13 Kinder aus Gefangenschaft befreit: Anklage gegen kalifornische Eltern | Aktuell Amerika | DW | 18.01.2018
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13 Kinder aus Gefangenschaft befreit: Anklage gegen kalifornische Eltern

Hinter diesen Fenstern sollen sich unfassbare Grausamkeiten abgespielt haben: Das Ehepaar in Kalifornien, das seine 13 Kinder gequält haben soll, wurde nun angeklagt. Der Staatsanwalt berichtete über erste Erkenntnisse.

Die Staatsanwaltschaft im Bezirk Riverside teilte mit, das kalifornische Ehepaar, das seine 13 Kinder unter grausamen Bedingungen gefangen gehalten haben soll, werde sich vor Gericht verantworten. Das Paar aus der Stadt Perris südöstlich von Los Angeles wird unter anderem wegen Folter, schwerer Misshandlung und Kindesgefährdung vor Gericht gestellt.

Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten drohten den Eltern jeweils 94 Jahre bis lebenslängliche Haft, sagte Staatsanwalt Mike Hestrin. Der 56-jährige Mann und seine 49 Jahre alte Ehefrau waren am Sonntag festgenommen worden. Die Kaution für eine Freilassung wurde auf neun Millionen Dollar (7,3 Millionen Euro) pro Person gesetzt. Die Anklage forderte gar eine Anhebung der Kaution auf 13 Millionen Dollar. Bei einer ersten Einlassung erklärten die Eltern sich für nicht schuldig.

USA Kalifornien Familie David Allen & Louise Anna Turpin | Gefangenschaft und Folter von Kindern | Mike Hestrin (Reuters/L. Nicholson)

Staatsanwalt Mike Hestrin

Der Fall war ans Licht gekommen, weil sich eine 17-Jährige Tochter der Familie am Sonntag befreien und per Handy die Polizei informieren konnte. Staatsanwalt Hestrin zufolge soll die Misshandlung der Geschwister im Alter zwischen zwei und 29 Jahren vor langer Zeit schon begonnen haben. Der Ankläger beschrieb vor Journalisten die Zustände im Elternhaus. Demnach wurden die Kinder angeblich zur Strafe mit Ketten gefesselt und an ihr Bett gebunden. Sie seien oft geschlagen geworden, hätten kaum zu essen bekommen, keine Ärzte gesehen und keine schulische Bildung erhalten. Sechs der 13 Geschwister sind minderjährig.

Berichte über Privatschule und Schulden

Bei dem Vater der Kinder handelte es sich Medienberichten zufolge um den Leiter einer Privatschule in Perris. Die angemeldete Adresse der Schule sei mit der des Wohnhauses der Familie identisch, hieß es weiter. Demnach eröffnete die Schule im März 2011, verzeichnete aber lediglich sechs Schüler, wie aus Behördenunterlagen hervorgehe. Laut "Los Angeles Times" wohnte das Paar nach einem Umzug aus Texas seit 2010 in Perris. Demnach ging es bereits zweimal pleite. Gerichtsunterlagen zufolge hätten beide im Zuge der Schul-Eröffnung 2011 zwischen 100.000 Dollar und einer halben Million Dollar Schulden angehäuft, berichtete die "New York Times".

ml/cgn (dpa, afp)