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Nachrichten

13.01.2015 – Langsam gesprochene Nachrichten

Trainiere dein Hörverstehen mit den Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

Audio anhören 07:29

Nachrichten von Dienstag, 13. Januar 2015 – langsam gesprochen als MP3

Prophet Mohammed auf "Charlie Hebdo"-Cover:

Die erste Ausgabe der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" nach dem Attentat vom vergangenen Mittwoch erscheint mit einer Mohammed-Zeichnung auf dem Titel. Auf Seite eins ist der islamische Prophet mit einem Schild in der Hand zu sehen, worauf steht: "Je suis Charlie" - "Ich bin Charlie". Das Magazin soll am Mittwoch mit einer Rekordauflage von drei Millionen Exemplaren ausgeliefert werden. Nach den Terroranschlägen nimmt Frankreich an diesem Dienstag Abschied von den erschossenen Polizisten. Zu der Veranstaltung in Paris wird auch Staatspräsident François Hollande erwartet. In Deutschland wollen ebenfalls heute die Spitzen von Staat und Gesellschaft gegen islamistischen Terror und für ein friedliches Zusammenleben der Religionen demonstrieren. Der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde haben zu einer Kundgebung in Berlin eingeladen, auf der auch Bundespräsident Joachim Gauck sprechen soll.

Gewaltbereite Salafisten sollen an Ausreise gehindert werden :

Die Bundesregierung will mit einer Änderung des Personalausweisgesetzes die Ausreise gewaltbereiter Salafisten in Kampfgebiete wie Syrien und den Irak verhindern. Von den Rückkehrern nach Deutschland geht nach Erkenntnissen von Experten eine besondere Gefahr aus. Laut Medienberichten haben bisher mindestens 20 Islamisten trotz des Entzugs des Reisepasses Deutschland in Richtung Kriegsregionen verlassen. Wie "Die Welt" und das "Hamburger Abendblatt" schreiben, nutzten die potenziellen Dschihadisten den Landweg quer durch die Europäische Union, um dann über die Türkei nach Syrien zu gelangen. Hierfür reicht der Personalausweis aus. Ein Entwurf für ein geändertes Passgesetz wird am Mittwoch ins Kabinett eingebracht. Danach sollen Verdächtige künftig nicht nur ihren Reisepass, sondern auch den Personalausweis abgeben müssen.

Massenproteste gegen "Pegida":

Wenige Tage nach den islamistischen Terroranschlägen in Frankreich hat es in mehreren deutschen Städten Massenkundgebungen gegen Hass und Intoleranz gegeben. In Leipzig gingen nach offiziellen Angaben rund 30.000 Menschen gegen den örtlichen "Pegida"-Ableger "Legida" auf die Straße. Auch in den Landeshauptstädten München, Hannover, Düsseldorf und Saarbrücken demonstrierten jeweils mehrere tausend Menschen für Weltoffenheit und gegen Ausgrenzung und Rassismus. Allerdings konnte auch das antiislamische "Pegida"-Bündnis mehr Anhänger als je zuvor mobilisieren. In Dresden beteiligten sich nach Angaben der Polizei etwa 25.000 Teilnehmer an einem sogenannten Abendspaziergang, um gegen eine angebliche "Überfremdung" zu demonstrieren. Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Justizminister Heiko Maas warfen der "Pegida"-Bewegung vor, den Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" für ihre politischen Zwecke zu missbrauchen.

Merkel: Islam gehört zu Deutschland:

Deutschland und die Türkei wollen nach Angaben von Bundeskanzlerin Angela Merkel verstärkt gegen Islamisten vorgehen. Dies umfasse auch eine enge Zusammenarbeit der Geheimdienste beider Staaten, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu in Berlin. Beide Regierungschefs warnten nach den Gewalttaten in Frankreich vor einer Ausgrenzung von Muslimen. Merkel bekräftigte, der Islam gehöre zu Deutschland, und sie sei die Kanzlerin aller Deutschen, unabhängig von deren Religion. Davutoglu unterstrich erneut den Wunsch nach einem EU-Beitritt seines Landes. Die Aufnahme eines muslimischen Staates gäbe der Europäischen Union - so wörtlich - "eine neue Dimension". Merkel äußerte sich skeptisch zu einer Vollmitgliedschaft der Türkei, sprach sich aber für weitere Verhandlungen aus.

Steinmeier: Kein Ukraine-Krisengipfel:

Die Hoffnungen auf einen Krisengipfel zum Ukraine-Konflikt haben sich vorerst zerschlagen. Die Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier nach einer Begegnung mit seinen Kollegen aus Frankreich, Russland und der Ukraine in Berlin. Für ein Treffen der Staats- und Regierungschefs dieser Länder war ursprünglich der kommende Donnerstag im Gespräch. In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Minister, Grundlage für die Suche nach einer Friedenslösung müssten die im September in Minsk getroffenen Vereinbarungen sein. Die damals beschlossene Waffenruhe wird immer wieder gebrochen. Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine wurden seit April mehr als 4700 Menschen getötet.

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