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Aktuelles

14 Jahre Haft für Kriegsverbrecher Lubanga

Der Internationale Strafgerichtshof hat den ehemaligen Rebellenführer Thomas Lubanga zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Lubanga hatte im Kongokrieg hunderte Kinder als Soldaten missbraucht.

Der 51-Jährige zeigte keinerlei Regung, als die Richter in Den Haag das Strafmaß verkündeten. Bereits im März hatte das Gericht ihn für schuldig befunden, im Kongokrieg 2002/2003 hunderte Kindersoldaten unter 15 Jahren zwangsrekrutiert zu haben. Lubanga habe den Einsatz systematisch geplant, geleitet und ausgeführt und auch selbst Kinder als Leibwächter benutzt, erklärte das Gericht damals. Während des Prozesses hatten die Kläger beschrieben, wie Lubangas Milizen kleine Jungen zu Kämpfern ausbildeten und junge Mädchen als Sexsklavinnen missbrauchten.

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Langjährige Haftstrafe für Milizenführer

Das Gericht blieb mit seinem Urteil weit hinter den Forderungen der Anklage zurück: Sie hatte eine dreißigjährige Haftstrafe gefordert. Allerdings erklärte die Staatsanwaltschaft, sich mit 20 Jahren Haftstrafe zufriedenzugeben, sollte Lubanga sich bei seinen Opfern "aufrichtig entschuldigen".

"Sexueller Missbrauch nicht bewiesen"

2006 war Lubanga nach Den Haag überstellt worden, sein Prozess begann Anfang 2009. Während der insgesamt 204 Prozesstage riefen Staatsanwaltschaft und Verteidigung mehr als 60 Zeugen auf. Auch frühere Kindersoldaten kamen zu Wort. Dennoch: Die Anklage habe die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs nicht zweifelsfrei beweisen können, so der Vorsitzende Richter Adrian Fulford. Lubanga selbst hatte auf nicht schuldig plädiert.

Die Zeit, die Lubanga bereits hinter Gittern verbracht hat, rechnet ihm das Gericht an. Das bedeutet, dass der Kriegsverbrecher noch acht weitere Jahre im Gefängnis verbringen muss. Es ist das erste Mal seit seiner Gründung vor zehn Jahren, dass das Weltstrafgericht in Den Haag eine Strafe verhängt hat.

fi/li (afp, dpa, dapd, epd)

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