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Nachrichten

13.10.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute sehen die Bundesrepublik vor einer harten konjunkturellen Bremsung. Eine Rezession könne aber knapp vermieden werden, wenn die europäischen Regierungen es schafften, die Euro-Schuldenkrise einzudämmen, heißt es im Herbstgutachten der Ökonomen, aus dem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert. Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach in diesem Jahr wegen des guten Starts noch um 2,9 Prozent wachsen. 2012 erwarten die Institute laut "FAZ" aber nur noch ein mageres Wachstum von 0,8 Prozent. Im Frühjahr waren noch 2,0 Prozent prognostiziert worden. Der Arbeitsmarkt wäre von der Konjunkturflaute kaum betroffen, solange die Krise nicht eskaliere. Den Regierungen der Euro-Staaten werfen die Experten vor, noch immer kein Rezept gefunden zu haben, um die Schuldenkrise zu beherrschen. Notwendig seien vor allem auch endlich Vorschläge für eine Rekapitalisierung der Banken.

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Angesichts des wachsenden Staatsdefizits Griechenlands mehren sich die Stimmen, die öffentlich über einen Schuldenschnitt für das Euro-Land nachdenken. Finanzminister Wolfgang Schäuble und Euro-Gruppenchef Jean-Claude Juncker räumten ein, die Schulden Athens seien wahrscheinlich nicht mehr tragfähig und müssten abgebaut werden. Im Falle eines teilweisen Erlasses der Schulden will Schäuble die privaten Gläubiger mit ins Boot holen. Es könne nicht sein, dass die Investoren den Gewinn einstrichen und die Steuerzahler für Ausfälle hafteten, sagte Schäuble in Berlin. Auch Bundesbank-Präsident Jens Weidmann schloss in der "Bild"-Zeitung einen Schuldenschnitt für Griechenland nicht mehr aus. Zugleich mahnte er, ein solcher Schritt dürfe nicht zum bequemen Ausweg werden.

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Deutschland und die Mongolei wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit intensivieren. Beim Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel unterzeichneten beiden Seiten in Ulan Bator ein Rahmenabkommen zur Rohstoffpartnerschaft, das deutschen Firmen in dem zentralasiatischen Land Rechtssicherheit geben soll. Siemens erhielt den Auftrag für die Lieferung von Gasturbinen für ein 300-Megawatt-Kraftwerk zur Versorgung der Kohlemine Tavan Tolgoi. Die deutsche BBM Operta Gruppe erwarb mit dem australischen Unternehmen Macmahon die Rechte zur Erschließung einer der größten Kokskohlelagerstätten der Welt im Osten des Landes. Merkel und Ministerpräsident Sukhbaatar Batbold betonten das Interesse an einer langfristigen Partnerschaft. Vor dem Parlament bezeichnete die Kanzlerin die Mongolei mit ihrer demokratischen Verfassung als Vorbild für Zentralasien. Zugleich mahnte sie weitere Reformen an, darunter die Abschaffung der Todesstrafe.

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Der Übergangsrat in Libyen wird vorerst keine neuen Erdölverträge an ausländische Konzerne vergeben. Nur eine demokratisch gewählte Regierung könne neue Öl-Konzessionen bewilligen, sagte Finanz- und Ölminister Ali Tarhuni am Rande des Besuchs von Wirtschaftsminister Philipp Rösler. Libyen gehört mit seinen Öl- und Gasvorkommen zu den reichsten Ländern der arabischen Welt. Rösler war am Mittwoch mit einer großen Wirtschaftsdelegation in der Hauptstadt Tripolis eingetroffen, um zwei Tage lang mit den neuen Machthabern den Wiederaufbau des Landes und das deutsche Engagement zu erörtern. Zum Auftakt bot der FDP-Minister humanitäre Hilfe an. Bereits am Wochenende hatte die Bundesregierung angekündigt, verletzte Kriegsopfer aus Libyen nach Deutschland zur medizinischen Behandlung zu holen.

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Bei einem schweren Erdbeben auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind mindestens 50 Menschen verletzt worden. Viele hätten Schnitt- und Kopfverletzungen sowie Knochenbrüche erlitten, sagte ein Krankenhaussprecher. Drei Opfer befänden sich in einem kritischen Zustand. Nach Angaben der US-Geologiebehörde lag das Zentrum des Bebens der Stärke 6,0 rund 100 Kilometer südwestlich von Bali in einer Tiefe von 60 Kilometern. Die indonesische Bebenwarte gab die Stärke mit 6,8 an. Eine Tsunamiwarnung wurde nicht ausgesprochen. Im Dezember 2004 hatte ein schweres Erdbeben im Indischen Ozean einen Tsunami ausgelöst, durch den in der Region 230.000 Menschen ums Leben kamen, die Hälfte davon in der indonesischen Provinz Aceh.

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DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden meist heiter. In der Mitte ein Mix aus Sonne und Wolken. Im Süden zunächst noch Regen, später auch hier freundlicher. Höchstwerte zwischen neun und 14 Grad. Die weiteren Aussichten: Von Freitag bis Sonntag nach Nebelauflösung fast überall viel Sonne. Nachts örtlich Frost.

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