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Nachrichten

13.06.2012 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

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Erstmals hat der Chef der UN-Blauhelmeinsätze, Hervé Ladsous, offen von einem Bürgerkrieg in Syrien gesprochen. Das Ausmaß der Gewalt habe massiv zugenommen. Den Vereinten Nationen lägen bestätigte Berichte vor, nach denen das Assad-Regime nicht mehr nur mit Artillerie und Panzern gegen die eigene Bevölkerung vorgehe, sondern inzwischen auch mit Kampfhubschraubern. Die Führung in Damaskus habe große Teile des Landes an die Regierungsgegner verloren und versuche diese zurückzuerobern, sagte UN-Untergeneralsekretär Ladsous in New York. Die Vereinten Nationen werfen dem Regime zudem vor, Kinder als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen. Ihr Team sei mit schrecklichen Schilderungen über gefolterte, massakrierte und sexuell missbrauchte Kinder aus Syrien zurückgekehrt, sagte die UN-Sondergesandte für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy.

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Der Irak wird von einer Welle von Bombenexplosionen erschüttert. In der zentralirakischen Stadt Hilla gingen zwei Sprengsätze hoch und töteten nach Berichten aus Krankenhäusern mindestens 13 Menschen. In Bagdad gab es fünf Bombenanschläge und zwei Schießereien, wie das Innenministerium mitteilte. Allein bei einem Attentat auf schiitische Pilger an einem Kontrollpunkt wurden dort nach Angaben der Polizei mindestens neun Menschen getötet. Erst am Montag hatten die Behörden im Vorfeld einer schiitischen Wallfahrt die Sicherheitsmaßnahmen erhöht und die Polizei in Alarmbereitschaft versetzt. Am Sonntag waren bei zwei Mörserangriffen auf eine Prozession im Norden Bagdads sieben Menschen getötet worden.

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Die tunesischen Behörden haben nach schweren Zusammenstößen zwischen radikalen Islamisten und der Polizei in Teilen des Landes eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Die Maßnahme soll für die Hauptstadtregion sowie für mehrere Gebiete im Landesinneren bis sieben Uhr Ortszeit gelten. Auslöser der Krawalle war die Kunstausstellung "Frühling der Kunst" im Palast Abdellia in Tunis, die von radikalen Muslimen als islamfeindlich und blasphemisch betrachtet wird. Extremisten hatten Teile der Ausstellung verwüstet und mehrere Brände gelegt. Der etwa zeitgleiche Ausbruch der Gewalt an mehreren Orten lasse eine "organisierte" Aktion vermuten, hieß es aus dem Innenministerium in Tunis. Nach Auskunft der Behörden wurden bei den Ausschreitungen etwa 100 Menschen verletzt. Mehr als 160 Personen seien festgenommen worden.

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Russlands Opposition lässt sich von Präsident Wladimir Putin nicht einschüchtern. Das hat die Großdemonstration vom Dienstag deutlich gemacht. Zehntausende zogen durch Moskau und forderten den Rücktritt des Kremlchefs und Neuwahlen. Die Demonstration war der erste große Aufmarsch gegen Putin seit seiner Wiederwahl. Dieser versuchte sich gelassen zu zeigen, warnte aber seine Gegner vor einer härteren Gangart: Er werde nichts dulden, was Russland schade. Die Führung sei in Panik, meinte ein Sprecher der Demonstranten. Rund 12.000 Polizisten hatte Russlands Führung ins Zentrum Moskaus beordert. Widersprüchlich sind die Angaben zur Zahl der Demonstranten. Der Chef der Linken Front, Sergej Udaltzow, sprach von rund 100.000 Demonstrationsteilnehmern, die Polizei von 18.000.

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Das nervenzerrende Auf und Ab in der europäischen Schuldenkrise ist eine Belastung für die gesamte Weltwirtschaft: Diese deutliche Mahnung äußert die Weltbank in ihrer neuen Konjunkturprognose. Die jüngsten Kursverluste an den Börsen und steigende Zinsen für Staatsanleihen zeigten, wie anfällig und nervös die Finanzmärkte überall seien, heißt es in dem in Washington veröffentlichten Bericht. Es sei völlig klar, weder reiche Länder noch aufstrebende Staaten würden verschont, sollte sich die Situation in Europa deutlich verschlechtern. Selbst eine globale Finanz- und Wirtschaftskrise in ähnlichem Ausmaß wie zwischen 2007 und 2009 sei möglich, wenn auch nicht sehr wahrscheinlich. Die globalen Wachstumslokomotiven blieben derweil Schwellen- und Entwicklungsländer wie China und Indien. Allerdings müssten auch sie für eine mögliche globale Finanzkrise vorsorgen, indem sie kurzfristige Schuldenstände abbauten und ihr Haushaltsdefizit senkten.

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