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Nachrichten

13.09.2011 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.


Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in der Debatte um den Euro und die Verschuldung Griechenlands zur Besonnenheit aufgerufen. Die Unsicherheiten seien schon groß genug und jeder solle seine Worte sehr vorsichtig wägen, sagte die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende in einem Hörfunk-Interview. Wirtschaftsminister Philipp Rösler von der FDP hatte zuvor eine geordnete Insolvenz Griechenlands nicht mehr ausgeschlossen. Merkel entgegnete, es müsse alles daran gesetzt werden, den Euro-Raum politisch zusammenzuhalten, um Dominoeffekte auszuschließen. Dem widerspricht allerdings auch ein Leitantrag der CSU für den nächsten Parteitag der Christsozialen im Oktober. Darin heißt es, dass Länder aus dem Euro-Raum aussteigen sollten, die dauerhaft die Euro-Stabilitätskriterien verfehlten. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte das Auftreten der Koalition. Insbesondere Wirtschaftsminister Rösler habe mit seinen Äußerungen die Krise um den Euro verschärft. Der FDP-Chef sei der Verantwortung seines Ministeramtes nicht gewachsen.

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US-Präsident Barack Obama hat von den Ländern der Euro-Zone mehr Einsatz im Kampf gegen die Schuldenkrise gefordert. Solange die Krise nicht gelöst sei, werde die Weltwirtschaft weiter schwächeln, warnte Obama in einem Interview im Weißen Haus mit Korrespondenten. Im Kern gehe es jetzt darum, die Währungsunion durch eine abgestimmte Haushaltspolitik zu ergänzen, sagte der US-Präsident weiter. Zwar sei derzeit Griechenland das größte Sorgenkind. Das größere Problem aber seien Spanien und Italien, falls die Märkte diese beiden großen Länder herausforderten, so die Einschätzung von Obama. Es war das erste Mal, dass sich der Präsident derart besorgt über die seit Monaten anhaltende Euro-Krise äußerte. Am Freitag nimmt US-Finanzminister Timothy Geithner am Treffen der EU-Finanzminister im polnischen Breslau teil, um mit seinen Kollegen über Maßnahmen zur Erholung der Weltwirtschaft zu beraten. Wie Obama fordert auch Geithner die Länder der Euro-Zone zu mehr Anstrengungen gegen die Schuldenkrise auf.

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Der Internationale Währungsfonds hat die Auszahlung weiterer Hilfen für Portugal gebilligt. Rund vier Milliarden Euro stünden dem Land nun zusätzlich zur Verfügung, teilte der IWF in Washington mit. Zuvor hatte bereits die sogenannte Troika aus Europäischer Union, IWF und Europäischer Zentralbank die bisherigen Sparmaßnahmen der Regierung in Lissabon positiv bewertet. Portugal gehört zu den hochverschuldeten Ländern der Euro-Zone, die Milliarden-Hilfen von EU und IWF in Anspruch nehmen müssen, um einen Staatsbankrott abzuwenden. IWF und EU hatten sich im Mai auf ein Rettungspaket in Höhe von 78 Milliarden Euro für die kommenden drei Jahre geeinigt. Ein Drittel davon kommt vom IWF. Im Gegenzug musste sich Portugal zu einem harten Spar- und Reformprogramm verpflichten.

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Eine Woche vor dem geplanten Antrag der Palästinenser auf Anerkennung eines eigenen Staates durch die Vereinten Nationen bemüht sich Außenminister Guido Westerwelle in der Region weiter um Vermittlung. In Jerusalem traf Westerwelle mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres und Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammen. Dabei betonte der Außenminister, es müsse alles unternommen werden, um die Friedensverhandlungen mit den Palästinensern wieder aufzunehmen. Netanjahu stimmte dem nach Angaben seines Büros zu. Frieden könne nur durch direkte Gespräche und nicht durch einseitige Schritte erzielt werden, hieß es. Anschließend kam Westerwelle in Tel Aviv zu einem privaten Abendessen mit seinem Kollegen Avigdor Lieberman zusammen. US-Präsident Barack Obama drohte in der Diskussion um einen eigenen Palästinenserstaat erstmals mit einem Veto im Weltsicherheitsrat. Der Konflikt könne nur gelöst werden, wenn sich Israelis und Palästinenser einigten, sagte Obama in Washington.

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Die UN-Vetomacht Russland lehnt härtere Sanktionen gegen Syrien ab und verhindert damit zusätzlichen Druck auf Staatschef Baschar al-Assad. Es gebe bereits zahlreiche Strafmaßnahmen gegen die Führung in Damaskus, weitere Daumenschrauben seien derzeit nicht möglich, sagte Präsident Dmitri Medwedew in Moskau. Russland und China haben sich bislang Bestrebungen der USA und ihrer europäischen Verbündeten widersetzt, den Druck auf Assad zu erhöhen, der seit sechs Monaten gewaltsam gegen einen Volksaufstand vorgeht. Die Vereinten Nation gehen mittlerweile davon aus, dass seit Beginn der Erhebung im März 2600 Menschen getötet wurden. Ihre Erkenntnisse basierten auf Angaben zuverlässiger Quellen in Syrien, sagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay, in Genf. Unterdessen berichten Vertreter der syrischen Opposition von etwa 20 neuen Todesfällen bei Demonstrationen gegen Assad.

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Das Wetter in Deutschland: Richtung Südosten meist heiter und trocken. Sonst ein Mix aus Auflockerungen, Wolken und vereinzelten kurzen Schauern. Höchstwerte in der Südosthälfte 21 bis 26 Grad, sonst nur 17 bis 21 Grad. Die weiteren Aussichten: Am Mittwoch vor allem im Norden wechselhaft mit Schauern. Sonst zum Teil längere freundliche Abschnitte. Temperaturen 15 bis 22 Grad.

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