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Aktuell Nahost

14 IS-Terroristen bei US-Luftangriff getötet

Die USA und ihre Verbündeten haben ihre Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien fortgesetzt. Dabei starben mindestens 14 Islamisten. Zudem wurden erstmals vom IS kontrollierte Öl-Raffinerien bombardiert.

Die Angriffe in der Nacht zum Donnerstag richteten sich nach Angaben von Pentagon-Sprecher John Kirby gegen zwölf Raffinerien sowie ein Fahrzeug des IS. Mit den Bombardierungen soll offenbar eine wichtige Geldquelle der Dschihadisten ausgetrocknet werden: Die Extremistenorganisation finanziert sich unter anderem durch die Einnahmen aus mehreren von ihr kontrollierten Raffinerien in Syrien und im Irak. Die Anlagen produzieren nach Angaben des US-Militärkommandos Centcom etwa 300 bis 500 Barrel Öl täglich, was Einnahmen in Höhe von rund zwei Millionen Dollar pro Tag, umgerechnet etwa 1,5 Millionen Euro, entspreche. Bei den Luftangriffen sollen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 14 IS-Kämpfer sowie fünf Zivilisten im Nordosten Syriens getötet worden sein.

Belgien und Niederlande schicken Kampfjets

Unterstützung erhalten die USA und ihre überwiegend arabischen Verbündeten bald auch aus Belgien und den Niederlanden. Die beiden europäischen Länder kündigten die Entsendung von jeweils sechs Kampfjets für Luftangriffe gegen die Dschihadistengruppe im Irak an. Die Niederlande wollen zudem irakische und kurdische Militärs ausbilden, sagte Vizeregierungschef Lodewijk Ascher. Der Einsatz solle in der kommenden Woche beginnen und bis zu zwölf Monate dauern. Insgesamt sollen 380 Soldaten in den Irak geschickt werden. Die Regierung in Bagdad habe bereits grünes Licht für die Militäroperation gegeben. Die niederländische Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert sagte, dass die Mission auch auf Syrien ausgeweitet werden könnte. Die militärische Beteiligung der Niederlande muss noch vom Parlament abgesegnet werden. Die Mehrheit der Abgeordneten dürfte den Vorschlag der Regierungskoalition unterstützen.

Das britische Unterhaus soll am Freitag über eine mögliche Beteiligung am Kampf gegen den IS abstimmen. Medienberichten zufolge könnte die britische Luftwaffe bereits am Wochenende mit Angriffen beginnen. Auf Zypern sind sechs britische Tornado-Kampfflugzeuge stationiert.

Historisches Treffen zwischen Cameron und Ruhani

Am Mittwoch hatte

der UN-Sicherheitsrat eine Resolution verabschiedet

, die den Strom ausländischer Terrorkämpfer nach Syrien und in den Irak stoppen soll. Am Rande der UN-Generaldebatte berieten der britische Premierminister David Cameron und der iranische Präsident Hassan Ruhani über die Bedrohung durch den IS. Der Iran könne "Teil der Lösung" sein, sagte Cameron im Anschluss an das Gespräch. Teheran könnte dabei helfen, den Irak und Syrien zu stabilisieren. Wenn die iranische Regierung dazu bereit sei, "dann sollten wir ihr Engagement begrüßen".

Das Gespräch in den Räumen der britischen UN-Vertretung war das erste Treffen eines britischen Regierungschefs mit einem iranischen Staatsoberhaupt seit der Islamischen Revolution im Iran 1979. Die Beziehungen des Westens zur iranischen Führung verbesserten sich seit dem Amtsantritt des moderaten Ruhani vor gut einem Jahr merklich. London kündigte im Juni die Wiedereröffnung der britischen Botschaft in Teheran an. Ruhani veröffentlichte im Onlinedienst Twitter ein Foto, das ihn und Cameron bei ihrem Gespräch zeigt. "Eine Stunde konstruktiven und pragmatischen Dialogs, neuer Ausblick", schrieb der iranische Präsident dazu. Am Donnerstag spricht Ruhani bei der UN-Generaldebatte.

Die sunnitische IS-Miliz hat im Irak und im benachbarten Syrien weite Landesteile unter ihre Kontrolle gebracht und ein Kalifat ausgerufen. Sie geht mit äußerster Brutalität gegen alle vor, die sie als Ungläubige betrachtet. Dazu gehören schiitische Muslime ebenso wie Kurden und Christen. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht.

ab/pg (afp, reuters)