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Sport

14. Wettkampftag: Zweimal Gold für deutsche Kanuten

Mit zweimal Gold, einmal Silber und einmal Bronze haben die deutschen Kanuten am ersten Finaltag ihre eigenen hohen Erwartungen erfülllt.

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Gold für den deutschen Kajak-Vierer der Frauen

Ihrer Favoritenrolle gerecht wurden Fanny Fischer, Nicole Reinhardt, Katrin Wagner-Augustin und Conny Wasmuth im Kajak-Vierer über 500 m. Das Paradeboot der deutschen Frauen ließ der Konkurrenz bei seinem glatten Start-Ziel-Sieg nicht die Spur einer Chance und siegte vor Ungarn und Australien. Dabei fuhr das Boot gar nicht in seiner Standardbesetzung, denn Conny Wasmuth war nur für die erkrankte Carolin Leonhardt eingesprungen.

Olympia 2008 Deutschland Gold Zweierkajak Martin Hollstein und Andreas Ihle

Ebenfalls erfolgreich: Der Kajak-Zweier der Männer

Für eine Überraschung sorgten anschließend Martin Hollstein und Andreas Ihle im Kajak-Zweier über 1000 m mit ihrem Sieg über Dänemark und Italien. Beide fahren erst wenige Monate in einem Boot. Zudem fehlte Martin Hollstein mit seinen 21 Jahren noch jegliche Erfahrung und so galten beide nicht als Goldanwärter.

Nur knapp verpaßten Christian Gille und Tomasz Wylenzek den Olympiasieg im Canadier-Zweier über 1000 m. Die Olympiasieger von 2004 lagen praktisch das ganze Rennen vorn und wurden erst auf der Ziellinie von den Weißrussen abgefangen. Erst nach dem Rennen wurde bekannt, dass Christian Gille in den letzten Tagen krank geworden war und wegen eines Infekts behandelt werden musste. Tomasz Wylenzek hatte sich so verausgabt, dass er bei einem Interview nach dem Rennen mit einem Kreisluafkollaps zusammenbrach und ins Krankenhaus gebracht werden musste, wo er nach Angaben des Verbandes wegen Austrocknung behandelt wurde. Zum Abschluß der Finalrennen des ersten Tages holte der deutsche Vierer-Kajak über 1000 m noch Bronze hinter Weißrußland und der Slowakei.

Olympia 2008 Deutschland Andreas Dittmer Kanurennsport

Andreas Dittmer bei seinem letzten internationalen Rennen

Im Einer-Canadier über 1000 m setzte sich leider die Serie der verpatzten Rennen für Andreas Dittmer fort. Der dreimalige Olympiasieger, der sich zuvor nur mit Mühe und großem Kampf für das Finale qualifiziert hatte, spielte beim Olympiasieg des Ungarn Attila Vajda überhaupt keine Rolle und wurde nur Achter. Direkt nach dem Rennen deutete Dittmer an, seine internationale Karriere beenden zu wollen. Auch in der ersten Kanu-Entscheidung des Tages, dem Kajak-Einer über 1000 m war Max Hoff im Medaillenkampf chancenlos. Aber sein fünfter Rang war für ihn dennoch ein großer Erfolg, schließlich war er erst im letzten Jahr vom Wildwasserkanu ins Rennkanu gewechselt. Gold ging an den Briten Tim Brabants.

Hockeyspielerinnen reisen mit leeren Händen ab

Olympia 2008 Deutschland Hockey Frauen gegen Argentinien verloren

Enttäuschung bei Natascha Keller, Mandy Haase und Fanny Rinne (v.l.n.r.)

Nach ihrer Niederlage im Halbfinale gegen China, konnten die deutschen Hockey-Damen auch im Spiel um Bronze nicht gewinnen. Am Ende hieß es gegen Argentinien 1:3. Champions-Trophy-Sieger Argentinien hatte vom Anpfiff an das Spiel sicher im Griff und bemühte sich um Offensivaktionen. Dabei profitierten sie auch von zahlreichen Fehlern in der im bisherigen Turnierverlauf so starken deutschen Defensive. Claudia Burkart (11. Minute), Carla Rebecchi (22.) und Noel Barrionuevo (63./Strafecke) erzielten die Tore für die Südamerikanerinnen, die bereits 2004 Bronze geholt hatten. Für das deutsche Team traf Anke Kühn (45.). In Athen vor vier Jahren waren die deutschen Damen noch überraschend Olympiasiegerinnen geworden.

