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Nachrichten

13.12.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

In Syrien sind nach einer neuen Schätzung der Vereinten Nationen durch das gewaltsame Vorgehen der Kräfte des Regimes von Präsident Baschar al-Assad gegen die Opposition mehr als 5000 Menschen getötet worden. Mehr als 14.000 Anhänger der Protestbewegung seien festgenommen worden, rund 12.000 Syrer vor der Gewalt des Regimes außer Landes geflohen, sagte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay im Weltsicherheitsrat, der sich in New York erneut mit der Lage in Syrien befasste. Sie gehe davon aus, dass in Syrien Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen würden und habe dem Sicherheitsrat deshalb empfohlen, den Internationalen Strafgerichtshof anzurufen, teilte Pillay anschließend vor Journalisten mit. Vor der Sitzung des Sicherheitsrates hatte die Menschenrechtskommissarin in New York mit Bundesaußenminister Guido Westerwelle gesprochen. Dieser nannte Pillays Schilderungen der Lage in Syrien bedrückend. Westerwelle appellierte an die im Sicherheitsrat vertretenen Länder in Anbetracht der Zunahme von Grausamkeiten und Repressionen zu handeln. Eine Verurteilung Syriens durch den UN-Sicherheitsrat ist bislang am Widerstand Russlands und Chinas gescheitert.

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Tausende Menschen sind in Bengasi aus Protest gegen die libysche Übergangsregierung auf die Straße gegangen. In der Stadt, die eine Hochburg der Revolte gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi war, verlangten sie mehr Gerechtigkeit und Transparenz vom Nationalen Übergangsrat. Zudem wurde die Forderung laut, jeden Politiker mit Verbindungen zum alten Regime, von der Regierungsverantwortung auszuschließen. Der Vorsitzende des Übergangsrates, Mustafa Abdul Dschalil, warb in Tripolis um Geduld beim Aufbau demokratischer Strukturen. Man plane etwa die Integration von Kämpfern in die Zivilgesellschaft. Zudem sollten Gelder an Regionen und Städte verteilt werden, um diesen eine größere Autonomie zu ermöglichen. Für diejenigen, die Verbrechen gegen das libysche Volk begangen hätten, werde es keine Gnade geben, betonte Dschalil.

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Fast genau ein Jahr nach Beginn des Aufstands gegen den damaligen Machthaber Zine el Abidine Ben Ali hat Tunesien einen demokratisch bestimmten Präsidenten. Mit klarer Mehrheit wählte die verfassunggebende Versammlung den ehemaligen Dissidenten und Menschenrechtler Moncef Marzouki zum Staatsoberhaupt. Der 66-Jährige sprach von einem denkwürdigen Tag und kündigte an, ein -so wörtlich- Garant der Revolution zu sein. Marzoukis laizistisch eingestellte Mitte-Links-Partei bildet zusammen mit der stärksten politischen Kraft, der religiösen Ennahda-Partei, und den Sozialdemokraten eine Koalition. Laut Koalitionsvereinbarung soll Ennhada-Generalsekretär Hammadi Jébali Regierungschef werden. - In Tunesien hatte vor rund einem Jahr der sogenannte Arabische Frühling seinen Anfang genommen, der am 14. Januar mit der Vertreibung Ben Alis eine neue Ära einleitete.

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Kurz nach dem UN-Klimagipfel in Durban hat mit Kanada erstmals ein Land offiziell seinen Ausstieg aus dem Kyoto-Klimaschutzabkommen von 1997 erklärt. Das Kyoto-Protokoll funktioniere nicht, insbesondere weil die größten Verursacher von Treibhausgasen, die USA und China, ihre Beteiligung verweigerten, sagte Umweltminister Peter Kent. Zudem kritisierte die Regierung in Ottawa, dass die Emissionsvorgaben nur für Industriestaaten, nicht für Schwellen- und Entwicklungsländer gelten. Mit dem Ausstieg aus dem Kyoto-Abkommen umgeht Kanada auch drohende Strafzahlungen in Milliardenhöhe für nicht eingehaltene Klimaziele. - Im südafrikanischen Durban hatten sich die Teilnehmer der Weltklimakonferenz darauf verständigt, bis 2015 einen rechtlich verbindlichen Klimavertrag zu erarbeiten, um so die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen. Das Kyoto-Protokoll wurde für die Übergangszeit verlängert.

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In Italien gehen die Streiks gegen das milliardenschwere Sparprogramm weiter, mit dem Regierungschef Mario Monti die Schuldenkrise in den Griff bekommen will. An diesem Dienstag, dem zweiten Tag der von allen großen Gewerkschaften initiierten Streikwoche, werden viele Zeitungen nicht erscheinen. Im Verlauf der Woche wollen die Beschäftigten verschiedener Branchen immer wieder die Arbeit kurzzeitig niederlegen. Am Montag waren zehntausende Menschen dem Aufruf zu einem Generalstreik gefolgt. Sowohl Angestellte aus dem Öffentlichen Dienst als auch zahlreiche Arbeiter etwa aus der Automobilindustrie legten ihre Arbeit nieder. Die Arbeitnehmervertreter kritisierten, dass die Schwachen die Hauptlast des Sparpakets tragen müssten, während die Wohlhabenden geschont würden. In dem Sparprogramm in Höhe von rund 24 Milliarden Euro sind Steuererhöhungen ebenso vorgesehen wie Maßnahmen gegen Steuerflucht und eine Anhebung des Renteneintrittsalters.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Südlich der Donau sowie in Richtung Sachsen anfangs noch Auflockerungen. Sonst wolkig und von Nordwesten her vorankommender Regen. Tagestemperaturen zwischen fünf Grad Celsius auf Usedom und 12 Grad im Rheingraben. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch wolkig mit Regen. Temperaturen um acht Grad.

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