Politbarometer käme sie auf 36 Prozent (plus zwei Punkte), wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wären.

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In Ägypten zeichnet sich ein überwältigender Sieg der Islamisten bei der ersten Parlamentswahl nach dem Sturz von Husni Mubarak ab. Die als etwas moderater geltende Muslimbruderschaft kommt nach eigenen Angaben auf 46 Prozent, die strengere Nur-Partei auf 23 Prozent der Stimmen. Das offizielle Ergebnis soll kommende Woche bekanntgegeben werden. Die Wahl hatte sich über mehrere Wochen hingezogen. Das neue Parlament soll vor allem 100 Mitglieder für eine verfassunggebende Versammlung bestimmen. Der frühere US-Präsident Jimmy Carter zeigte sich bei einem Besuch in Kairo enttäuscht, dass so wenige Frauen zu den Wahlen aufgestellt worden seien. Im neuen Parlament würden wahrscheinlich gerade mal ein Prozent weibliche Abgeordnete sitzen, kritisierte er.

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