Überraschendes Gold im Modernen Fünfkampf

Olympia 2008 Deutschland Gold Moderner Fünfkampf Frauen Lena Schöneborn

Lena Schöneborn feiert ihren Erfolg

Lena Schöneborn hat die erste deutsche Medaille für Moderne Fünfkämpfer seit 72 Jahren geholt. Schöneborn verteidigte im abschließenden 3000-Meter-Lauf erfolgreich ihren Vorsprung und setzte sich mit 5792 Punkten vor der Britin Heather Fell (5752) und Europameisterin Victoria Tereschuk aus der Ukraine (5672) durch. Zuletzt hatte Gotthard Handrick mit seinem Olympiasieg 1936 in Berlin olympisches Edelmetall für Deutschland geholt. Dieser Coup gelang nun auch der ehemaligen Schwimmerin Schöneborn, die vor acht Jahren zum Fünfkampf gewechselt war, bei ihrer ersten Olympiateilnahme. Dabei hatte die Vize-Weltmeisterin von 2007 nur einen durchwachsenen Auftakt in den Wettkampf hingelegt. Nach dem Schießen mit der Luftpistole auf Platz 20, übernahm sie sich nach dem Fechten und der Weltbestleistung von 28:7-Siegen auf der Planche die Führung und behauptetet diese mit persönlicher Bestzeit (2:16,91 Minuten) beim Schwimmen über 200 m Freistil. Nach einem nahezu fehlerfreien Ritt auf dem ihr zugelosten Pferd im Springreiten, konnte sie auch beim abschließenden Laufen nicht mehr überholt werden.

Dritter Weltrekord für Bolt, Clay gewinnt Zehnkampf

Olympia 2008 USA Zehnkämpfer Brian Clay

König der Athleten: Brain Clay

Usain Bolt aus Jamaika hat sein drittes Gold der Spiele gewonnen. Mit der 4 x 100 Meter-Staffel siegte er erneut in Weltrekordzeit. Bei den Frauen vergaben die Jamaikanerinnen ihre Goldchance durch einen Wechselfehler. Die Deutsche Frauen-Staffel belegte einen guten fünften Platz. Auf der Langstrecke schaffte Tirunesh Dibaba aus Äthiopien ein historisches Double. Nach ihrem Olympiasieg über 10.000 Meter holte sie auch über 5.000 Meter Gold. Das hat vor ihr noch keine Athletin geschafft. Zum König der Leichtathleten krönte sich Brian Clay aus den USA, der den Zehnkampf klar gewann. Andre Niklaus wurde Achter, Michael Schrader belegte Platz Zehn. Etwas mehr erwartet hatte man von den deutschen Stabhochspringern. Doch für Danny Ecker und Raphael Holzdeppe war nach 5,70 Metern bzw. 5,60 Meter Schluss. Olympiasieger wurde der Australier Steve Hooker mit übersprungenen 5,90 Metern. Als dritter Italiener in der olympischen Geschichte hat Alex Schwazer die Goldmedaille im 50 km Gehen gewonnen. Er siegte vor dem Australier Jared Tallent, der schon über 20 km Dritter geworden war. Auf den dritten Platz kam Denis Nischegorodow aus Russland. Bester Deutscher war Andre Höhne auf dem 12. Platz.

Premierensieger aus Frankreich und Lettland

Maris Strombergs, Mike Day und Jared Graves

BMX - Action pur

Erstmals durften auch die BMX-Radsportler um olympische Medaillen kämpfen. Im Wettbewerb der Frauen setzte sich die Französin Anne-Carolin Chausson vor ihrer Teamgefährtin Laetitia Le Corguille und Jill Kintner aus den USA durch. Bei den Männern setzte sich der Lette Maris Strombergs vor den Amerikanern Mike Day und Donny Robinson durch. Deutsche waren in beiden Wettbewerben nicht am Start.

Chinesische Turnerinnen im Visier

He Kexin, Olympia 2008

Ist sie wirklich schon 16? Chinas Turnerin He Kexin

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den Turn-Weltverband FIG aufgefordert, Nachforschungen zum korrekten Alter von drei Turnerinnen der chinesischen Gold-Riege anzustellen. Man habe festgestellt, dass es Fragezeichen gebe. Nicht klar war, welche neuen Informationen das IOC dazu bewogen, drei Tage nach Ende der Turn-Wettkämpfe nun den Weltverband zum Handeln aufzufordern. Schon vor Wochen waren Zweifel über das Alter von mindestens drei Turnerinnen Chinas aufgekommen, nachdem frühere Online-Aufzeichnungen, Meldelisten sowie auch ein Bericht der Staatsagentur Xinhua ans Tageslicht kamen, die das Alter der Goldmedaillen-Gewinnerinnen He Kexin, Jiang Yuyuan und Yang Yilin mit 14 Jahren ausweisen. Eine Turnerin muss aber laut FIG-Regularien in diesem Jahr ihr 16. Lebensjahr vollenden, um in Peking startberechtigt zu sein.

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