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Kultur

140 berühmte Filmemacher protestieren gegen neue Oscar-Regeln

Mehr als 140 hochkarätige Filmschaffende, darunter Robert Redford, Martin Scorsese und der deutsche Regisseur Tom Tykwer, haben mit einer Anzeige im Filmblatt "Variety" gegen die neuen Oscar-Regeln protestiert. Sie kritisieren die kürzlich von der Filmakademie beschlossene Maßnahme, den Oscar-Juroren keine Videos und DVDs der Filme mehr zu schicken, so dass diese zur Beurteilung der Streifen ins Kino gehen müssen. Dies benachteilige Filme ohne Staraufgebot aus kleineren Studios mit niedrigem Werbeetat bei der Oscar-Vergabe, weil sie in deutlich weniger Kinos laufen als große Blockbuster. "Als kreative Künstler stellen wir uns hinter diese Filme und lehnen die von der Filmakademie (MPAA) geschaffene Hürde" für ihre Verbreitung ab, heißt es in dem Text.

Die "Motion Picture Association of America", die den Oscar verleiht, hatte sich mit den großen Hollywoodstudios darauf geeinigt, Kopien ihrer Filme nicht mehr an Oscar-Juroren zu verschicken. Damit können sich die Juroren künftig nicht mehr zu Hause auf ihrer Couch zurücklehnen und jeden Film in Ruhe, möglicherweise auch mehrmals betrachten, sondern müssen zur Beurteilung ins Kino gehen.

Als Grund für die neue Maßnahme machten die Studios die Sorge geltend, dass die mit der Post versandten "Screener"-Kassetten illegal kopiert und ins Internet gestellt werden könnten. Der wahre Grund ist nach Meinung der Filmschaffenden aber ein anderer. Sie meinen, dass die Blockbuster-Studios auf diesem Weg die Konkurrenz der kleinen innovativen Indie-Studios ausschalten können, die ihnen in den vergangenen Jahren häufig den lukrativen Oscar weggeschnappt hatten.