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Kultur

13 Mal Wassersolidarität

Wenn irgendwo Gift in die Donau fließt, kriegen es alle Länder stromabwärts mit. Deshalb haben sich 13 Staaten zusammengetan, um den internationalsten Fluss der Welt sauberzuhalten. Und die Solidarität hat Erfolg.

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Geht's nach der Schutzkommission, ist die Donau bald rein

Die Donau ist der internationalste Fluss der Welt. Von ihrer Quelle in Deutschland bis zur Mündung ins Schwarze Meer durchquert sie 18 Länder. Allerdings birgt die Internationalität auch eine Gefahr: Auf ihrer fast 3000 Kilometer langen Strecke leiten Länder eine Menge Dreck und Gift ins Wasser.

Um das zu bekämpfen, haben sich die 13 größten Anrainerstaaten in der Donauschutzkommission zusammengeschlossen. Am 29. Juni 1994 wurde sie in Wien ins Leben gerufen. Nun feiert sie ihren zehnten Geburtstag mit dem "Danube Day", dem ersten internationalen Donau-Tag.

Noch nicht rein, aber sauberer

Der Chef der Kommission, Philip Weller, ist mit dem Erfolg zufrieden: "In diesen zehn Jahren hat sich die Wasserqualität sehr stark verbessert. Wir haben die Nährstoffe reduziert, aber auch die Gifte." Außerdem habe die Kommission ein Frühwarnsystem installiert. Wenn etwa ein giftiger Stoff eingeleitet werde, könnten die flussabwärts gelegenen Länder schnell informiert werden. Auch ein Arbeitsplan für den Hochwasserschutz sei eingerichtet.

Besonders stolz ist Weller auf das Monitoring-System. In dem speziellen Analyse-Verfahren werden sämtliche Informationen über Wasserqualität und Artenvielfalt des Flusses zentral gesammelt und ausgewertet. Die Wasserqualität der Donau kommt heute auf die Güteklasse II bis III - sie liegt damit zwischen "mäßiger Verschmutzung" und "kritischer Verschmutzung".

Schutz nicht nur flussabwärts

Die Initiative für den Schutzpakt der Donau ging von den Ländern aus, die am Unterlauf des Flusses liegen - also von Ungarn flussabwärts. Denn die so genannten Unterlieger bekommen den Dreck, den Länder flussaufwärts einleiten, direkt vor die Haustür geschwemmt.

Doch auch Oberlieger wie Deutschland oder Österreich hätten ein Interesse daran, die Donau sauberzuhalten, meint Thomas Stratenwerth, der für das Bundes-Umweltministerium die Zusammenarbeit in internationalen Flussgebieten betreut. "Wenn wir es nicht schaffen, auch in anderen Teilen Europas und der Welt den Umweltschutz ein Stück nach vorne zu bringen, dann schlägt letztlich die Situation irgendwann auf uns zurück. Wir können nicht die Insel der Seligen sein", sagt er.

Kein Geld kann auch eine Strafe sein

Haslau Karpfenfischer an der Donau

Fisch aus der Donau soll gesünder werden

Auch die EU-Kommission sitzt in der Donauschutzkommission mit einem Vertreter. Ihr liegt daran, vor allem die Wasserschutznormen der Union durchzusetzen. Strafaktionen gegen Umweltsünder kann die Donauschutzkommission allerdings nicht vollziehen. Aber sie kann Druck ausüben, zumindest auf EU-Mitglieder und Beitrittsländer wie Rumänien oder Bulgarien. Jenseits der EU ist das nur über Politik oder Geld machbar.

Für den Gewässerschutz-Experten Fritz Holzwarth vom Umweltministerium hat die Zusammenarbeit in der Donauschutzkommission vor allem eines geschaffen - eine Wassersolidarität: "An einem Fluss wird eine Verbesserung nur erreicht, wenn von der Quelle bis zur Mündung zusammengearbeitet wird."

Party auf den Brücken

Dass diese Zusammenarbeit bei der Donau funktioniert, soll nun der "Danube Day" zeigen. Gefeiert wird auf den vielen Brücken der Donau, vor allem dort, wo die Brücken auch Länder verbinden. Aktionskünstler planen Licht-Projektionen im Wasser des Flusses. Und eine kulinarische Tour soll die Zusammengehörigkeit sinnlich erfahrbar machen. Vielleicht sogar mit Fisch aus dem internationalsten Fluss der Welt.

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